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Aus dem Holzwinkel Amtsblatt u Mitteilungsblatt f VG Welden u GemAdelsried
Ausgabe 11/2026
Amtliche Bekanntmachungen
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Kloster Welden – Sachstand zum Erwerb durch den Markt Welden

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mit Bekanntwerden der Umzugsabsichten der Karmelitinnen befasste sich der Marktgemeinderat nach Fürsprache mehrerer Marktgemeinderatsmitglieder intensiv mit den Entwicklungsmöglichkeiten des Klostergebäudes samt Klostergelände.

Der Marktgemeinderat beschloss, einen Erwerb der gesamten Anlage durch den Markt Welden zu forcieren. Hierzu wurde ein Arbeitskreis gebildet, der für einen steten Wissenstransport sorgte, den Marktgemeinderat stets informiert hielt und dessen Entscheidungen vorbereitete.

Anlass für die Entscheidung zum Erwerb des Klosters war zum einen, an diesem städtebaulich wohl prägnantesten Ort unserer Marktgemeinde eine Fehlentwicklung zu verhindern, die Nutzungsvorstellungen potentieller Erwerber unter Umständen mit sich gebracht hätten.

Zum anderen ergab die kurzfristig arrangierte Überprüfung durch das in diesem Bereich renommierte Architekturbüro 3+Architekten, Augsburg, dass die vom Marktgemeinerat bevorzugte Nutzung in Form einer Kindertagesstätte grundsätzlich realisierbar sei.

Ein überschlägiger Kostenvergleich des Architekturbüros ergab, dass die Umnutzung des Klosters zu einem Kindergarten und die Erweiterung des baulichen Bestandes der bestehenden Kindertagesstätte in der Auffenbergstraße vergleichbare Kosten verursacht hätten. Im Hinblick auf Fragen zur baulichen Beschaffenheit des Klosters unterstützte uns im Vorfeld FroschWollmann Architektur, Pappenheim.

Die Vorteile der „Variante Kloster“ wurden u. a. in einem ausreichenden Raumangebot im Gebäude, einem schier unerschöpflichen Freiflächenbereich innerhalb der Klostermauern, Außenspielmöglichkeiten in einer parkähnlichen, weitläufigen und vollständig eingefriedeten Anlage und ausreichend Parkmöglichkeiten für den Hol- und Bringverkehr gesehen.

Die Ernsthaftigkeit seiner Absichten brachte der Marktgemeinderat im ersten Schritt dadurch zum Ausdruck, dass in Absprache mit den Weldener Schwestern eine Vorkaufsrechtsatzung erlassen wurde. Damit folgte das Gremium der Empfehlung von Marktgemeinerat Kiening, der die Satzung ausarbeitete und vom Marktgemeinderat im Rahmen seiner ehrenamtlichen Marktratstätigkeit beauftragt wurde, sämtliche mit dem Erwerb des Klosters in Zusammenhang stehenden Vorgänge zu übernehmen.

Der Markt Welden bemühte sich sehr um einen freihändigen Erwerb des Klosters im Rahmen eines Ankaufs der gesamten Anlage. Dies erschien, nachdem sich die Weldener Schwestern von der Möglichkeit einer Nutzung als Kindertagesstätte begeistert zeigten, realistisch.

Um keine Zeit zu verlieren, wurden umfangreiche Vorabstimmungen mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der unteren Denkmalschutzbehörde, dem Kreisjugendamt, der Regierung von Schwaben, dem Kita-Zentrum St. Simpert, den Fuggerschen Stiftungen uvm. geführt.

Alle Beteiligten begrüßten die Einsatzbereitschaft und die Vorstellungen des Marktgemeinderates und waren zu jeder Zeit bereit, sich sowohl vor Ort einen Eindruck zu verschaffen als auch beratend zur Seite zu stehen.

Den vorgenannten Stellen, vor allem aber Sr. Stephanie, die zahlreiche Führungen durch die gesamte Anlage (auch den Klausurbereich) ermöglicht und geleitet hat, sei an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich gedankt.

Es zeigte sich jedoch auch nach und nach, dass die Weldener Schwestern das Heft des Handelns zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Hand hielten. So war es erforderlich, die Verhandlungen mit der Priorin des Karmel Himmelspforten, Würzburg, und einem entsprechend beauftragen Makler zu führen.

Nachdem die Verkäuferseite ein Verkehrswertgutachten zur Vorlage gebracht hatte, welches vom Arbeitskreis Kloster intensiv mit dem Makler diskutiert und darüber dem Marktgemeinderat Bericht erstattet wurde, entschied dieser mit breiter Mehrheit die Abgabe eines ersten Kaufangebots.

Das am 13.10.2025 abgegebene Kaufangebot wurde jedoch zurückgewiesen. Wiederholte Versuche, den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen waren leider nicht erfolgreich.

Mitte Januar 2026 wurde erkennbar, dass unzählige geführte Gespräche und geleistete Stunden nicht den angestrebten Erfolg bringen werden. Mitte Februar 2026 teilte die Würzburger Priorin mit, dass ein Verkauf an den Markt Welden keine Option sei, da eine klösterliche Nachfolgenutzung angestrebt werde, welche in greifbare Nähe rücke.

Spätestens seit der Verabschiedung der Weldener Schwestern am 01.03.2026 ist klar, dass ein Erwerb des Klosters durch den Markt Welden unter den gegebenen Umständen nicht realisierbar ist.

Es bleibt zu hoffen, dass die neuen Schwestern, die bald die Nutzung aufnehmen werden, den auf sie zukommenden Herausforderungen gewachsen sein werden und ihnen eine ähnliche Zuneigung der Bevölkerung zuteilwird, wie sie den Weldener Schwestern, unseren neuen Ehrenbürgerinnen, zuteilwurde.

Der Marktgemeinderat wird sich aufgrund der jüngsten Entwicklung alsbald mit der Neuausrichtung der Kindertagesstätte St. Thekla weiter beschäftigen.

Für den Marktgemeinderat Welden und den Arbeitskreis Kloster

im März 2026
Stefan Scheider
Stephan Kiening
Erster Bürgermeister
Marktrat