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Aus dem Holzwinkel. Amtsblatt u. Mitteilungsblatt f. VG Welden u. Gem.Adelsried
Ausgabe 16/2019
Amtliche Bekanntmachungen
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Der Holzwinkel ist ein weißer Fleck in der Landschaft

Großes Interesse an der Infoveranstaltung „Chance Naturfreibad“.

Sowohl die Gemeinde Altenmünster als auch die Gemeinden der Region Holzwinkel beschäftigen sich mit dem Thema „Naturfreibad“. Vorbehaltlich der Beschlüsse der Gemeinderäte wurden zwei Bäder, ein „Naturfreibad Altenmünster“ für Altenmünster sowie ein „Naturfreibad im Holzwinkel“ für Adelsried, Bonstetten, Welden mit Emersacker und Heretsried in einer Voruntersuchung untersucht. Beide Bäder sind unabhängig voneinander und stehen nicht miteinander in Konkurrenz!

Bei der Informationsveranstaltung „Chance Naturfreibad“ in der Mehrzweckhalle Adelsried am 4. April 2019 wurden der Öffentlichkeit Entwürfe und Möglichkeiten angekündigt.

Aber mit dem großen Andrang von knapp 400 Interessierten hatten die Veranstalter, das Entwicklungsforum Holzwinkel und Altenmünster e.V. als interkommunale Interessensvertretung der sechs Gemeinden, nicht gerechnet. Nach einem Grußwort von Anton Gleich, der den Vorsitz des federführenden Arbeitskreises „Entwicklungsfeld IV: Freiraum für Naherholung und Kultur“ innehat, ging Planer Hardy Gutmann vor einem vollen Saal auf die Besonderheit von Naturfreibädern ein: Das Wasser wird nicht chemisch mit Hilfe von Chlor aufbereitet, sondern durch Pflanzen und Mikroorganismen. Neben dem Schwimmbereich gibt es dafür einen eigenen Regenerationsbereich, in dem das Wasser durch Schilf, Seerosen und andere Pflanzen natürlich gereinigt wird, bevor es wieder in den Schwimmbereich gepumpt wird. Auf diese Weise entsteht ein singulärer Wasserkörper, der keinen Austausch mit dem Grundwasser hat. Um das Bad erstmalig mit Wasser zu füllen, ist Wasser aus der Laugna nicht geeignet, da dieses keine Badewasserqualität hat. Herr Gutmann verwies auf Richtlinien zur Wasserqualität, die nur durch die Nutzung von Trinkwasser erreicht werden könnten. Für die Besucher eines Naturfreibades ist aber vor allem die gute Verträglichkeit des Wassers relevant – keine juckenden Augen, kein Brennen auf der Haut.

Ein solches Bad könnte es für die Gemeinde Altenmünster im Ortsteil Altenmünster sowie im Holzwinkel am Standort zwischen Adelsried und Kruichen geben. Für ein interkommunales Gemeinschaftsprojekt der Holzwinkel-Gemeinden ist dieser Standort aus vielen Gründen optimal. Zum einen bietet er die besten topographischen Bedingungen und mit der Anbindung an Wasser und Abwasser gute infrastrukturelle Voraussetzungen. Aber auch die Lage am Weldenbahn-Radweg stellt einen immensen Vorteil dar, um die Auslastung des Bades zu sichern.

Wie jeweils ein Bad in Altenmünster, aber auch im Holzwinkel aussehen könnte, stellte Planer Hardy Gutmann an mehreren Entwürfen dar. Dabei machte er deutlich, dass diese Entwürfe nur Skizzen sein könnten und erst bei weiteren Planungsschritten konkrete Formen annehmen. Auch die finale Größe und die Nennlast, d.h. die maximale Besucheranzahl an Spitzentagen, die der Planer für das Holzwinkel-Bad auf 1.000 – 2.000 Besucher schätzte, kann erst in weiterer Planung berechnet werden.

Deutlich wurde aber, dass der Raum Altenmünster wie auch Holzwinkel einen weißen Fleck in der Badelandschaft darstellt. Zwar gibt es eine Kleinschwimmhalle in Welden, wer aber im Sommer Abkühlung sucht, sucht sie im Holzwinkel vergebens.

Bevor nun weiter geplant werden könnte, müssen die Gemeinderäte zustimmen. Dabei betonte der Vorsitzende des interkommunalen Arbeitskreises Anton Gleich, dass die Investition in ein Bad nur realisierbar erscheint, wenn die BürgerInnen mithelfen. Denn für die Kommunen könnten vor allem die jährlichen Unterhaltskosten, die Planer Gutmann auf jährlich 90.000 € schätzte, teuer zu Buche schlagen. „Wenn sich engagierte BürgerInnen in einem Betreiber-Verein engagieren und beim Herrichten, Pflegen, Einlass oder Verkaufen ehrenamtlich helfen, können diese Kosten gesenkt werden“, so Planer Hardy Gutmann. Was dabei genau von Ehrenamtlichen und von professionellen Angestellten erledigt werden könne, muss ebenfalls erst weiter geplant werden.

Wie ein Betreiber-Verein über Jahre erfolgreich funktioniert, stellte Wolfgang Nickerl, Vorsitzender des Naturerlebnisbades Egling e.V. vor. Das Bad im Landkreis Landsberg am Lech besteht seit 20 Jahren, und wird erfolgreich von einem Verein mit 1.350 Mitgliedern (bei 2.400 Einwohnern) betrieben. Richtig aktiv sind jedoch ca. 40-50 Personen, gab Nickerl zu. Und betonte: Veranstaltungen im Naturbad wie Biergarten, Nachtschwimmen und gemeinsamen Reinigungsaktionen schweißen die Gemeinde Egling an der Paar zusammen. Auch der integrative Effekt im Freibad sei nicht zu unterschätzen. Er machte deutlich, dass der Betrieb des Naturerlebnisbades Egling an der Paar über Jahre nur im Verein möglich war.

Unter der Moderation von Anton Gleich stellten sich die Referenten den Fragen der ZuhörerInnen. Dabei wurde sowohl der Standort im Holzwinkel wie auch die Zuwegung, bürgerschaftliches Engagement und Beteiligung der Gemeinden kritisch hinterfragt. Planer Hardy Gutmann betonte, dass die bisherige Voruntersuchung noch lange keine Planungstiefe hat – erst bei weiterer Planung würden Details wie tatsächliche Größe, Zuwegung usw. geklärt. Zum Thema Engagement rief der Vorsitzende des Arbeitskreises Anton Gleich die TeilnehmerInnen auf, aktiv zu werden: Nur mit Engagement aus der Bevölkerung wäre ein derartiges interkommunales Großprojekt zu stemmen.

Dass ein großes Interesse in der Bürgerschaft vorhanden ist, zeigte der sehr hohe Besucherandrang. Das Entwicklungsforum wertet nun die Karten der Stimmungsbilder aus um zu erfahren, wie hoch eine Bereitschaft der Beteiligung aus der Bevölkerung wäre, bevor das Thema in den Gemeinderäten diskutiert wird.

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter http://www.freiraum-zum-leben.de/naturfreibad.html.