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Wössner Gemeindezeitung Amtliches Bekanntmachungsorgan der Gemeinde Unterwössen
Ausgabe 15/2026
Schulnachrichten
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Musikschule Grassau

Das sind Weiberdatschi (von links) mit Gitti Herden (Harfe, Hackbrett), Doris Seitner (Viola da Gamba), Bettina Fuchs (Traversflöte, Gesang) und Franziska Fahrer (Hackbrett, Blockflöte, Salterio).

Weiberdatschi verzaubert auf der Priener Hütte

Sachrang – Wer zur Priener Hütte will, muss sich seinen Weg verdienen. Vom Wanderparkplatz am Ortsausgang von Sachrang sind es rund 750 Höhenmeter und zweieinhalb Stunden Aufstieg, bis man auf 1.410 Metern Höhe im Geigelsteingebiet ankommt. Und doch: Am vergangenen Sonntag war rund um die DAV-Hütte ein reges Treiben. Das Chiemgau Alm Festival hatte das Konzertquartett „Weiberdatschi" auf die Alm gebracht und die Besucher fanden ihren Weg.

Das Wetter allerdings spielte nicht mit. Statt auf der Terrasse mit Blick auf die Chiemgauer Alpen musizierte das Quartett in der Hüttenstube. Gitti Herden, die an Harfe und Hackbrett sitzt, stellte die Formation vor: „Wir haben uns zusammengefunden, weil wir es einfach lieben, gemeinsam Musik zu machen." Und das war in jedem Moment des Konzerts zu spüren.

Weiberdatschi, der Name ist Programm. Die vier Musikerinnen Bettina Fuchs (Traversflöte, Gesang), Franziska Fahrer (Hackbrett, Blockflöte, Salterio), Doris Seitner (Viola da Gamba) und Gitti Herden (Harfe, Hackbrett) mischen Barockmusik und alpenländische Volksmusik zu einem Programm, das so leicht und selbstverständlich klingt, als hätte es diese Verbindung schon immer gegeben. Vivaldi und Zwiefacher, Gavotte und Volkslied, bei Weiberdatschi gehört das zusammen.

Das Konzert auf der Priener Hütte war in vier Blöcke gegliedert, die mit schmunzelnden Überschriften versehen waren: „Musik für Frauen", „Höfische Musik", „Liebe" und – ganz zum Schluss – „Kochen". Schon diese Dramaturgie verrät, womit man es zu tun hat: mit Musikerinnen, die sich selbst nicht zu ernst nehmen und ihr Publikum mitnehmen wollen.

Was dann in der engen Stube erklang, war schlicht verzaubernd. Die Blockflöte, von vielen als Schulinstrument belächelt, entpuppte sich in Franziska Fahrers und Betttina Fuchs Händen als weit unterschätztes Klangwerkzeug. Gambe und Harfe schmiegten sich aneinander, als wären sie füreinander gemacht. Wenn es darauf ankam, saß selbst der letzte Ton wunderbar und berührend. Und dann wieder ließ die Spielfreude die Musikerinnen durchgehen, und das Publikum hatte seine helle Freude mit ihnen.

Bettina Fuchs versuchte sich an einem Karl-Valentin-Brief und brachte die Stube zum Lachen. Das Ensemble brillierte im mehrstimmigen Gesang, ließ mit Flöte und Gleichklang staunen und überraschte am Ende mit Kastagnetten und einem mitreißenden Schluss. Die Tarantella, der schnelle süditalienische Volkstanz, trieb das Konzert zu einem schwungvollen Finale.

Die beengten Verhältnisse störten kaum – im Gegenteil. Sie schufen eine Nähe zwischen Musikerinnen und Publikum, die in einem großen Konzertsaal so nicht entstanden wäre. Schade nur, dass die Hütte der Formation nur begrenzten Platz bot. Vor der Tür war das Wetter zu unsicher. Ein Konzert auf der Terrasse, mit Alpenblick und Sommerluft, wäre ein Erlebnis der ganz besonderen Art gewesen.