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Stadt Waischenfeld - Mitteilungen und andere Nachrichten
Ausgabe 8/2019
Der Bürgermeister informiert
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Rede des 1. Bürgermeisters Edmund Pirkelmann anlässlich der Verabschiedung von Pfarrer Stiefler am Samstag, den 27.07.2019 in der Kirche Breitenlesau

am Samstag, den 27.07.2019 in der Kirche Breitenlesau

Sehr geehrter Herr Pfarrer Stiefler,

sehr geehrter Herr Pfarrer Meusel,

liebe Familie Stiefler,

werte Gottesdienstbesucher,

Kommen und Gehen - es bestimmt unser Leben.

Viele von Ihnen, liebe Gemeindebürgerinnen und –bürger,

und ganz sicher Sie, lieber Herr Pfarrer Stiefler, haben heute an den Tag gedacht, an dem Sie, mit vielen Erwartungen bedacht, das erste Mal zum Gottesdienst nach Breitenlesau kamen.

29 Jahre sind es nun her.

Jahre, in denen Sie hier viel Sympathie und Wertschätzung von den Gemeindemitgliedern erfuhren.

Heute ist der Tag des offiziellen Abschiedes gekommen. Des Abschiedes von einem Amt, das für Sie mit Verantwortung für eine Pfarrei verbunden war. Sie gehen nun auf eigenen Wunsch in den wohlverdienten Ruhestand. Heute wollen wir Ihnen noch einmal ganz herzlich danken und als Vertreter der Stadt Waischenfeld kann ich dies ebenfalls aus voller Überzeugung tun.

Unzählige Male haben Sie in der langen Zeit mit uns im Jahresverlauf der Kirchenliturgie - gerade an den Hochfesten - immer feierliche Gottesdienste gefeiert, stets mit einer Schar von Ministrantinnen und Ministranten.

Über die feierlichen Gottesdienste hinaus waren Sie in der Seelsorge tätig. Die Gemeindemitglieder suchen eben Rat und Trost bei ihrem Pfarrer, sie wenden sich an ihn in allen Lebenslagen. Dazu gehören auch die schönen Momente, wenn sich alles gut fügt oder glatt läuft. Dazu gehören aber auch die schwierigen Situationen, wenn Sorgen und Nöte, wenn Trauer und Verzweiflung das Leben bestimmen.

In den vergangenen 29 Jahren - fast die Hälfte Ihres Alters - haben Sie uns in unserem Leben begleitet. Sie haben Kinder getauft und Heranwachsenden die Kommunion gespendet. Für Ehepaare waren Sie vielfach ein Wunschpfarrer für den besonderen Tag.

Für jeden unserer Verstorbenen fanden Sie im Trauergottesdienst stets die richtigen Worte, einfach weil sie deren Leben langjährig begleitet haben.

Flexibel waren Sie immer, wenn Jubiläumsgottesdienste von Vereinen und Privaten als Sonntagsgottesdienst gewünscht wurden. Ebenso hatten wir, stets die Freiheit, Kindermetten nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Auch die Kommunionausteilung dabei mit zu verbinden, war für Sie selbstverständlich.

- Ein Pfarrer wie man sich ihn nur wünschen kann. -

Auch der Ökumene standen und stehen sie stets offen gegenüber. Sie haben immer den Kontakt mit den evangelischen Christen in Wüstenstein gefördert, problemlos bei konfessionsverschiedenen Ehen Gottesdienst mitgefeiert und sich gefreut, wenn dann beide Partner mit ihrer Familie an den Messen, ja auch am gemeinsamen Kommuniongang, teilnahmen.

In Erinnerung werden uns Ihre zeitlich angenehmen Predigten bleiben, die immer evangeliumbezogen waren und mit einer kleinen Geschichte aus dem alltäglichen Leben in Verbindung gebracht wurden.

In Ihrer Predigt am vergangenen Sonntag gingen Sie nochmals kritisch auf die derzeitige Situation in der Kirche ein.

29 Jahre waren Sie sozusagen als Einzelkämpfer von der Erzdiözese in der Pfarrei Hochstahl eingesetzt, haben das umgesetzt, was Sie für richtig gehalten haben und sehr schnell herausgefunden, was unseren Gläubigen wichtig war.

Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man dann als Ortspfarrer etwas erstaunt und verwundert ist, wenn Pfarreienverbünde anhand der Landkarte und der Anzahl an Gläubigen zusammengesetzt werden, ohne auch auf die Vorstellungen und Wünsche des betroffenen Personals näher einzugehen.

Eine Wertschätzung den Pfarrern gegenüber – bei der ohnehin schwierig gewordenen Seelsorgearbeit - könnte man schon von der „Institution Kirche“ erwarten.

Die Sorge und das Wohl der Tiere waren Ihnen genauso wichtig, wie das stetige Kümmern und das Interesse an unseren Kranken in der Gemeinde.

Insbesondere der ständige Kontakt zu unseren Jugendlichen war Ihnen ein wichtiges Anliegen.

Die Aktionen, die Sie mit unseren Kindern und Jugendlichen vollzogen haben, fanden stets Anklang. Das sind einfach die neuen Wege, um an die Jugendlichen heranzukommen, die sicherlich nicht immer mit den Leitlinien des Bischofes einhergehen. Alle Achtung und Danke für Ihren Mut, dass Sie dennoch bei unseren Jugendlichen immer zur Stelle waren, wenn ihnen dies wichtig erschien.

In gleicher Weise wie unser neuer Pfarrer Pater Lugen diese Kontakte sucht und pflegt, haben Sie schon lange vorher diesen Weg erfolgreich beschritten.

Lieber Herr Pfarrer Stiefler,

ich hatte immer den Eindruck, dass Sie gerne in die Filialgemeinde Breitenlesau – mit Siegritzberg und Wüstenstein – gekommen sind und Ihre Arbeit bei uns von Wertschätzung geprägt war.

Ich hoffe, dass wir durch unsere Umgangsweise mit Ihnen schon ein wenig dazu beigetragen haben, dass Sie eine so lange Zeit Ihres Lebens mit uns verbracht haben. Es wäre schön, wenn Sie auch künftig das Geschehen in unseren Orten mit Interesse weiterverfolgen würden. Um Ihnen dies etwas zu erleichtern, bekommen Sie im Anschluss einen Gutschein vom Gasthaus Krug, den Sie bei passender Gelegenheit immer abarbeiten können.

Natürlich würden wir uns über den heutigen Tag hinaus schon ab und zu wieder über einen gemeinsamen Gottesdienst mit Ihnen besonders freuen.

Sie sollen einfach wissen, dass Sie immer bei uns herzlich willkommen sind.

Danke aber für die schöne Zeit, die Sie mit uns verbracht haben.

Lieber Herr Pfarrer Stiefler,

ich wünsche Ihnen für den neuen Weg, den Sie im Ruhestand gehen möchten, Gottes Segen und viel Freude für Ihr weiteres Leben.