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Zusmarshausen - Der Marktbote
Ausgabe 3/2026
Amtliche Bekanntmachungen
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Bahnprojekt Ulm-Augsburg: Gemeinsame Absichtserklärung zum Regionalbahnhalt

Von links: Thomas Hausruckinger (Leiter der Planung und Realisierung NBS Ulm-Augsburg), Johannes Metzger (Projektabschnittsleiter bei DB InfraGO AG), Bürgermeister Bernhard Uhl, Günter Sauer (Niederlassungsleitung Vertrieb bei Chefs Culinar) und Nils Markmann (Niederlassungsleitung Betrieb bei Chefs Culinar), Jakob Neumann (DB-Projektkommunikation)

Gemeinsame Absichtserklärung zum Regionalbahnhalt

Seit mehreren Jahren laufen die Planungen für einen Bahnausbau durch den Westlichen Landkreis von Ulm nach Augsburg.

Viel ist geschehen: Petitionen wurden gestartet, Bürgerdialoge informierten im Vorfeld, Staatsminister Christian Bernreiter hat sich ein Bild vor Ort gemacht und die Vorzugstrasse wurde festgelegt. Da Bürgermeister Bernhard Uhl der Bahnausbau für die Marktgemeinde Zusmarshausen äußerst wichtig war und ist, reiste er mehrfach nach Berlin und traf sich mit Verantwortlichen und Entscheidungsträgern. Dabei entstand auch seine Idee eines Regionalbahnhalts im Zusamtal.

Nun hat die DB InfraGO als Vorhabenträgerin im Hinblick auf den weiteren Projektverlauf eine gemeinsame Absichtserklärung, einen „Letter of Intent“ zum Regionalbahnhalt empfohlen. Der Marktgemeinderat hat dieser Absichtserklärung in seiner November-Sitzung zugestimmt, so dass die Unterzeichnung durch die beiden Chefs-Culinar-Verantwortlichen Günter Sauer und Nils Markmann, Bürgermeister Bernhard Uhl (für die Marktgemeinde) sowie den DB-Vertretern Thomas Hausruckinger, Johannes Metzger, Jakob Neumann noch Ende Dezember 2025 erfolgen konnte.

Ziel der Absichtserklärung ist ein ausdrückliches Bekenntnis zum Regionalbahnhalt vor dem Hintergrund, dass die Realisierung des Regionalhaltes massive Eingriffe auf das Betriebsgelände von Chefs Culinar zur Folge haben wird. Die Unternehmensleitung unterstützt die Maßnahme grundsätzlich, legt aber verständlicherweise großen Wert darauf, dass Eingriffe in betriebliche Abläufe ausgeglichen werden und die Möglichkeit zur Weiterentwicklung im Gewerbegebiet Wollbach besteht.

Der „Letter of Intent“ enthält eine Präambel und Eckpunkte einer gemeinsamen Zusicherung der drei Unterzeichner.

So erklärt die Marktgemeinde die Bereitschaft, dem Unternehmen eine wohlwollende Prüfung von Ersatz- bzw. Erweiterungsflächen.

Die Vorhabensträgerin wird ihre künftigen Planungen so gestalten, dass sich der Eingriff in das Eigentum und den Gewerbebetrieb auf das notwendige Maß beschränkt. So sollen die Planungen in den nächsten Planungsphasen ein besonderes Augenmerk darauf richten, dass der Trassenverlauf der Neubaustrecke möglichst nah an der Autobahn verläuft, um die Eingriffe in die Firmenhalle so gering wie möglich zu halten. Im Bereich der Firmenhalle wird deshalb mit einer Stützwand geplant.

Die Beteiligten werden in vertrauensvollen und informellen Gesprächen darauf hinwirken, eine gütliche Lösung in Bezug auf die konkrete Umsetzung des Regionalhaltes zu finden.

Die nun unterzeichnete Absichtserklärung stellt eine Arbeitsgrundlage dar, die rechtlich keine Bindung erzeugt, aber dazu beitragen soll, dass die parlamentarische Befassung im Deutschen Bundestag mit diesen positiven Gegebenheiten eine Zustimmung findet.

Ein weiterer Aspekt, der für die Realisierung des Projektes spricht, sollte der Nutzen des Großprojektes Bahnausbau Ulm-Augsburg für die Region sein und größtenteils Akzeptanz gefunden haben.

Deshalb wird die unterzeichnete Erklärung der Zielsetzung an die bayerischen Abgeordneten des Deutschen Bundestages, die den zuständigen Ausschüssen für Haushalt sowie für Verkehr angehören mit der Bitte um Unterstützung übersandt.

Bürgermeister Bernhard Uhl ergänzt: „Es spricht für die Unternehmensleitung von Chefs Culinar, dass trotz massiver Einschnitte in das Firmengelände und erhebliche Belastungen das Ziel eines Regionalhalts so engagiert unterstützt wird. Eine Machbarkeitsstudie und Potentialanalyse der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) hat 2024 einen Bedarf von 1.830 Ein- und Ausstiegen pro Werktag beim potenziellen Haltepunkt ergeben. Dies übertrifft den relevanten Schwellenwert von 1.000 Ein- und Ausstiegen deutlich. Der Regionalhalt wäre eine deutliche Verbesserung der Infrastruktur und ein großer Gewinn für Zusmarshausen und die Region.“