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Weißenbrunner Mitteilungsblatt
Ausgabe 8/2026
Aktuelle Vorlauftexte
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Persönliches Statement des 1. Bürgermeisters zur konstituierenden Sitzung

Die vergangenen Tage haben mich persönlich sehr beschäftigt und ehrlich gesagt auch enttäuscht zurückgelassen.

Viele Bürgerinnen und Bürger haben während der konstituierenden Sitzung gespürt, dass mich der Verlauf und die Entscheidungen dieses Abends getroffen haben. Deshalb ist es mir wichtig, unsere Beweggründe offen und ehrlich zu erklären.

Als parteiloser Bürgermeister war und ist es mein Anspruch, Gespräche zu führen, Brücken zu bauen und gemeinsame Lösungen für unsere Gemeinde zu finden. Genau deshalb habe ich im Vorfeld viele Gespräche mit den unterschiedlichen Gruppierungen geführt. Es ging dabei darum auszuloten, ob ein gemeinsamer und respektvoller Weg für die kommenden Jahre möglich ist.

Gemeinsam mit der CSU/Zukunft für Weißenbrunn haben wir bis zuletzt versucht, eine Lösung zu finden, die sowohl den Wählerwillen widerspiegelt als auch ein Zeichen der Zusammenarbeit setzt. Wir haben mehrmals das Gespräch mit FW/SPD gesucht und haben versucht zum Wohle der Gemeinde Weißenbrunn eine gemeinsame Lösungen zu finden. Dabei waren wir bereit große Kompromisse einzugehen.

Unsere Kandidatin Carolin Zipfel-Kempf sowie unser Kandidat Markus Pohl hätten aufgrund ihrer starken Wahlergebnisse und ihrer fachlichen sowie menschlichen Kompetenz diese Ämter mehr als verdient gehabt.

Von Anfang an wurde jedoch deutlich, dass FW/SPD entgegen den Wählerwillen sowohl das Amt des zweiten und des dritten Bürgermeister für sich beanspruchen wollen. Die notwendigen Mehrheiten für dieses Vorgehen waren letztlich nur mit Unterstützung der AfD möglich gewesen. Gleichzeitig mussten wir feststellen, dass unser ehrliches Bemühen um eine gemeinsame und breit getragene Lösung von FW/SPD und GfW nicht mitgetragen wurde.

Aus Verantwortung und aus klarer Haltung heraus haben wir uns deshalb bewusst entschieden, unsere eigenen Kandidaten zurückzuziehen.

Ebenso haben wir den vorgeschlagenen Kandidaten der FW/SPD nicht unterstützt. Nicht aus mangelndem Respekt gegenüber der Person, sondern weil die politische Entwicklung und die entstandene Konstellation für uns am Ende nicht mehr mit unserem Verständnis von Verantwortung vereinbar war.

Besonders enttäuschend war für uns im weiteren Verlauf der Sitzung die anschließende Entscheidung von FW/SPD, GfW und AfD die notwendige Fraktionsstärke von drei auf zwei Mitglieder herabzusetzen. Dieser Schritt wurde von vielen Bürgerinnen und Bürgern mit Unverständnis aufgenommen und hat auch uns persönlich tief getroffen. Außerdem widerspricht dieses Vorgehen den Empfehlungen des Bayerischen Gemeindetags. Hier wird nach wie vor eine Fraktionsstärke von drei empfohlen.

Gerade nach einem intensiven Wahlkampf hätte ich mir gewünscht, dass gegenseitiger Respekt, Verantwortung und das Wohl der Gemeinde stärker im Mittelpunkt stehen als politische Abgrenzungen.

Natürlich sind demokratische Entscheidungen zu akzeptieren. Dennoch darf man auch offen ansprechen, wenn einen politische Entwicklungen persönlich bewegen und Sorgen bereiten.

Trotz allem werde ich weiterhin mit voller Kraft Bürgermeister für alle Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde sein. Mein Fokus bleibt klar: die positive Entwicklung Weißenbrunns, sachliche Zusammenarbeit und verantwortungsvolle Entscheidungen für unsere Gemeinde und ihre Ortsteile.

Denn am Ende sollte uns eines immer verbinden:

die Verantwortung für die Menschen, die hier leben.

Euer Bürgermeister

 

 

Jörg Neubauer