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Rund um den Grüntensee
Ausgabe 2/2021
Markt Wertach
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4. Wertacher KunstRÄUME

Duft: Holzständer mit einer Höhe von 1, 20 Meter, Reagenzglas - Laborglas starkwandig, Länge: 180 mm (unten abgerundet), Durchmesser: 20 mm - mit Korken

Installation „Muttererde“, Beate Nagel, 24 x 32 cm, Steinbild,

Gedächtnis: Düfte wirken sehr prägend; sie bleiben mit einem Ereignis, mit dem uns Bewegenden im Gedächtnis über ein Leben gespeichert.

Die Installation „Muttererde“ von Beate Nagel aus Unterschwarzenberg soll uns zeigen, dass wir nicht nur optisch Erinnerungen aufnehmen, sondern auch Gerüche gespeichert werden. Damit möchte der Kunstkreises Wertach auch diesen Aspekt in der Ausstellung „Gedächtnis und Erinnerung“ berücksichtigen.

Im Sommer 2018 war ich zu einer Beerdigung einer Verwandten, mütterlicherseits, auf dem Weg zu einem kleinen Hunsrücker Dorf. Es war einer der heißesten Tage dieses Sommers. Auf dem Weg zur Beerdigung hatte ich noch etwas Zeit und machte im nah gelegenen Wald eine Pause. Als ich dort im Wald spazieren ging, war mir auf einmal als wäre jeder Baum, jeder Strauch, die Erde meine Mutter. Meine Mutter starb vor 30 Jahren, als ich in meinen Zwanzigern war; sie stammte aus dieser Gegend. Das war sehr bewegend... und wurde mir zum Impuls für meine Arbeit zur Ausstellung „Gedächtnis und Erinnerung“ (Kunstkreis Wertach).

Mutterboden, Muttererde - in unserer Muttersprache erinnern wir uns am besten an unsere gute Mutter Erde, wenn wir sie uns ganz nah der eigenen Mutter erspüren. Ich habe daher das Bild meiner warmherzigen guten Mutter mit Kohle gezeichnet, grafisch bearbeitet und auf einem Hintergrund auf einen Ytong Stein - Abfall vom Baumarkt - aufgebracht. Das Gebrochene des Bildes weist auf unseren unverantwortlichen Umgang mit MUTTERERDE hin.

Die Ausstellung „Gedächtnis und Erinnerung“ ist auf der Wertacher Homepage mit allen Werken und Textbeiträgen der KünstlerInnen eingestellt.