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Zusmarshausen - Der Marktbote
Ausgabe 14/2026
Kulturkreis
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Kulturkreis: Vortrag "Rom in Zusmarshausen: Spannende Einblicke in das Imperium"

von links: Kulturbeauftragte Julia Endrös, Dr. Andreas Herch, Archivarin Angela Schlenkrich

 

Mit einem facettenreichen Blick auf die Antike hat Dr. Andreas Herch im Festsaal St. Albert das Publikum in die Welt des Römischen Reiches entführt. Sein Vortrag "Roms Schatten über Schwaben. Das Imperium und seine Spuren in Zusmarshausen" setzte die Reihe historischer Veranstaltungen von ZusKultur fort - und stieß erneut auf großes Interesse.

Dr. Herch verstand es, die Dimensionen des Imperiums anschaulich zu vermitteln: In seiner größten Ausdehnung war das Römische Reich rund um das Mittelmeer und bis nach Britannien etwa 20 Prozent größer als die heutige Europäische Union. Bis zu 75 Millionen Menschen lebten in einem gemeinsamen Wirtschaftsraum mit einheitlicher Währung und verständigten sich über Sprachgrenzen hinweg auf Latein oder Griechisch. Dabei ging der Referent zunächst zentralen Fragen nach: Was machte den Erfolg Roms aus? Warum zerfiel das Reich dennoch? Und wie sah der Alltag zwischen Oberschicht und einfacher Bevölkerung aus?

Neben dem großen historischen Bogen richtete Dr. Herch den Fokus auch auf die Region. Das heutige Bayerisch-Schwaben gehörte einst zur römischen Provinz Raetien. Mit dem Limes verlief hier eine bedeutende Grenze des Reiches, die heute zum UNESCO-Welterbe zählt. Wichtige Verkehrsadern wie die Via Claudia und die Via Julia verbanden Süddeutschland mit den Zentren des Imperiums und dienten als zentrale Handelsrouten.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die sogenannte Tabula Peutingeriana, eine mittelalterliche Kopie einer römischen Straßenkarte. Auf ihr ist auch Zusmarshausen unter dem Namen "Pontone" verzeichnet - als wichtige Reise-Station an der Zusam-Brücke. Reisende konnten hier vermutlich in einer Herberge Rast machen, Pferde wechseln und ausgeruht ihre Reise fortsetzen.

Dass die Römer vor Ort deutliche Spuren hinterließen, zeigen archäologische Funde. Bei Untersuchungen im Zuge der Nordumgehung in den Jahren 2012 und 2013 wurden Teile der alten Römerstraße dokumentiert. Zudem kamen unter anderem die bereits bekannten Grundmauern einer Trockendarre sowie Funde wie Keramik, Münzen und ein Töpferofen ans Licht. Viele dieser Zeugnisse sind heute im Heimatmuseum ausgestellt.

Der Vortrag war Teil des "Römerjahres 2026" von ZusKultur. Im Laufe des Jahres sind weitere Veranstaltungen geplant, die sich in ganz unterschiedlichen Formaten mit der römischen Geschichte befassen. So sind für den 19. April noch Plätze für eine Exkursion ins Limesmuseum Aalen verfügbar, eines der bedeutendsten Römermuseen Deutschlands. Alle weiteren Veranstaltungen finden Sie auf www.zuskultur.de.