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Gemeindebote Wartmannsroth
Ausgabe 8/2026
Aus der Gemeinde
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Bürgerwanderung mal anders - Führung durch historische Orte im Truppenübungsplatz Hammelburg

Im Rahmen der regelmäßig in der Gemeinde Wartmannsroth stattfindenden Bürgerwanderung konnte am 11. August 2026 auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg eine Führung stattfinden. An dieser Veranstaltung bestand großes Interesse und nicht alle Anmeldungen konnten berücksichtigt werden, denn die Teilnehmerzahl war aufgrund der Buskapazität auf 50 Personen beschränkt.

Auf dem Parkplatz der Christkönigkirche, Lager Hammelburg wurden die Teilnehmer von Christoph Joa vom örtlichen Bundeswehr-Dienstleistungszentrum und Stabsfeldwebel Alexander Bonari von der Truppenübungsplatzkommandantur begrüßt. Mit dem Bus ging es anschließend über das Truppenübungsplatzgelände zur Stelle an der sich einst die Ortschaft Hundsfeld befand und zum Übungsdorf Bonnland. Dies ist kein gewöhnlicher Ort - das Dorf wurde 1938 im Rahmen der Truppenübungsplatzerweiterung und nach einer kurzen Phase der Wiederbesiedelung durch Heimatvertriebene nach dem zweiten Weltkrieg zuletzt in den 1960er Jahren komplett abgesiedelt und dient heute der Bundeswehr für die Orts- und Häuserkampfausbildung.

Nach einem Rundgang durch den Ortskern und über den Friedhof riefen uns die Glocken zur Besichtigung der Kirche St. Michael. Anschließend ging es zu Fuß zum Renaissance-Schloss Greifenstein, das auf einer kleinen Anhöhe über dem Dorf thront. Hier wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen geteilt. Während die eine Gruppe das Übungsgelände der Bundeswehr mit den verschiedenen Übungseinrichtungen für die Truppe und seiner vielfältigen Flora und Fauna von Stabsfeldwebel Bonari erläutert bekam, führte Christoph Joa in einer kleinen Zeitreise durch die spannende Geschichte des Schlosses und seiner Bewohner. Es war Philipp III. von Thüngen, der einst die Anlage nach dem Bauernkrieg ab 1558 errichten ließ. Friedrich Schillers jüngste Tochter Emilie, die ab 1828 bis zu ihrem Tode im Jahre 1872 auf Greifenstein wohnte, richtete hier ein viel beachtetes Schillermuseum ein, das prominente Besucher anlockte, u.a. König Ludwig der I. von Bayern, der ein großer Schillerbewunderer war. Die Kriminalgeschichte vom Mäusebaron trug zur Erheiterung der Gruppe bei und im ehemaligen Herrenzimmer konnten die Gemälde des impressionistischen Landschaftsmalers Ludwig von Gleichen Rußwurm besichtigt werden.

 

 

Beim Wechsel der Gruppen wurde im Schatten der Platanen auf der Schlossterrasse eine Trinkpause eingelegt. Die Führung endete um kurz nach 16 Uhr. Ein großes Dankeschön an Christoph Joa und Stabsfeldwebel Alexander Bonari für den interessanten und informativen Nachmittag. Der Applaus zeigte, dass es allen Teilnehmern gefallen hat.

Ein gemütliches Beisammensein war anschließend im Biergarten der Gaststätte RadlRast.

Die nächste Bürgerwanderung wird wieder in gewohnter Weise am 08. September 2026 in Waizenbach stattfinden. Treffpunkt ist um 13:30 Uhr am Gemeinschaftshaus.