Aufgrund der schon lange anhaltenden Mitgliedersituation haben die Schützen beschlossen, ihre Vereinstätigkeit einzustellen. Die noch aktiven Schützen haben sich den umliegenden Vereinen angeschlossen.
Nach 132 Jahren Bestehen des Vereins war dies keine einfache Entscheidung.
Doch die Zeiten sind, wie sie sind. Viele rechtliche Vorgaben waren zu beachten, um die Beendigung eines eingetragenen Vereins vorzunehmen.
Diese sind nun abgeschlossen.
Die Vorstandschaft hat ihre Mitglieder mit Angehörigen nochmals eingeladen, um in gemütlicher Runde die letzten Entscheidungen zu treffen und einen Abschluss zu gestalten.
Die 1. Schützenmeisterin Christine Eberle übergab an Bürgermeister Reisacher den schriftlichen Beschluss, dass die wichtigsten historischen Vereinsgegenstände in den Besitz der Gemeinde übergehen werden. Im gemeindlichen Archiv sollen diese Dinge aufbewahrt und erhalten bleiben als dauerhafter Nachweis an die über 130-jährige Vereinstätigkeit und als Erinnerung an die Generationen von Mitgliedern, die diesen Verein bis heute getragen haben.
Es wurde an die Gemeinde übergeben:
Mitgliederlisten aus den verschiedenen Jahrzehnten, Medaillen und Urkunden, Schützen-Ordnungen von 1900, Satzungen des Vereins,
Protokoll- und Kassenbücher von 1893 bis 2025, einzelne Schieß-Kladden,
alle Listen über Vorstandschaften und Schützenkönige,
Berichte über den Ausbau des Schützenheims, die Fahnenweihe und das 100-jährige Jubiläum sowie verschiedene Fotoalben.
Besonders hervorgehoben wurde die Übergabe der Vereinsfahne und der beiden Schützenketten.
Die Vorstandschaft des Schützenverein Oy hat sich für diese letzte Vereinsversammlung einen besonderen Ort ausgesucht.
Zur Überraschung der Mitglieder traf man sich im Archiv Oy von Albert Mayr.
Neben vielen anderen Ausstellungsstücken waren hier Schützenscheiben, Protokollbücher, Fotos und eine der Schützenketten nochmals zu bestaunen. In diesem „schützenfreundlichen“ Umfeld fand schnell ein reger Austausch über gemeinsame Erinnerungen an das Vereinsleben statt.
Der Gastgeber Albert Mayr bedankte sich beim Verein für die Entscheidung
die orts- und vereinshistorischen Sachen ins gemeindliche Archiv zu geben.
Auch das Archiv Oy erhielt einige Erinnerungsstücke.
Er sagte, es gibt heute sicher nichts zu feiern, wenn solch ein traditioneller Verein seine Tätigkeit einstellen muss.
Aber man kann diesen Tag ähnlich sehen, wie einen letzten Urlaubstag.
Auch da kommt Wehmut auf, aber man kann auch stolz und zufrieden sein,
über das, was man getan und erlebt hat.
Persönlich haben die Mitglieder des Vereins sich im sportlichen Wettkampf gemessen und das Vereinsleben und die Kameradschaft gepflegt. Diese Erinnerungen an Erfolge, an Schützenkameraden und an die erlebte Gemeinschaft trägt jeder weiter in sich.
Doch das, was der Schützenverein war, geht weit über die Mitglieder hinaus.
Wer erinnert sich nicht an die Jubiläumsfeiern, die Fahnenweihe, die Teilnahme an Umzügen, die Faschingsbälle und erst recht an die Schützenpreisverteilungen mit Bockbierfest.
Das waren Höhepunkte und eine Bereicherung des Dorflebens weit über das übliche Vereinsgeschehen hinaus.
Solche gemeinsamen Erinnerung bleiben und halten einen Ort zusammen.
Das Nachwachsen solcher Feiern und Erinnerungen wird uns fehlen.
Recht herzlichen Dank an alle Mitglieder des Schützenvereins Oy,
die 132 Jahre lang so viele positive Momente für die Gemeinschaft geschaffen haben.