Am Donnerstag, 12.03.2026 fand die Jahresversammlung der Jagdgenossenschaft (JG) Trunstadt/Stückbrunn im Schwalbennest statt. Jagdvorsteher (JV) Philipp Mohr begrüßte insgesamt 50 Jagdgenossen, darunter Frau Bürgermeisterin Regina Wohlpart und die vollzählig anwesende Jägerschaft. Außerdem begrüßte er die neue Leiterin der Forstdienststelle Trunstadt, Frau Amelie Baumer.
Nach einführenden Worten und einem Gedenken an verstorbene Jagdgenossen wurde das Jagdessen eingenommen.
In dem anschließenden Bericht streifte Jagdvorsteher Mohr aktuell die JG betreffenden Belange und erläuterte den Sachstand:
| • | Jagdgenossen sind Grundeigentümer, die für die nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Flächen ebenso wie für eine nachhaltige Nutzung des Wildes auf diesen Flächen sorgen müssen | |
| • | Gesetzlicher Auftrag der JG ist | |
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| > | für natürliche Lebensgrundlagen des Wildes in angemessenem Umfang und im Rahmen der Leistungsfähigkeit der JG zu sorgen |
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| > | einen artenreichen und gesunden Wildbestand zu erhalten bzw. wieder herzustellen und dabei Wildschäden zu vermeiden |
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| > | das Jagdausübungsrecht im Interesse der Jagdgenossen zu nutzen durch Verpachtung an Jagdberechtigte |
| • | neben einer zielgerichteten und guten Zusammenarbeit mit der Jägerschaft hat die JG zur Rettung von Rehkitzen in den letzten Jahren die Anschaffung akustisch-optischer Warngeräte sowie einer Drohne mit Wärmebildkamera bezuschusst | |
| • | Mitwirkung und Einsatz beim „Waldumbau“: | |
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| es wurde eine Waldpflegemaßnahme in Zusammenarbeit mit der Waldbauernvereinigung Bamberg (WBV) in der Waldlage „Langer Grund“ angeregt, bei der Schadholz aus dem zu dicht bestandenen Privatwald entfernt werden soll und sog. „Zukunftsbaumarten“ wie z.B. Eiche gefördert werden sollen. | |
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| Die Erhöhung der Abschusszahlen beim Rehwild von 22 auf 25 Stück/Jahr soll die Naturverjüngung begünstigen. Diese Erkenntnis wurde durch ein sog. „Verbissgut-achten“ in unserem Revier gewonnen, bei dem eine „zu hohe“ Verbissbelastung festgestellt wurde. Diese Regelung gilt bis einschließlich 2027. Für die Zeit danach sind die geplanten Änderungen der Jagdgesetze abzuwarten. | |
| • | Unter der Überschrift „ Rechtliches“ für die Jagdgenossenschaft erläuterte Philipp Mohr die Begriffe „Wegerecht“ und „Haftung“. Hier ging er besonders auf die Verkehrssicherungspflicht ein und nannte als Beispiel ein unlängst bestätigtes gerichtliches Urteil aus dem Raum Gräfenberg, Lkr. Forchheim. | |
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| Zum Thema „landwirtschaftlicher Verkehr“ stellte Jagdvorsteher Mohr den Sachverhalt klar und forderte alle Jagdgenossen auf, für die Einhaltung der Beschilderung zu sorgen. | |
| • | Zum Schluß seines Berichtes bat der JV darum, nicht mehr benötigte Zäune in Wald und Flur wieder abzubauen. | |
In einem weiteren Tagesordnungspunkt berichtete Kassenverwalter Waldemar Kunzmann über den Kassenstand. Das abgelaufene Jahr wurde mit einem Defizit abgeschlossen. Kassenprüfer Günter Schmitt berichtete über die Kassenprüfung und schlug die Entlastung der Vorstandschaft für das Geschäftsjahr 2025 vor. Diese wurde von den stimmberechtigten Anwesenden einstimmig bei Enthaltung durch die Angehörigen des Jagdvorstandes erteilt.
Unter TOP 4 hat die Versammlung der Jagdgenossen einstimmig beschlossen, den Reinertrag der Jagdnutzung des Geschäftsjahres 2025 nicht auszuzahlen und wie folgt zu verwenden:
| • | 1500 € für die Gemeinde Viereth-Trunstadt für Wegeunterhalt und Heckenpflege entlang der Wege |
| • | restliches Geld in die Rücklage der Jagdgenossenschaft |
Im TOP 5 ging es um den Beschluss zu einer neuen Satzung für die JG. Die alte Satzung stammt aus dem Jahr 1985 mit Änderungen aus 1992. Änderungen der Mustersatzung aus 2008 mussten in unsere Satzung übernommen werden. Diese Änderungen wurden vorgetragen und erläutert. Der Entwurf der Satzung wurde den Jagdgenossen bereits im Mitteilungsblatt zur Kenntnis gegeben. Der Beschluss konnte ohne weitere Wortmeldungen gefasst werden. Alle anwesenden Jagdgenossen haben der neuen Satzung zugestimmt. Sie wird im nächsten Mitteilungsblatt öffentlich bekannt gemacht und wird damit rechtskräftig.
In einem weiteren TOP informierte Försterin Amelie Baumer von der Forstdienststelle im Trunstadter Schloß in einem Vortrag zum Thema „Waldbauliche Förderung nach dem Waldförderprogramm 2025“. Hier werden staatlicherseits finanzielle Anreize gesetzt um den Waldumbau durch die Privatwaldbesitzer voranzubringen.
Unter TOP 7 informierte Jagdpächter Wolfgang Schmitt über die Umsetzung des Abschussplanes in unserem Revier und besonders zur Jagd auf Wildgänse. Außerdem beabsichtigen die Jäger den Rückbau von Ansitzen.
Im letzten TOP informierte JV Mohr für den verhinderten Obmann Thomas Kilian über die Waldbauernvereinigung (WBV). WBV-Mitglieder erhalten regelmäßig Informationen in Form von Mitgliederrundschreiben. Bei Maßnahmen im Wald sollte vor Beginn Rücksprache mit der WBV gehalten werden bzw. die zuständige Försterin Baumer beteiligt werden.
Unter „TOP 8 Verschiedenes“ dankte Bürgermeisterin Wohlpart der JG für den finanziellen Beitrag zur Wegeunterhaltung und Heckenpflege. Sie lobte die Arbeit der JG und wünschte weiterhin eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde.
Nachdem keine Wortmeldungen kamen, beendete Jagdvorsteher Mohr die Versammlung.