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Rund um den Grüntensee
Ausgabe 17/2021
Markt Wertach
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Lebenszeichen

Das Altarbild der Wertacher Kirche hat mich immer schon angesprochen:

Der 12-jährige Jesus auf dem Weg nach Jerusalem zum Tempel - Hand in Hand mit seinen Eltern.

Seit ich jedoch das Gedicht von Charles Péguy kenne, fasziniert mich dieses Altarbild noch mehr.

Der Dichter Charles Péguy schreibt nämlich in seinem Gedicht davon, dass die drei christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe wie drei Schwestern sind.

Zwei von ihnen sind groß, und eine ist ein kleines Mädchen.

Gemeinsam sind sie händchenhaltend unterwegs - das Kind, die "Hoffnung" wird von den beiden Großen geführt.

Es scheint, dass die Großen es sind, die das Kind mitziehen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Es ist das Kind in der Mitte, die Hoffnung, die ihre beiden Geschwister mitzieht. Die Hoffnung ist es, die dem Glauben und der Nächstenliebe Kraft gibt. Ohne Hoffnung würde alles aufhören.

Jesus - Hoffnung nicht nur für Maria und Joseph, sondern für uns alle.

Danke dem Münchner Maler Hermann Lang, der dieses Hoffnungs-Bild für uns Wertacher in schwerer Zeit - nach dem furchtbaren Brand am 16. April 1893 - gemalt hat.