Unterwössen - Die Bundesstraße 305 am nördlichen Ortsausgang von Unterwössen ist ab voraussichtlich Montag, 12., bis Freitag 16. Oktober, vollständig gesperrt. Bis einschließlich 16. Oktober fährt der Verkehr über Raiten.
Noch fließt der Verkehr. An der mobilen Ampel hinter der Frühlingsstraße wartet eine Kolonne aus Pkw, Lieferwagen und einem Lastzug, bis das Rot erlischt. Die Baustelle ist im zweiten Bauabschnitt von Blumen Glanz Richtung Einmündung der Kreisstraße TS 34 angelangt.
Hinter der Sperrung steckt eine Maßnahme, die das Staatliche Bauamt Traunstein am 24. August begann: die grundhafte Sanierung der B 305 und der Lückenschluss des Geh- und Radwegs zwischen Marquartstein und Unterwössen. Der bislang teils nur 1,80 Meter schmale Weg und Bürgersteig auf der östlichen Straßenseite wird durchgehend auf 2,50 Meter verbreitert. Die zusätzliche Breite wird gewonnen, weil die Fahrbahn der Bundesstraße schmaler ausgebaut wird. Auf Höhe der Gärtnerei Glanz entsteht eine Querungsinsel zwischen den beiden Fahrbahnseiten, ebenfalls 2,50 Meter breit, über die Fußgänger und Radfahrer die Straße in zwei Etappen queren können.
Die Gesamtkosten beziffert der Behördenleiter des Staatlichen Bauamts, Christian Rehm, auf rund 1,3 Millionen Euro. Die trägt die Straßenbauverwaltung. Bauausführende ist die Streicher Gruppe aus Deggendorf, Niederlassung Altenmarkt.
Für sie hat die Baumaßnahme bereits jetzt den Alltag verändert: die Gärtnerei und Floristik Blumen Glanz. Ihr Geschäftshaus mit umfangreicher Blumen- und Gewächsausstellung liegt am westlichen Fahrbahnrand, ihre Gewächshäuser auf der gegenüberliegenden der östlichen Straßenseite.
Dass die Kundschaft das Unternehmen erreicht, ist Inhaber Franz Glanz junior wichtig. Ursprünglich sei die Baumaßnahme für die Hauptsaison des Unternehmens Mitte April bis Mitte Juni geplant gewesen. „Das wäre für uns fatal gewesen“, lobt Glanz die jetzige Terminwahl und das Entgegenkommen von Straßenbauamt und Gemeinde. „Es gibt immer einen Weg zum Blumengeschäft und zur Gärtnerei", sagt Glanz. In der Vollsperrphase führt er über Unterwössen.
Mit dem bisherigen Ablauf zeigt sich Glanz zufrieden. Die Truppe arbeite effektiv, die Ampel schalte zügig: „Ich bin noch nie lang gestanden." Von der Querungsinsel erhofft er sich eine Entschärfung, gerade mit Blick auf ein für ihn wiederkehrendes Problem: Rennradfahrer, die von Marquartstein kommend auf dem Geh- und Radweg bergab „mit Karacho" hereinschießen, teils mit 40, 50 Stundenkilometern. „Das ist fast noch gefährlicher als der Autoverkehr", sagt er. Können Fußgänger die Straße künftig in zwei Etappen queren, sei das eine Hilfe, gerade auch für Kunden mit Einkaufswagen oder Blumenkisten.
Für die Lieferanten ändert sich mehr. Die großen Lastwagen können wegen der Insel nicht mehr rückwärts in die Zufahrt stechen; sie müssen künftig vorwärts hinein- und beim Wegfahren rückwärts herausfahren.
Mit den Fahrbahnmarkierungen können sich letzte Arbeiten noch in die Folgewochen ziehen. Sie erfolgen unter laufendem Verkehr - so Rehm - mit geringen Einschränkungen. Am Ende steht eine durchgehend vom Kraftverkehr getrennte Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Marquartstein und Unterwössen, die Engstelle des Geh- und Radweges unter dem Fels der Altweger Wand ist dann Geschichte.