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Rund um den Grüntensee
Ausgabe 5/2019
Markt Wertach
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Agathabrote in unserer Pfarrei

Am Sonntag, 10.02.2019, nach dem Gedenktag der Hl. Agatha von Catania pflegen wir, wie schon im letzten Jahr, wieder einen alten Brauch: die Weihe des Agathabrotes.

Agatha lebte nach der Legende im Sizilien des 3. Jahrhunderts. Sie verweigerte dem Statthalter Quintianus die Heirat und weigerte sich auch, ihr Christentum zu verleugnen. Quintianus ließ sie darauf hin grausam foltern und verstümmeln. Aufgrund eines einsetzenden Erdbebens bedrohten die Einwohner Catanias den Statthalter und forderten das Ende der Misshandlungen. Daraufhin wurde Agatha in den Kerker geworfen, wo sie verstarb.

Quintianus wurde schon bald von einem Pferd getreten und verstarb. Ein Jahr nach dem Tod der Agatha wurde Catania von einem Lavastrom des Ätna bedroht, wurde jedoch durch den weißen Seidenschleier der Agatha, den man ihm entgegentrug, abgelenkt.

Die Verehrung der Heiligen Agatha in Catania, von der die bis heute jährlich stattfindende große Prozession zeugt, verbreitete sich schon bald über Sizilien hinaus.

Im süddeutschen Raum gibt es den Brauch der Agathabrote. Die anlässlich ihres Gedenktages gesegneten kleinen „Brote“ dienen als Segenszeichen gegen Heimweh, Fieber und zur Erleichterung der Geburt bei Mensch und Vieh, zur Verhütung und Eindämmung von Bränden.

In der Kirche St. Agatha in Agathazell bei Immenstadt hat sich der Brauch ununterbrochen bis heute erhalten.

Gesegnete Lebensmittel und Gegenstände und die dazugehörigen Rituale bieten als Segenszeichen unserem Gebet und unserem Glauben an die helfende, heilende und rettende Kraft Gottes eine „sinnliche“ Unterstützung, indem sie neben dem Verstand auch unsere Sinne ansprechen und wir damit mehr ganzheitlich beten können.

In der Pfarreiengemeinschaft werden die Brote in den Gottesdiensten gesegnet und danach an den Ausgängen verteilt. Die Spenden sind zugunsten der Ministranten.