In Gößweinstein ist ein neues Fledermausquartier entstanden, in das die neuen Bewohner hoffentlich bald einziehen werden. Der Erdkeller hinter dem Mulitfunktionsparkplatz am Friedhof war lange Zeit unzugänglich und mit Unrat gefüllt. Da die Gebäudestruktur im Ort und die zahlreichen Scheunen und Felsenkeller einen sehr guten Unterschlupf für Fledermäuse bieten, traten die Naturpark-Ranger an Bürgermeister Zimmermann heran, um ihn für die Öffnung des Kellers für Fledermäuse zu bitten.
Von den 25 in Bayern vorkommenden streng geschützten Fledermausarten sind gut 20 hier im Naturpark zu finden. Da sie wie viele andere Tiere im Bestand sehr gefährdet und teilweise vom Aussterben bedroht sind, ist es wichtig, dass ihnen Quartiere geöffnet werden.
Dies geschah in den vergangenen Wochen: Mit großartiger Unterstützung des Gößweinsteiner Bauhof Teams wurde eine Einflugöffnung in die Kellertür eingearbeitet, der Keller geräumt und steht somit den nachtaktiven Tieren zur Verfügung. Fledermäuse brauchen verschiedene Hangplätze, da sie mindestens vier Mal im Jahr umziehen, um sich vor Parasitendruck und Fressfeinden zu schützen. Ist das Quartier gut geeignet, kommen sie in den Folgejahren wieder.
Für die Bereitschaft, den Fledermäusen ein Quartier zu verschaffen, verlieh die Fledermaus Koordinationsstelle Nordbayern die Plakette „Fledermäuse willkommen“ sowie eine Dankesurkunde an Bürgermeister Zimmermann, die direkt am Keller übergeben wurde. Matthias Hammer von der Koordinationsstelle erläuterte bei dem Termin, wie wichtig der Fledermausschutz für die Artenvielfalt ist und dankte dem Bürgermeister dafür, dass durch die Nutzungsfreigabe des Kellers vielleicht auch Privatbesitzer einen Impuls bekommen, ihre Scheunen oder Keller zugänglich zu machen.
Wer selber etwas für Fledermäuse tun möchte, muss keinen großen Aufwand betreiben. Ein naturnaher Garten, der Nahrung für sie bietet, ist schon eine wertvolle Hilfe. Noch wichtiger wäre, die Tiere zu dulden, wenn sie da sind. Da ihr Besuch nur temporär ist und sie das Quartier nur für einige Wochen im Jahr nutzen, entsteht auch keine große Belastung.
Sollten Sie Fragen oder Hilfe beim Thema Fledermäuse benötigen, wenden Sie sich bitte an die
Untere Naturschutzbehörde im Landkreis Forchheim und deren Fledermausberater/innen.