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Wössner Gemeindezeitung Amtliches Bekanntmachungsorgan der Gemeinde Unterwössen
Ausgabe 22/2026
Tourismus
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Tourismus

von links Diana David (Organisatorin Ausstellung), Julia Alberter, Christian Dögerl, Elisabeth Keihl Text und Fotos Sybilla Wunderlich

Fotografin Julia Alberter und Bildhauer Christian Dögerl zeigen im Alten Bad die lebendige Vielfalt des Achentals

Unterwössen/Marquartstein – Gelebtes Brauchtum, besondere Begegnungen und ausdrucksstarke Kunst: Eine Ausstellung, die Fotografie, Bildhauerei und traditionelles Handwerk vereint, lockte zahlreiche Besucher in die Räume des Achental Tourismus im Alten Bad. Begeistert ließen sie die vielfältigen Eindrücke auf sich wirken – und entdeckten das Achental aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln.

Die Fotografin Julia Alberter zeigt eindrucksvolle Aufnahmen vom diesjährigen Gaufest in Marquartstein. Ihre Bilder erzählen von Tracht, Begegnungen und gelebter Tradition. Bildhauer Christian Dögerl präsentiert ausdrucksstarke Skulpturen und eröffnet zugleich faszinierende Einblicke in die traditionsreiche Kunst des Münzprägens.

Bürgermeister Johannes Weber, Vorsitzender des Verwaltungsrats des gemeinsamen Kommunalunternehmens Achental Tourismus, begrüßte die zahlreichen Gäste. Die beiden Künstler seien hervorragende Botschafter für das Achental, betonte er. Besonders gefielen ihm die unterschiedlichen Perspektiven, die authentisch, vielfältig und eng mit den Menschen der Region verbunden seien. Sein Dank galt den Künstlern sowie der Vorständin des Achental Tourismus, Elisabeth Keihl, und ihrem Team für die Konzeption und Gestaltung der Ausstellung.

Elisabeth Keihl stellte die Lebenswege der beiden Künstler vor. Julia Alberter verbrachte sieben Jahre in Namibia, bevor sie ins Achental kam. Heute arbeitet sie im Gesundheitsbereich und widmet sich nebenberuflich der Hochzeitsfotografie. Darüber hinaus fotografiert sie ehrenamtlich für die Kirche und weitere Institutionen. Besonders beeindrucke sie, wie es Alberter gelinge, die Bedeutung von Brauchtum und Tracht sowie die tiefe Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat in ihren Bildern einzufangen.

Auch Christian Dögerl ist im Achental kein Unbekannter: Seine Skulpturen sind an verschiedenen Stellen in Marquartstein zu entdecken. Nach dem Besuch der Fachschule für Holzbildhauerei eröffnete er vor 40 Jahren sein erstes eigenes Atelier. Inzwischen arbeitet er mit Holz, Bronze und Gips und ist seit mehr als 30 Jahren auch als Medailleur tätig. 2020 übernahm er gemeinsam mit seiner Frau Franziska die Prägestätte der Familie Oswald und baute sie in Marquartstein als Solidus Münzmanufaktur neu auf. „Zwei Herzen schlagen in seiner Brust“, machte Elisabeth Keihl deutlich. Umso mehr freue sie sich, dass beide künstlerischen Seiten Dögerls in der Ausstellung ihren Platz finden.

Julia Alberter berichtete, dass sie aus mehr als 1000 Aufnahmen vom Gaufest die Bilder für die Ausstellung auswählen musste. Dabei ging es ihr nicht nur um die großen Momente, sondern gerade auch um die kleinen, oft flüchtigen Begegnungen zwischen Jung und Alt. Sie lassen die besondere Seele des Festes und die Menschen dahinter lebendig werden.

Wie gut Kunst, Handwerk und Heimat zusammenpassen, zeigte sich auch in der Atmosphäre des Abends: Bei anregenden Gesprächen und begleitet von der „Hascht dawei Musi“ mit Harfe, Ziach und Tuba genossen die Besucher die Ausstellung. Sie machte spürbar, wie vielfältig das Achental ist – und wie sehr seine Traditionen von den Menschen leben, die sie bewahren und immer wieder neugestalten. wun