Abgestorbene Fichten nach Borkenkäferbefall: Wenn die Fichtenkronen rot werden, sind die Käfer schon wieder ausgeflogen.
Das rot-braune Bohrmehl ist ein klarer Hinweis darauf, dass ein Baum befallen ist.
Der nur wenige Millimeter große Buchdrucker kann ganze Fichtenwälder vernichten.
Thomas Schneid, Förster am AELF Kempten, kontrolliert frisch eingeschlagenes Fichtenholz auf möglichen Borkenkäferbefall. Anhand der Fraßspuren unter der Rinde lässt sich erkennen, ob die Käfer bereits aktiv sind.
Immenstadt – Die kühl-nasse Witterung rund um die Eisheiligen sorgte dafür, dass sich die Borkenkäfer an den Fichten nur langsam entwickeln konnten. Die heißen und trockenen Tage Ende Mai haben aber zu einem enormen Wachstumsschub der Käfer geführt.
„Aktuell ist noch kaum frischer Befall an den im Wald stehenden Fichten festzustellen. Die noch nicht abtransportierten Holzpolter und liegendes Sturmholz sind aber oft schon von den Käfern besiedelt. Diese werden in den nächsten Tagen und Wochen ausfliegen und können dann auch bisher gesunde Bäume befallen“, erklärt Thomas Schneid Leiter des Forstreviers Oy-Mittelberg am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kempten.
Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sollten ihre Bestände deshalb jetzt regelmäßig kontrollieren. „Wenn ein Befall früh entdeckt wird, lässt sich größerer Schaden häufig noch verhindern“, sagt Schneid. Hinweise auf einen Befall sind kleine Bohrlöcher in der Rinde, das rot-braune Bohrmehl an den Rindenschuppen und am Stammfuß sowie ein vermehrter Harzfluss. Nach Regen ist das Bohrmehl allerdings oft nur schwer zu erkennen.
Besonders gefährdet sind frische Hiebsflächen und Bereiche, in denen der Borkenkäfer in den vergangenen Jahren bereits Schäden verursacht hat. Wenn Waldbesitzer einen Befall feststellen, müssen sie umgehend handeln.
„Je nach Stadium des Befalls und der Temperatur verbleiben nur wenige Tage bis maximal drei Wochen, um das Holz aufzuarbeiten. Damit die Nachbarbäume geschützt werden, müssen die befallenen Fichten aus dem Wald entfernt und das Ast- und Kronenmaterial gehäckselt werden“, sagt Luitpold Titzler, Abteilungsleiter am AELF Kempten. Vor dem Verbrennen des befallenen Materials rät er bei hoher Waldbrandgefahr ab. In schwer zugänglichen Lagen in den Bergen kann man die Käferbäume auch nur fällen, entrinden und das Holz im Wald belassen.
Die Försterinnen und Förster des AELF beraten Waldbesitzer zum sachgerechten Umgang mit den Borkenkäfern und zu möglichen finanziellen Förderungen. Die Forstbetriebsgemeinschaften und Waldbesitzervereinigungen sowie sonstige forstliche Dienstleister bieten Unterstützung bei der Aufarbeitung und Vermarktung der befallenen Bäume an.
Weitere Informationen zum Borkenkäfer gibt es im Internet unter www.borkenkaefer.org. Eine interaktive Karte zum Borkenkäfermonitoring in Bayern mit der aktuellen Gefährdungslage ist online abrufbar unter: Borkenkäfermonitoring Bayern.