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Wössner Gemeindezeitung Amtliches Bekanntmachungsorgan der Gemeinde Unterwössen
Ausgabe 20/2026
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„Das Stichwort ist Vertrauen“

Arbeiteten die Brände in Ruhpolding und Unterwössen gemeinsam auf. Von links: Moderator Andreas Nieß, Ruhpoldings 1. Bürgermeister Justus Pfeifer, Bundestagsabgeordneter Siegfried Walch, Landtagsabgeordneter Konrad Baur, Kriminaldirektor Gerrit Gottwald, Tobias Vogl (Geschäftsführer der Bergwacht Bayern), Michael Klauser (1. Feuerwehrkommandant Unterwössen) und die Regionalvorsitzende des Arbeitskreises Polizei und Innere Sicherheit der CSU Traunstein Veronika Wolf.

Arbeitskreis Polizei arbeitet die Waldbrände im Landkreis auf – Würdigung des hohen ehrenamtlichen Engagements

Im Mittelpunkt des Treffens des Arbeitskreises Polizei und Innere Sicherheit im Landkreis Traunstein stand am Mittwoch Abend der Austausch über den Waldbrandeinsatz am Saurüsselkopf im Mai diesen Jahres (wir berichteten darüber) und die dabei gelebte Sicherheitspartnerschaft zwischen Feuerwehr, Bergwacht, Polizei, Katastrophenschutz und Politik. Dabei richtete man den Blick auf die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen und würdigte das ehrenamtliche Engagement. Und so stand in der offenen Gesprächsrunde die Bedeutung des Ehrenamts und die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen auf der Agenda. Thema war weiter, wie die Politik auch künftig „bestmögliche Rahmenbedingungen für die Einsatzkräfte schaffen könne“, wie es in der Einladung hieß. Zum Dialog hatte man den heimischen Bundestagsabgeordneten Siegfried Walch, den Landtagsabgeordneten Konrad Baur und Ruhpoldings 1. Bürgermeister Justus Pfeifer eingeladen. Auch Unterwössens 1. Bürgermeister Johannes Weber schilderte die Erfahrungen aus dem Brand Ende Juli an der Lackenbergwand.

Veronika Wolf, Regionalvorsitzende des Arbeitskreises Polizei und Innere Sicherheit der CSU Traunstein, betonte in ihrer Begrüßung die Bedeutung der Blaulichtorganisationen für ein funktionierendes Zusammenleben: „Ohne sie würde nichts gehen.“

Bundestagsabgeordneter Siegfried Walch sagte in seinem Impulsvortrag: „Es ist gerade auch die Haltung unserer Einsatzkräfte und besonders unserer Ehrenamtlichen, die Vorbildcharakter hat. Immer da zu sein, sich das ganze Jahr über zu engagieren und dann selbst Gefahren auf sich zu nehmen und anderen zu helfen hat größten Respekt verdient. Da könnten sich manche eine Scheibe abschneiden“ so der Altlandrat in dessen Zeiten als Traunsteiner Landrat unter anderem auch die Schneekatastrophe (2019) und die Corona-Pandemie (2020 bis 2023) fielen. Zum Stichwort „bundeseinheitliche Standards“ machte er deutlich, dass man „regionale Eigenheiten“ berücksichtigen müsse. „Wir müssen schauen, dass der Alpenraum Gehör findet.“ Man sei in der Region konzeptionell „gut unterwegs.“ Es brauche aber weiter „atmende Strukturen“, man müsse sich veränderten Situationen anpassen.

Die Kräfte würden immer wieder mit „komplexen Einsatzszenarien“ konfrontiert, sagte Landtagsabgeordneter Konrad Baur. Hinter den Einsätzen stünden Menschen, die dafürstünden, dass Bürger in einem sicheren Umfeld leben könnten. „Das ist nicht alles selbstverständlich“ sagte er auch mit Blick auf die Situation in anderen Bundesländern. Ihm persönlich sei es wichtig, dass er „nahe dran sei“. Deshalb suche er den nahen Kontakt zu den Einsatzkräften und setze sich für deren optimale Ausstattung ein.

„Stichwort ist Vertrauen“

Ruhpoldings 1. Bürgermeister Justus Pfeifer betonte: „Die Zusammenarbeit ist hervorragend gelaufen. Das Stichwort ist Vertrauen.“ Er stellte die Tätigkeit des Kreisbrandrates Christof Grundner heraus. „Dafür kann es keinen besseren geben“ würdigte er dessen Arbeit in dem Waldbrandeinsatz am Saurüsselkopf.

Er machte deutlich, dass sich der Einsatz aufgrund eines 20-prozentigen zu tragenden Kostenanteils für die Gemeinden und Feuerwehren zum finanziellen Kraftakt hätte erweisen können. Es sei dem Engagement des Landtagsabgeordneten Baur wesentlich mit zu verdanken gewesen, dass gemäß der politischen Sachlage der Kreistag nun eine komplette Kostenübernahme vornehmen könne. Man müsse über Verbesserungen sprechen, sagte Pfeifer mit Blick auf einen fehlenden Kerosinwagen. Das Problem konnte letztlich erst mit Unterstützung einer Helikopterfirma aus Österreich gelöst werden.

„Das Miteinander hat den Einsatz ganz besonders gemacht“ sagte der Moderator der Diskussion und stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreis Polizei, Andreas Nieß, mit Blick auf die Blaulichtorganisationen und den administrativen Background. „Das war einer der reibungslosesten Einsätze der letzten Jahre“ betonte Tobias Vogl, Geschäftsführer der Bergwacht Bayern. Er ging auf die beruflichen Herausforderungen ein, die auch die jeweiligen Arbeitgeber tangierten und würdigte die Lohnfortzahlung im Einsatzfall, die der Freistaat gewähre. Dabei monierte er in dem Zusammenhang aber den hohen bürokratischen Aufwand bei der Beantragung. Vogl warb für gemeinsame Ausbildungszeiten zur Vorbereitung auf ähnlich gelagerte, kommende Einsätze. In dem Lehrgangsformat sei es das Ziel, Wissen und Können zu teilen.

Gottwald: Ehren- und Hauptamtliche auf Augenhöhe

Gerrit Gottwald, in den Zeiten der beiden Brände Leiter der Polizeiinspektion Traunstein und jetziger Kriminaldirektor sagte, dass der Einsatz auch deshalb so reibungslos abgelaufen sei, weil man sich kenne. „Man vertraut sich.“ Schmunzelnd würdigte er die mehrfach positiv herausgestellte Versorgung bei den Einsätzen: „Polizei kann alles außer kochen.“ Er sei ein ‚Fan‘ des Ehrenamts. Man stehe im Alltag auf Augenhöhe zusammen – egal ob man ehrenamtlich oder hauptamtlich tätig sei.

Johannes Weber, 1. Bürgermeister in Unterwössen sagte: „Die Dorfgemeinschaft macht es aus.“ Die Bürger hätten in ihrem bürgerschaftlichen Engagement einen beispiellosen Einsatz gebracht. Es sei „hochprofessionell“ gearbeitet worden. Von der ersten Minute an konnte man sich aufeinander verlassen.

Michael Klauser, Feuerwehrkommandant aus Unterwössen betonte, der Einsatz sei „ein Kraftakt auch für kleine Feuerwehren“ gewesen. Er stellte das Engagement der Ehefrauen und Familien heraus, das diese im Stillen und im Hintergrund zeigten und den Einsatz ihrer Familienangehörigen und der Einsatzkräfte unterstützten.