Vor dem Vereinsheim in Wollbach
Im Museum Zusmarshausen
(von links) Raymund Kitzinger, Robert Steppich, Bürgermeister Bernhard Uhl, Direktor Thomas Gruber vom staatlichen Vermessungsamt in Augsburg, stellvertretender Landrat Hubert Kraus, Marktgemeinderat Guido Clemens, Archivarin Angela Schlenkrich und Jörg Weitzenbürger von Steinmetz Hoppe (nicht im Bild Johann Weindel)
In der Woche vor Weihnachten wurden zwei „Kopien“ eines 400 Jahre alten Grenzsteins, der ursprünglich in der Waldabteilung Wollbacherbuch stand, angeliefert. Zur Vorgeschichte: vor dem staatlichen Vermessungsamt in Augburg steht seit über 15 Jahren ein historisch bedeutender Grenzstein aus dem Jahr 1609, der von Mitarbeitern des staatlichen Vermessungsamtes im Wald westlich von Wollbach entdeckt wurde. Der damalige Amtsleiter Karlhans Feyrer ließ den gut erhaltenen Grenzstein vor dem Vermessungsamt im Fronhof aufstellen.
Zu sehen sind vier Wappen des Augsburger Bischofs Heinrich von Knöringen, der Augsburger Patrizierfamilie Baumgartner sowie der Adelsgeschlechter der Freyberg und der Fugger. Der Grenzstein ist besonders für die Geschichte von Wollbach interessant und wegen der vier unterschiedlichen Wappen eine Rarität. Selten ist auch die eingemeißelte Datierung mit dem Jahr 1609. Deshalb wurden beim Augsburger Steinmetz Anselm Hoppe zwei Abgüsse in Auftrag gegeben, die nun angeliefert worden sind.
Ein regelrechtes Empfangskomitee erwartete die Mitarbeiter der Steinmetzfirma Hoppe vor dem Vereinsheim in Wollbach, und allen war die Vorfreude darüber anzumerken, dass mit der Anlieferung ein für die Ortsgeschichte bedeutendes Projekt zum Abschluss kam. Vor Ort waren Bürgermeister Bernhard Uhl, Direktor Thomas Gruber vom staatlichen Vermessungsamt, stellvertretender Landrat Hubert Kraus, Marktgemeinderat Guido Clemens und Archivarin Angela Schlenkrich, außerdem Raymund Kitzinger, der auf diesen Grenzstein aufmerksam gemacht hatte, sowie Robert Steppich und Johann Weindel. Man bestaunte die detaillierten historischen Wappen und spekulierte über mögliche ursprüngliche Standorte. Bernhard Uhl: „Ich bin immer wieder beeindruckt, wie viel uns solche Objekte über unsere Geschichte erzählen. Es ist ein Gewinn für uns, dass wir diesen historischen Grenzstein nun bei einem Spaziergang in Wollbach oder beim Besuch im Heimatmuseum bewundern können.“
Nachdem der Grenzstein im Eingangsbereich zum Vereinsheim „Alte Schule“ aufgestellt war, ging es weiter ins Heimatmuseum Zusmarshausen. Museumsleiter Andreas Decke erwartete den Neuzugang schon, der ab sofort zu den üblichen Öffnungszeiten betrachtet werden kann.