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Rund um den Grüntensee
Ausgabe 17/2026
Markt Wertach
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Kirche St. Ulrich Wertach - Nachrichten

Regine Rehm erzählte interessant und kurzweilig von ihrem Leben in Chile

Die Gäste zeigten sich beeindruckt von den Bildern und Geschichten die vom Leben in Südamerika erzählten

Der Pfarrsaal war gut besucht beim letzten 60-plus Nachmittag im Wertacher Pfarrheim. Knapp 50 Gäste hatten sich eingefunden, um einen Vortrag von Regine Rehm zu hören, in dem sie über ihre Zeit in Chile berichtete. Zum Einstieg gab es von Frau Rehm eine kleine Landeskunde über das südamerikanische Land, in das sie nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester und ihrer Mitarbeit in einer Solidaritätsgruppe „Chile“ gegangen war. Nach ihrer Zeit in der Hauptstadt Santiago de Chile und einem Jahr bei den Mapuche, einem indigenen Volk, entschied sie sich, der Liebe wegen in Chile zu bleiben.

 

Es war beeindruckend zu hören, wie sie sich mit den einfachen Lebensverhältnissen arrangierte: Ein Alltag ohne Strom und fließendem Wasser, kalt zu duschen oder das Waschen der Wäsche im Freien. In der Gemeinschaft und in ihrer chilenischen Familie lernte sie viel über Flora und Fauna, aber auch über das Schlachten, Kochen und Backen in der Glut statt im Ofen. Durch ihren Mann, der als Heiler in der Gemeinschaft tätig war, lernte sie die Mapuche Medizin kennen, erlebte Heilzeremonien, die von Trommeln begleitet wurden, einen Pfahl, der den Heilern als Kraftort dient und erfuhr im Laufe der Jahre, wie viel Würde und Wertschätzung der Natur entgegengebracht wird. Interessant war es auch aus erster Hand zu erfahren, dass in Chiles Landwirtschaft Hafer, Weizen, Kartoffeln und Linsen in reiner Handarbeit angebaut werden - lediglich unterstützt durch Ochsenkarren. Da zu den Aufgaben der Frauen die Versorgung der kleineren Tiere gehörte, kümmerte sie sich um Schweine, Hunde, Ziegen und Schafe - letztere hatten es ihr besonders angetan. Sogar die Imkerei eignete sie sich ganz ohne Hilfe von Internet oder Youtube Videos selbst an. Schulbildung ist auch in Chile ein wichtiges Thema. Die Kinder der Gemeinschaft, darunter auch die Söhne von Regine Rehm, besuchten eine sogenannte Zwergenschule. Das heißt in einer Klasse werden Schüler der 1.- 6. Jahrgangstufe unterrichtet. Schulbesuch hieß für die Kinder auch, einen täglichen Fußmarsch von 3 Kilometern zurückzulegen.

 

Die Zuhörer zeigten sich begeistert von den vielen persönlichen Geschichten und privaten Fotos von Regine Rehms besonderem Lebensabschnitt, der sie nach 27 Jahren in Südamerika wieder zurück ins Allgäu geführt hat. Sie bedankten sich dafür mit viel Beifall für den kurzweiligen und interessanten Vortrag.

Text und Fotos: A.Götzfried

Termine für die nächsten 60-plus Termine: nach der Seniorenwallfahrt im Mai ist für Donnerstag den 11. Juni der alljährliche Ausflug geplant - Infos hierzu folgen demnächst