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Aus dem Holzwinkel Amtsblatt u Mitteilungsblatt f VG Welden u GemAdelsried
Ausgabe 9/2026
Amtliche Bekanntmachungen
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Gemeinde Adelsried

Dank „Schatzsucher“ Andreas Copp und dem Regionalbudget können die Bürger nun im Rathaus einen Blick in die Vergangenheit werfen. Bürgermeister Bernhard und 2. Bürgermeister Lenzgeiger waren bei der Eröffnung bereits von der Fundvielfalt begeistert.

Die Wartezeiten im Rathaus sind zwar ohnehin kurz, doch jetzt werden sie zum Erlebnis. Dank der Förderung durch das Regionalbudget findet sich dort nämlich nun eine kleine Dauerausstellung. Sie gibt einen ganz besonderen Einblick in die heimischen Fluren. Die Ausstellung mit den Funden von Andreas Copp wurde nun von Bürgermeister Sebastian Bernhard und 2. Bürgermeister Ludwig Lenzgeiger eröffnet.

Andreas Copp ist viel an der frischen Luft, allerdings sind seine Spaziergänge von außergewöhnlicher Natur. Copp nämlich ist leidenschaftlicher Sondengänger und ist mithin weniger auf den regulären Wegen unterwegs, sondern querfeldein; freilich nur mit Einwilligung der Grundstückseigner. Sein Suchgerät verrät ihm dabei, wo sich metallische Gegenstände im Boden verbergen. Und der „Schatzsucher“ Copp ist bei seiner besonderen Freizeitbeschäftigung sehr erfolgreich.

Davon zeugt nun eine Ausstellung im Eingangsbereich des Adelsrieder Rathauses. Sie nämlich präsentiert eine Auswahl von Copps Funden, die sich sehen lassen kann: Vom römischen Denar und einer Gewandfibel, die also rund 2000 Jahre zu verbuchen haben, über verschiedene mittelalterliche Heller und Kreuzer, bis hin zur Pilgermedaille oder zum modernen Markstück aus der jüngsten Vergangenheit. Der „Adelsrieder Indiana Jones“ hat sich mittlerweile eine eindrucksvolle Sammlung ersucht, bei deren Zusammenstellung er in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden steht und die nun der Öffentlichkeit zugänglich ist. Jeder Gegenstand, so Copp, erzähle eine spannende Geschichte, die ihm immer wieder zu denken gebe. Wie – beispielsweise – kämen eine ägyptische Lochmünze zum Peterhof, oder ein Schweizer Batzen aus dem Jahr 1826 an den Axtesberg?

„Häufig ist der Weg des Geldes oder der Gegenstände natürlich nicht zu klären, aber im Gesamten zeichnen die Funde ein lebendiges Bild der Geschichte unserer Heimat“, so der Freizeitarchäologe, „ob von der römischen Besiedlung, den Hochzeiten des Handels in Augsburg durch die Fugger, oder natürlich von den Kriegen.“ Ganz ungefährlich ist diese Leidenschaft denn auch nicht, denn im Boden findet sich immer wieder Munition. Geschosse für kleine Kaliber klängen wie Münzen, störten dabei bei der Suche, und auch auf Flakgeschosshülsen sei er bereits gestoßen.

Was in der Kürze abenteuerlich klingt, betont Copp jedoch, sei vor allem ein Langzeitprojekt, denn „der Ehrencodex der Sondengeher besagt ganz klar, dass man sämtlichen Müll, den man findet, auch zu entsorgen hat.“ So kommen pro Ausflug jeweils zwischen einem und fünf Kilogramm zusammen, weshalb er bislang wohl rund 100 Kilogramm Schrott von den Äckern der Umgebung entsorgt habe. „Am häufigsten seien zudem Bierdeckelfunde“, wie Copp mit einem Schmunzeln erklärt, was aber aus kulturhistorischer Sicht natürlich auch nicht uninteressant sei. Auch für manchen Freund und Bekannten sei er aber als Sondengänger auch eine gern gesehene Hilfe; so habe er bereits überwachsene Wäschespinnen, Schlüssel oder sogar verschollene Verlobungsringe wieder ans Tageslicht fördern können.

„Mit der Kleinausstellung ‚Flüsternde Spuren‘ erweitern wir unser heimatgeschichtliches Angebot weiter und machen so unsere Kultur konkret erfahrbar, wir bringen gewissermaßen unsere Fluren leise zum Sprechen“, so Ludwig Lenzgeiger, der die Antragsstellung für die Förderung und Konzeption verantwortete. Als Andreas Copp also mit der Idee auf ihn und Bürgermeister Bernhard zugekommen sei, habe man keine Sekunde überlegen müssen. Bernhard pflichtet bei und freut sich, nun direkt im Rathaus mit etwas Heimatgeschichte aufwarten zu können: „Diesen Bürgerimpuls haben wir gerne aufgenommen und danken vor allem Andreas für die Zurverfügungstellung seiner Schätze.“

Die Ausstellung mit kurzen Erläuterungen zu den Funden, deren Einrichtung durch das Regionalbudget der interkommunalen ländlichen Entwicklung gefördert wurde, kann ab dem 2. März zu den regulären Öffnungszeiten des Ratshauses besucht werden.

In naher Zukunft ist zudem ein Vortrag geplant.