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Rund um den Grüntensee
Ausgabe 25/2021
Markt Wertach
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Information Forstamt Wertach - Fichtenborkenkäfer

Fichtenborkenkäfer, Schwärmzeit hat begonnen!!!

Mit einer witterungsbedingten Verspätung haben die Schwärmaktivitäten des Buchdruckers begonnen. Die Borkenkäfer konnten die sommerlichen Temperaturen der letzten Tage für einen verstärkten Schwärmflug nutzen. Auch in den höheren Lagen über 800 m ü. NN beginnen die Käfer jetzt zu schwärmen. Am Borkenkäfermonitoring-Standort im Großen Wald bei Wertach werden seit Anfang Juni hohe Käferzahlen verzeichnet.

Stehendbefall liegt bereits vereinzelt vor. Derzeit wird jedoch besonders liegendes, frisches Holz und unaufgearbeitetes Windwurfholz von den ausfliegenden Käfern befallen. Die wechselhafte kühle Witterung hat die Borkenkäfer nur bedingt eingeschränkt, da die Brutanlage unter der Rinde relativ unabhängig vom Wetter ablaufen kann.

Was ist jetzt zu tun?

Jetzt mit der Bohrmehlsuche beginnen!!

Das rötlich-braune Bohrmehl rieselt bei der Anlage der Brutgänge aus den Einbohrlöchern am Stamm heraus. Es sammelt sich dabei vor allem am Stammfuß, auf Blättern umliegender Sträucher und Verjüngung und hinter Rindenschuppen des befallenen Baumes. Es sieht aus wie „Schnupftabak“ und ist oft auch noch nach Regenfällen am Stamm zu finden. Oft sammelt es sich hinter den Rindenschuppen, während der Rest des Bohrmehls schon abgewaschen wurde. Deswegen sollten bei der Suche einige Rindenschuppen abgebrochen werden, um mögliches Bohrmehl dahinter zu finden.

Jetzt sollten besonders die Ränder letztjähriger Käfer- und Windwurflöcher, sonnige Südränder, Ost- und Westränder der Bestände nach Neubefall abgesucht werden. Windwürfe und frisches, liegendes Holz muss ebenfalls kontrolliert werden. Die Windwürfe sollten zeitnah aufgearbeitet werden. Die Bohrmehlsuche wird am besten bei trockener Witterung und Windstille durchgeführt, da dann das Bohrmehl leichter gefunden werden kann und in ausreichender Menge vorhanden ist.

Eingeschlagenes Frischholz und befallenes Käferholz sollte mindestens 500 m vom Wald entfernt gelagert werden, um einen erneuten Befall durch die ausfliegenden Käfer zu vermeiden. Pflanzenschutzmittel sollten nur im äußersten Notfall zur Behandlung von eingeschlagenem Holz verwendet werden.

Für die waldschutzwirksame Beseitigung von Schadholz kann eine staatliche Förderung gewährt werden. Für Fragen zum Thema steht der zuständige Revierleiter Herr Thomas Schneid zur Verfügung:

Forstrevier Wertach

Industriestraße 2

87497 Wertach

Tel: 08365 543

Email: Thomas.Schneid@aelf-ke.bayern.de