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Rund um den Grüntensee
Ausgabe 32/2018
Markt Wertach
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Peace, Papst, Party

Fotos: Peter Mühlegg

Unsere Ministranten in Rom

Eine ebenso heiße wie erlebnisreiche Woche haben unsere Wertacher Ministranten in Rom verbracht. Zusammen mit den Ministrantengruppen aus den Pfarreiengemeinschaften Grünten und Hörnerdörfer machten wir uns am Sonntag, 29.07., im Doppeldeckerbus auf den Weg nach Rom zur internationalen Ministrantenwallfahrt.

Gleich nach der Ankunft in Rom am Montagmorgen stieß unsere Gruppe, geführt von Pfarrer Florian Rapp aus Blaichach, zum Zentrum der katholischen Kirche vor, dem Petersplatz.

Die Warteschlange war um diese frühe Zeit noch kurz, und so dauerte es gar nicht lange, bis wir den fantastischen Ausblick von der Kuppel des Petersdoms auf die ewige Stadt genießen konnten. Auf einem langen Fußmarsch warf man dann einen Blick auf verschiedene Sehenswürdigkeiten wie den Circus Maximus und das Kolosseum, ständig umgeben von anderen Ministrantengruppen, die ebenso gut gelaunt und schwitzend durch die glühend heiße Stadt zogen. Ziel war die Lateranbasilika, wo nachmittags für die Minis der Diözese Augsburg ein Gottesdienst stattfand. Eine Riesenkirche, rappelvoll mit jungen Leuten, peppige Musik und eine begeisternde Gestaltung des Gottesdienstes durch den Diözesanjugendseelsorger Dr. Florian Markter machten diesen Gottesdienst zu einem Highlight, auch wenn so mancher recht erschöpft war.

Am Dienstag stand dann der ganz große Event auf dem Programm: die Papstaudienz für alle 65.000 Teilnehmer auf dem Petersplatz. Vormittags durften die Minis noch etwas „chillen“, denn der Nachmittag auf dem weitgehend schattenlosen Petersplatz sollte sehr heiß werden. Beim Anstehen wurden Kontakte zu vielen anderen Gruppen geknüpft, ein Fischinger Ministrant mit kroatischen Wurzeln wurde von Landsleuten überschwänglich gefeiert und ein munteres Tauschen von Hüten, T-Shirts und Halstüchern kam in Schwung. Dieser freundliche und lustige Austausch ging dann die ganze Woche weiter, gemäß dem Motto der Wallfahrt „Suche Frieden und jage ihm nach!“. Dank der Routine der Gruppenleiterinnen fanden wir hervorragende Plätze ganz nah am Geschehen, und ein abwechslungsreiches Vorprogramm verkürzte die Wartezeit bis zum umjubelten Eintreffen des Papstes Franziskus.

Vor der Andacht stellte sich der Papst Fragen von Ministrantenvertretern aus verschiedenen Ländern. Bedauerlich war hier, dass die Antworten des Heiligen Vaters nur ins Englische übersetzt wurden, obwohl die Mehrheit der Ministranten aus Deutschland kam. Der allgemeinen Hochstimmung konnte dies aber nichts anhaben und so endete der Nachmittag mit einträchtigem Gesang: „Jesus Christ, you are my life!“

Der Mittwoch brachte die Teilnehmer zu weiteren zentralen Orten der Kirchengeschichte: Die Basiliken St. Paul vor den Mauern und Santa Maria Maggiore beeindruckten die Minis, Kühle suchte man allerdings hier vergeblich, deshalb wurde es Zeit für eine Erfrischung an einer Gelateria. Nachmittags begab man sich mit einer Besichtigung der Domitilla-Katakomben und einem Gottesdienst an diesem Ort der Märtyrer auf die Spuren der ganz frühen Christen. Am Abend ging es dann in die Zentren des Romtourismus: An der spanischen Treppe gaben einige Gruppen ihre Tanz- und Gesangskünste zum Besten, aber unsere Busgemeinschaft zeigte der Masse mit ihrem „Funky Chicken“, wie man richtig Party macht.

An der Piazza Navona mit ihrem faszinierenden Treiben tauchte man dann zum Abschluss dieses Tages noch ins pralle römische Leben ein.

Der Donnerstag war zunächst der Erholung gewidmet: Aus der Hitze der Stadt flüchtete man an den Albaner See , wo es sich wunderbar Baden und Bootfahren ließ. Den Abend verbrachte die Gruppe im römischen Stadtteil Trastevere, der mit seinem etwas abgeblätterten Charme die Gäste bezaubert. Die Teilnahme an einer Andacht der San-Egidio-Gemeinde mit wunderschönen Psalmengesängen setzte an diesem Abend noch einen spirituellen Impuls.

Am Freitag stand der Abschied von Rom an. Gleich nach dem Frühstück starteten wir in Richtung Assisi, wo wir den Tag verbrachten. Das mittelalterliche Ambiente und die Kirchen mit ihren Fresken, die fast bis an die Lebenszeit des heiligen Franziskus reichen, setzten einen anderen Akzent als der römische Prunk. Die Begeisterung für den bescheidenen Glauben, den Franziskus hier vorgelebt hat, ist trotz des Touristenrummels noch zu spüren. Von der Botschaft dieses Heiligen, der Frieden und Naturverbundenheit gepredigt hat, geht eine große Anziehungskraft aus. Der Abschlussgottesdienst unserer Pilgerreise fand dann in der Friedenskapelle unter dem Franziskusdom statt. Erstaunlich, dass wir während der ganzen Woche in dieser riesigen Menge junger Leute keine feindselige Szene erlebt haben. Wir haben wirklich ein Stück Frieden erleben dürfen.

Dankbar für die vielen schönen Erlebnisse und die unversehrte Heimkehr kamen wir am Samstagvormittag wieder daheim an. Ein herzliches Vergelt’s Gott sei an dieser Stelle Sylvia Sigl für die Organisation der Fahrt gesagt, Pater Anoop und den mitreisenden Ministranteneltern für die Begleitung und natürlich den vielen Spendern, die unsere Minis bei der Finanzierung der Reise unterstützt haben.

Wenn Sie ein paar Eindrücke von der Wallfahrt anschauen möchten: Auf der Internetseite ministrantenwallfahrt.de finden Sie zahlreiche Bilder, Videos und Berichte.