Stimmungsvoll, nur vom Kerzenlicht beleuchtet bot sich die Pfarrkirche St. Martin zu Beginn der Osternacht ihren vielen Gottesdienstbesuchern.
Unterwössen – Pfarrer Bergmaier feierte die Osternacht in St. Martin mit einer Predigt, die beim Blackout vom Mittwoch ansetzte und bei Franz von Assisi landete. Mit ihm startete eine sehr gut besuchte Pfarrkirche in das Osterfest um die Auferstehung Christi.
In seiner Predigt griff Pfarrer Peter Bergmaier den großflächigen Stromausfall auf, der die Region erst Tage zuvor gelähmt hatte. Bergmaier zog die Parallele zum Karfreitag.
Er schlug den Bogen zum Franziskusjahr 2026, dem 800. Todesjahr des heiligen Franz von Assisi. Er zitierte den Heiligen: „O Herr, in deinem Arm bin ich sicher. Wenn du mich hältst, habe ich nichts zu fürchten. Ich weiß nichts von der Zukunft, aber ich vertraue auf dich."
Der Abend begann um 21 Uhr vor dem Kirchenportal. Vor Pfarrer und Ministranten brannte in der Feuerschale ein Holzfeuer. Die Wössner Weisenbläser um Franz Glanz und der Kirchenchor St. Martin mit Wolfgang Kurfer begleiteten die Szene musikalisch.
Karl Burkhard entzündete am Feuer ein Licht und führte die Flamme zum Docht der Osterkerze, die Ministrant Anton Fritschka jun. trug. Die Kirche war beim Einzug stimmungsvoll dunkel, nur am Altar brannten viele Kerzen. Jetzt verteilten Ministranten Licht von der Osterkerze. Bald darauf warfen diese Kerzen an den Bankreihen ein sparsames flackerndes Licht.
Vor jeder der drei alttestamentlichen Lesungen in der Kirche stellte dieselbe junge Ministrantin die Frage „Warum ist diese Nacht ganz anders als alle anderen Nächte?" Bergmaier antwortete jeweils, bevor der nächste Lektor an das Ambo trat.
Michael Sichler las den Schöpfungsbericht aus dem Buch Genesis. Dr. Martin Döllerer trug den Durchzug des Volkes Israel durch das Rote Meer vor. Andrea Größ las aus dem Buch Ezechiel die Verheißung des neuen Herzens. Zwischen den Lesungen sang die Gemeinde Antwortpsalmen.
Zum Gloria läuteten die Glocken von St. Martin. Das Licht sprang zuerst im Altarraum an, später überall in der Kirche.
Stefan Steinbacher las die Epistel aus dem Römerbrief: „Wir, die wir auf Christus Jesus getauft worden sind, sind auf seinen Tod getauft worden." Es folgte das feierliche Halleluja und das Osterevangelium nach Matthäus – die Frauen am leeren Grab, der Engel, die Botschaft: „Er ist nicht hier. Er ist auferstanden."
Zur Tauffeier sang die Gemeinde die Allerheiligenlitanei. Am Taufbecken, das unmittelbar vor der ersten Bankreihe stand, sprach Bergmaier das große Weihegebet über das Wasser und tauchte die Osterkerze hinein. Die Gemeinde erneuerte das Taufversprechen und wurde mit dem frisch geweihten Osterwasser besprengt.
Zur Gabenbereitung sang die Gemeinde „Das ist der Tag, den Gott gemacht". Sanctus und Agnus Dei übernahm der Kirchenchor. Nach der Kommunion erklang der Dankgesang „Der Heiland erstand" von Carl Santner.