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Wössner Gemeindezeitung Amtliches Bekanntmachungsorgan der Gemeinde Unterwössen
Ausgabe 7/2026
Schulnachrichten
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Karl & Erna Eigner-Stiftung

Unterwössen. Es gibt Abende, die klingen nach. In der Musikerszene des Achentals reichten die Kommentare am Tag nach dem Gastspiel der österreichischen Formation Federspiel von „einfach nur geil" bis „gewaltig". Was die sieben Musiker mit ihrem Programm „Wir & Jetzt" in der Achentalhalle ablieferten, war weit mehr als ein gewöhnliches Konzert. Es war eine Lektion in Sachen musikalischer Präzision, stilistischer Offenheit und emotionaler Tiefe.

Federspiel das sind sieben Freunde, die sich über Musik und Musikstudium gefunden haben. Alle sieben sind zugleich auch Sänger. Das Fundament ist zweifellos das Blech, doch die Besonderheit des Ensembles liegt in den feinen Nuancen. Besonders die Klarinette (Frédéric Alvarado-Dupuy) schuf während des zweistündigen Auftritts zusätzliche Facetten, die dem oft wuchtigen Bläserklang eine fast zerbrechliche Eleganz verliehen. Ein weiterer Hauptdarsteller des Abends war die Zither von Simon Zöchbauer. Vorher traditionell gezupft, hob er sie in Stücken wie „undae" oder „Waeves" mittels Zither FX, elektronischen Effekten, in neue Sphären. Die Symbiose aus alpenländischem Ur-Instrument und moderner Tontechnik ist das Markenzeichen der Gruppe, wenn sie den Staub von den Traditionen blasen, ohne die Wurzeln zu kappen.

Was das stark vertretene Fachpublikum aus heimischen Kapellen besonders beeindruckte, war das „blinde" Verständnis der Musiker untereinander. Über zwei Stunden hinweg agierten die sieben Herren komplett ohne Notenblätter und jederzeit auf Augenhöhe. Keiner spielte sich in den Vordergrund. So entstand ein homogener Klangkörper aus einem Guss.

Über die traumhaft sichere Beherrschung ihrer Instrumente taten sich die Musiker als kraftvolle A-Capella-Formation in großer Besetzung aller, oder als Dreigesang in Jodlern und Gesangsparts wie „Auf da Strah" hervor. Wenn die Stimmen ohne instrumentale Stütze harmonieren, erzeugten sie eine Gänsehaut-Atmosphäre.

Die Begeisterung im Saal mit deutlich über 300 Zuhörern steigerte sich von Stück zu Stück; der Beifall wurde mit jedem Titel länger und kräftiger. Erst nach zwei Zugaben ließen die Zuhörer die sichtlich zufriedenen Musiker ziehen. Den Schlusspunkt setzte ein puristischer A-Capella-Gesang („Schweinsbeischl"), der das Publikum in eine beinahe andächtige Stille entließ, bevor der finale Applaus mit durchweg stehenden Ovationen die Musiker entließ.

Unterwössen hat ein Konzert erlebt, das gerade in der unter den Zuhörern stark vertretenen Blasmusikszene noch lange Gesprächsstoff bieten wird. Federspiel hat gezeigt, dass moderne Volksmusik weder verkopft noch kitschig sein muss, wenn sie mit einer solchen Hingabe und handwerklichen Perfektion vorgetragen wird.

Michael Frank, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes, und Otto Dufter, Vorsitzender des Stiftungsrates der Karl und Erna Eigner Stiftung, freuten sich besonders über den überaus gelungenen Abend mit so starkem Zuspruch. Sie organisierten das Benefizkonzert zugunsten der Stiftung. Das Ehepaar Eigner gründete die Stiftung 2011, um Kunst, Kultur und musikalische Bildung im Achental zu fördern. Vor allem junge Talente unterstützt sie mit Zuschüssen für Instrumentalunterricht und die Anschaffung von Instrumenten. Ein sichtbares Zeichen dieses Engagements steht in der Achentalhalle: der Bösendorfer-Konzertflügel, den die Stiftung anschaffte, um hochkarätige Konzerte direkt vor Ort zu ermöglichen. Benefizkonzerte wie dieses bieten dabei nicht nur erstklassigen Musikgenuss, sondern sichern auch die Mittel, um die kulturelle Nachwuchsförderung im Achental lebendig zu halten.

fg