Titel Logo
Wössner Gemeindezeitung Amtliches Bekanntmachungsorgan der Gemeinde Unterwössen
Ausgabe 15/2026
Kirchliche Nachrichten
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Stehender Applaus für Musik, die verbindet

Unterwössen – Am Ende standen die Zuhörer in der Pfarrkirche St. Martin auf. Der Kirchenchor Sankt Martin hatte in der Reihe „Musik für die Seele“ ein Programm gesungen, das vom Psalm bis zu ABBA reichte.

Die Konzertreihe lebt von kurzen Sommerabenden an verschiedenen Orten: eine halbe bis dreiviertel Stunde Musik, wechselnde Interpreten, freier Eintritt. Jetzt als der Kirchenchor sang, war die Pfarrkirche für diese Reihe mit rund 100 Besuchern gut gefüllt. Am Ende gab es stehende Ovationen und den Applaus, den dieser Abend herausforderte.

Der Chor freut sich immer schon, in dieser Reihe den engen Rahmen der Gottesdienstmusik zu verlassen. Chorleiter Wolfgang Kurfer setzte mit seinem Programm einen weiten Bogen. Er begann mit „Herr, unser Gott“ von Joseph Ignaz Schnabel und Max Ehams „Psalm 99“, führte über das „Ave Maria“, Neue Geistliche Lieder, Leonard Cohens „Hallelujah“ und „I Will Follow Him“ bis zu Reinhard Meys „Gute Nacht, Freunde“. Mit „Ein Danklied sei dem Herrn“ von Josef Venantius von Wöss schloss der offizielle Teil. Die Zugabe hieß „Danke für die Lieder“, die deutsche Version der ABBA-Komponisten Benny Andersson und Björn Ulvaeus.

Der rote Faden führte über Dank, Frieden, Freundschaft, Zusammenhalt und Abschied. Das Programm wechselte dabei mehrfach die Sprache und das musikalische Gewand. Genau darin lag seine Spannung.

Die klassischen Stücke verlangen dem Chor anderes ab als die modernen. In der Kirchenmusik bis zum Ave Maria gab es die sauberen Gesanglinien, gelungene Einsätze und geschlossenen Chorklang. Die Stimmen trugen, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Anders und abseits der kirchenmusikalischen Strenge stellte sich die Aufgabe bei den neueren Liedern. „Wo Menschen sich vergessen“ und „Frieden wünsch ich dir“ brauchen unmittelbare Ansprache. Der Text muss ankommen. Er spricht von Menschen, die aufeinander zugehen, sich Frieden wünschen und den anderen nicht fallen lassen. Das passte zu den verbindenden Worten, die Margit Schlaipfer zwischen den Stücken las.

Schlaipfer erzählte unter anderem von drei Schmetterlingen, die Schutz suchen und nur gemeinsam weiterfliegen wollen. Am Ende bleiben die Schmetterlinge beieinander. Der Gedanke dahinter: Niemand bleibt allein zurück.

Dass der Chor an diesem Programm selbst Freude hatte, war nicht zu übersehen. Zwischen den Stücken löste sich die Spannung immer wieder. Schlaipfer unterstrich das mit einem Text über den Probenalltag im Chor. Der beginnt mit dem Ratsch zu Beginn, führt über die Themen in den Chorreihen und landet beim Chorleiter, der warten muss, bis es endlich still wird. Das Publikum lachte und gab spontanen Applaus, der ansonsten für den Schluss aufgespart sein soll.

Bei den englischen Liedern, besonders bei „Hallelujah“ und „I Will Follow Him“, taten sich manche ältere Sängerin oder Sänger schwerer, verrieten sie im Nachhinein. Musikalisch öffneten diese Stücke den Abend. „Hallelujah“ brachte jene Mischung aus Poplied und Gebetston mit, die das Stück seit Jahrzehnten begleitet. „I Will Follow Him“ setzte danach einen helleren, fast filmischen Akzent.

Einen persönlichen Schwerpunkt bekam das Konzert mit „Ein Danklied sei dem Herrn“. Schlaipfer erinnerte daran, dass dieses Lied 2009 den Schwestern Piata und Tobia gewidmet worden war als Dank für ihr Wirken in der Pfarrei St. Martin. Schwester Tobia - im Konzert unter den Zuhörern - feiert heuer ihr diamantenes Professjubiläum. Schlaipfer sprach von gemeinsamen Jahren im Kirchenchor, von Ausflügen, geselligen Abenden und von einer Ordensfrau, die im Ort Spuren hinterlassen hat. Als die Ordensfrau nach vorne gerufen wurde und vom Chorleiter ein Geschenk erhielt, zeigte sie sich überwältigt und dankbar.

Die Zugabe war „Danke für die Lieder“. Nach dem letzten Akkord setzte der große Applaus ein.

fg

 

 

Das Konzert aus der Reihe Musik für die Seele mit dem Kirchenchor Sankt Martin bekam einen überraschenden Dreh: Schwester Tobia hat in der früheren Unterwössner Jugend solche Spuren hinterlassen, dass heuer ihr diamantenes Professjubiläum ein besonderer Programmpunkt war. Ihr gratulierte Chorleiter Wolfgang Kurfer.