In den Gemeinderatssitzungen von September bis November berieten die Gremien der sechs Gemeinden über eine Beteiligung. Die Gemeinde Altenmünster sowie die Gemeinde Adelsried sprachen sich aufgrund der topographischen Lage und Eigenständigkeit ihrer Bauhöfe gegen eine Beteiligung an einem Prozess zu einem interkommunalen Bauhof aus. Die Gemeinderatsgremien der Gemeinden Bonstetten, Emersacker, Heretsried und Markt Welden beschlossen, sich an einer weiterführenden Planung für einen interkom. Bauhof zu beteiligen. Mit diesem klaren Votum wurde Frau Hummel beauftragt, Beratungsmöglichkeiten zu recherchieren. Anfang April übersandten die beteiligten Gemeinden eine gemeinsame Interessensbekundung an das ALE Schwaben. Mitte April konnte die Förderung von „Begleitungs- und Beratungsleistungen“ beim ALE Schwaben beantragt werden. Für die Maßnahme bewilligte das ALE Schwaben Ende April, auch auf Grundlage der vorliegenden Beschlussfassungen der Gemeinderatsgremien, eine 75%ige Förderung, inkl. einem Kontingent für Rechtsberatung. Auf dieser Grundlage konnte das Entwicklungsforum Ende April die benötigte Beratungsleistung in Höhe von ca. 46.000 EUR beauftragen.
Im Rahmen des Beratungsprozesses wurde eine Projektgruppe bestehend aus den Bürgermeistern, Vertreter der Verwaltung und Personalamt, Vertreter eines Bauhofs sowie ein Gemeinderat, der Projektleitung Martin Braun vom ALE Schwaben sowie Frau Hummel gegründet. In sechs Besprechungen erarbeiteten und berieten die Mitglieder der Projektgruppe unter externer fachlicher Begleitung die Inhalte für einen interkommunalen Bauhof auf Ebene der VGem. Welden. Diese betrafen z. B. die Erarbeitung eines Leistungskatalogs für einen interkommunalen Bauhof, Lösungen bzgl. der Übernahme vorhandener Fahrzeuge und Gerätschaften, die Standortklärung, die Ausarbeitung eines Personalkonzepts und die Erstellung von Finanzierungs- und Kalkulationsgrundlagen. Die Sitzungen fanden in der Zeit von Juni 2025 bis November 2025 statt. Des Weiteren unternahm die Projektgruppe zwei Exkursionen zum interkom. Bauhof der VGem. Wittislingen sowie zu den Bauhöfen in Kutzenhausen und Dinkelscherben. Auf Verwaltungsebene fanden mehrere Gespräche und Arbeitstreffen mit Vertretern der Verwaltungen in den Stauden, Syrgenstein und Wittislingen statt.
Die gesammelte Information der Gemeinderatsgremien durch die Vertreter der Projektgruppe und den Planer sollte in einer interkommunalen Sitzung der Gemeinderäte erfolgen. In der öffentlichen interkommunalen Sitzung am 17.09.2025 wurde der aktuelle Projektstand im Ansatz vorgestellt. Eine vertiefte Information in Richtung der Gemeinderatsmitglieder war für eine separate Sitzung am 23.10.2025 vorgesehen, welche jedoch mangels eines geeigneten Standortvorschlags abgesagt werden musste. Am 17.12.2025 fand eine interkom., nicht-öffentliche Sitzung der Gemeinderäte Bonstetten, Emersacker, Heretsried und Markt Welden statt. Hierbei wurden der aktuelle Arbeitsstand sowie mögliche Abrechnungs- und Finanzierungsmodelle vorgestellt. Es wurde auch ein potenzieller Standort in Welden mit einer skizzierten Planung für die notwendigen Gebäude vorgestellt. Seitens der anwesenden Gemeinderatsmitglieder bestand Einverständnis mit den jeweiligen Vorschlägen. Zugleich bestand Konsens darin, einen Entwurf einer Zweckvereinbarung unter Hinzunahme rechtlicher Beratung erstellen zu lassen und diese in einer weiteren, für den 20.01.2026 geplanten Sitzung zu erörtern. Dazu kam es jedoch nicht mehr, da der Marktgemeinderat Welden am 13.01.2026 in nicht-öffentlicher Sitzung beschloss, sich nicht mehr am gemeinsamen Projekt beteiligen zu wollen.
Erster Bürgermeister Stefan Scheider teilt mit, dass in dieser Sitzung noch einmal auf alle Punkte in diesem Thema eingegangen wurde. Der Marktrat Welden fühlte sich ausreichend informiert und forderte aus seiner Mitte heraus eine Abstimmung über das Projekt. Dabei waren zwei Drittel der anwesenden Markträte dagegen. Das Projekt gilt zunächst als gescheitert, zumindest was die Teilnahme des Marktes Welden betrifft. Scheider teilt mit, dass er von Anfang an kein gutes Gefühl zu diesem Thema im Marktrat hatte. Die Kosten und der Mangel eines erkennbaren Mehrwerts für den Markt Welden hätten vorrangig zu dieser Entscheidung geführt. Er selbst habe noch im Rahmen der Gemeinschaftsversammlung den Vorschlag gemacht, die Thematik über den Haushalt des VGem. Welden abzuwickeln. In der Gemeinschaftsversammlung wurde diese Vorgehensweise mit großer Mehrheit beschlossen.
Mit dem Ausstieg des Marktes Welden sind die erarbeiteten Kalkulationen, Berechnungen und Annahmen, sowie die Standortvorbereitungen hinfällig. Ob die drei verbliebenen Gemeinden Bonstetten, Emersacker und Heretsried das Projekt weiterverfolgen werden, ist nach aktuellem Stand offen und bedarf einer sorgfältigen Abstimmung.
Die geschäftsführende Regionalmanagerin Simone Hummel äußert Bedenken hinsichtlich des Vorgehens des Marktrates Welden und sieht darin mögliche negative Auswirkungen auf die bislang konstruktive Zusammenarbeit der beteiligten Gemeinden sowie auf die interkommunale Kooperation insgesamt. Sie betont die Bedeutung einer offenen und transparenten Kommunikation seitens des Marktes Welden, sowohl gegenüber den beteiligten Gemeinden als auch der Öffentlichkeit. Aktuell arbeitet die Geschäftsstelle an Maßnahmen, um den Prozess auf interkommunaler Ebene gemeinsam mit den Bürgermeistern und Gemeinderatsmitgliedern zu evaluieren. Dabei soll auch geprüft werden, wie für zukünftige Projekte verlässliche Kooperationsmethoden entwickelt werden können, um die Zusammenarbeit langfristig zu gestalten und den Umfang zukünftiger gemeinsamer Projekte zu bestimmen.