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Wössner Gemeindezeitung Amtliches Bekanntmachungsorgan der Gemeinde Unterwössen
Ausgabe 15/2026
Kirchliche Nachrichten
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Nachrichten

Unterwössen – Es regnete in Strömen und rund 30 Menschen rückten unter dem Vordach der Seewirt-Terrasse zusammen. Im Halbkreis blickten sie hinaus auf den Wössner See. Im Mittelpunkt des Kreises – zum Wasser hin – ein kleiner Altar mit einer Statue der Mutter Gottes, mit einer Kerze in der Dämmerung beleuchtet. Mit Pfarrer Martin Straßer feierten die Menschen zu Maria Heimsuchung eine Andacht am Wasser.

Pfarrer Straßer beschrieb die Begegnung von Maria und Elisabet. Er zeichnete Marias Weg nach: von Nazaret bis Ein Karem, mehr als 140 Kilometer über Stock und Stein. Maria mache sich auf, offen für Neues. Wer aufbreche, so Straßer, könne anderen Menschen begegnen und neue Erfahrungen machen; wer im Gewohnten bleibe, lasse diese Möglichkeit ungenutzt.

Dabei gehe es nicht allein um einen äußeren Weg. Maria trage ihre Hoffnung und ihre Bereitschaft zur Begegnung mit sich. Bei Elisabet erfahre sie Bestätigung und Zuspruch. So könne auch heute aus einer Begegnung neue Kraft entstehen – wenn Menschen aufeinander zugingen, einander zuhörten und offen dafür blieben, was ihnen auf ihrem Weg begegnet.

In diese Betrachtung stellte Straßer das Magnificat, Marias Lobgesang, den Ordensleute weltweit täglich beten. In der Wallfahrtskirche von Ein Karem, erinnerte er, stehe dieser Text in vielen Sprachen an den Wänden. Marias Worte seien damit über Jahrhunderte und Grenzen hinweg zu einem gemeinsamen Gebet geworden.

Die Lesung aus dem Lukasevangelium übernahm Lisi Schulze. Die Fürbitten trug Bernadette Fladischer vor. Sie bat für die Menschen mit Visionen einer besseren Welt, für die von Terror, Gewalt, Krankheit und Katastrophen Getroffenen und für die werdenden Mütter.

Dass der Regen die Gemeinde unters Vordach zwang, bedauerte Straßer mit einem Blick hinaus auf das Wasser. „Dieses schöne Wetter" habe das Ritual der Vorjahre verhindert, als die Maria zur Andacht über den See gerudert wurde.

Drei junge Musikerinnen trugen die Andacht musikalisch: Emma Dirnhofer spielte Harfe, Miriam Auer die Flöte, Sophia Schulze wechselte zwischen Flöte und Harfe. Das brachte der Andacht eine besondere Atmosphäre. Ihnen trug es am Ende großen Beifall ein.

Zum Ausklang spielten die drei Musikantinnen noch einmal auf. Draußen fiel der Regen weiter auf den See.

fg