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Wössner Gemeindezeitung Amtliches Bekanntmachungsorgan der Gemeinde Unterwössen
Ausgabe 18/2026
Kirchliche Nachrichten
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Nachrichten

Im Gottesdienst unter freiem Himmel segnete Diakon Erik Oberhorner die mitgebrachten Kräuterbuschen an Mariä Himmelfahrt.

Unterwössen –  Zum Hochfest Mariä Himmelfahrt feierte die Pfarrgemeinde St. Martin ihren Gottesdienst unter freiem Himmel im Unterwössner Kurpark.

Pfarrer Martin Straßer und Diakon Erik Oberhorner leiteten die Messe am Samstagvormittag. Bei sommerlichem Wetter und hohen Temperaturen waren die Plätze im Kurpark gut besetzt, die Schattenplätze bevorzugt. Viele Gottesdienstbesucher kamen in Tracht, fast alle trugen die für Mariä Himmelfahrt traditionellen Buschen aus Kräutern und Blumen in Händen oder Körben.

Straßer stellte zu Beginn den Himmel in den Mittelpunkt. Er erzählte von einem Kind, das sich mit Himmel, Fegefeuer und Dunkelheit beschäftigt und schließlich den Wunsch formuliert habe, niemand solle „vom Himmel runterfallen“. Daraus schlug der Pfarrer den Bogen zum Festtag: Der Himmel sei den Menschen verheißen, in der Aufnahme der Gottesmutter Maria werde diese Hoffnung sichtbar.

Die erste Lesung trug Michael Sichler vor, die zweite übernahm Diakon Erik Oberhorner. In seiner Predigt näherte sich Oberhorner dem Fest von einer grundsätzlichen Frage her: Was bedeutet es, wenn Christen von der Aufnahme Mariens mit Leib und Seele in den Himmel sprechen?

Den Ausgangspunkt nahm er bei einem Satz des französischen Philosophen Gabriel Marcel: „Einen Menschen lieben heißt sagen: Du wirst nicht sterben.“ Menschliche Liebe könne diesen Wunsch zwar nicht erfüllen, sagte Oberhorner. Für die Liebe Gottes gelte diese Grenze nach christlichem Glauben jedoch nicht. Seine zentrale Aussage: „Gott überlässt den Menschen, den er liebt, nicht dem Tod.“

Oberhorner ging dabei auch auf die Schwierigkeiten ein, die das 1950 von Papst Pius XII. verkündete Dogma bis heute bereitet. Von einer leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel berichte die Bibel nicht ausdrücklich. Der Glaube daran habe jedoch seine Wurzeln in der Auferstehung Jesu. Maria, die Christus geboren und seinen Weg bis unter das Kreuz begleitet habe, stehe nach dieser Glaubensüberzeugung als Erste für jene Vollendung, die allen Christen verheißen sei.

Damit weitete der Diakon den Blick über Maria hinaus. „Was Maria jetzt schon erfährt, das ist uns allen verheißen“, formulierte er.

Musikalisch trugen der Kirchenchor St. Martin und eine Bläserformation, beide unter Leitung von Wolfgang Kurfer, den Freiluftgottesdienst. Marienlieder griffen das Thema des Festtages auf, darunter „Grüß dir, du Heilige“ und „Segne du, Maria“.

Nach der Kommunion rückten die Kräuter und Blumen in den Mittelpunkt. Straßer rief auf, dankbar wahrzunehmen, „was die Natur hervorbringt“. Sein Segensgebet erinnerte, dass Heilkräuter und Blumen für die Fülle der Schöpfung stehen und Gesundheit und Freude schenken.

Diakon Oberhorner schritt eine Besucherreihe nach der andren ab, vergaß auch die Menschen am äußeren Rande des Kurparks nicht und segnete die mitgebrachten Kräuterbuschen. Pfarrer Straßer sprach einen Dank an alle, die diesen Gottesdienst möglich gemacht hatten.

fg