Der Röthleiner Haushalt 2026 steht, ist allerdings ziemlich eng gestrickt, wie Bürgermeister Peter Gehring zum Auftakt der jüngsten Gemeinderatssitzung feststellte. Nicht ganz so knapp allerdings, wie ursprünglich angenommen, da nicht nur ein Zuschuss (900.000 Euro) für die Sanierung der Grundschule schon 2025 eingegangen ist, sondern in Absprache mit der Rhön-Maintal-Gruppe auch der Ausbau des Schweinfurter Weges erst 2027 realisiert wird; Kosten für die planerischen Vorbereitungen werden aber schon im kommenden Haushalt berücksichtigt.
Anfang 2026 ist Röthlein schuldenfrei, neue Kreditaufnahmen über den Haushalt sind nicht geplant. Eine bestehende Kreditermächtigung in Höhe von 2.5 Millionen Euro aus 2025 wird allerdings als Haushaltseinnahmerest ins Jahr 2026 „mitgenommen“ und voraussichtlich in 2026 als Kredit aufgenommen. Das sorgt dann zum Ende des Jahres für eine Pro- Kopf-Verschuldung von knapp 570 Euro - immer noch weit unter dem Landesdurchschnitt, wie Kämmerer Alexander Wächter ausführte.
Weitere Zahlen folgten: So sind 2026 für den Gesamthaushalt 18.8 Millionen Euro angesetzt, im Verwaltungshaushalt stehen rund 11.9 Millionen Euro, im Vermögenshaushalt rund 6.9 Millionen Euro. Die geplante Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt beträgt 1.03 Millionen Euro, eine „beruhigende“ Summe für den Kämmerer, der außerdem erläuterte, dass man sich in den Vorberatungen im Finanzausschuss an der gemeindlichen Projektliste orientiert habe und diese im neuen Haushalt berücksichtigt wurden. In diesem Zusammenhang wurden auch - wie in Röthlein Usus - nicht aufgebrauchte Haushaltsreste aufgelöst und mit den freigewordenen Mitteln neue Haushaltsreste für laufende und geplante Investitionen gebildet.
Weiter informierte Wächter über die größten Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt. Hier stehen Steuereinnahmen (7.5 Millionen Euro), kindbezogene Förderung (1.1 Millionen Euro) und Schlüsselzuweisungen (1 Million Euro) den Ausgaben für Personalkosten für Rathaus und Bauhof (1.9 Millionen Euro), sowie für die Schule und Bibliothek (223.000 Euro), den Betrieb der Kindergärten (2.3 Millionen Euro), sowie die Betriebsumlagen für die Abwasserzweckverbände (448.000 Euro) und die Kreisumlage, die erneut gestiegen ist und aktuell für Röthlein mit etwa 2.9 Millionen Euro veranschlagt wurde - der größte Ausgabeposten im Verwaltungshaushalt.
Wie Gemeinderat Detlev Reusch auch mit Blick auf die realistischen Prognosen und den neuen zukünftigen Gemeinderat abschließend resümierte, wird es nicht einfach und wohl die „Nadel immer heißer“, um den Haushalt zu „stricken“. Doch gibt es auch positive Effekte. So betonte Reusch die gute Arbeit des Kämmerers und die konstruktiven Vorberatungen im Finanzausschuss, die Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer und die nichtgestiegenen Personalkosten. Die werden allerdings künftig steigen - so Gehring - da die Deponie ab 2026 mittwochs einen weiteren Tag öffnet und zusätzliche Mitarbeiter benötigt werden, außerdem müssen erstmalig Auszubildene für ein Jahr übernommen werden, auch wenn es dafür keine Planstelle gibt.
Abschließend wurden der Haushalt, die dazugehörige Satzung und die vorgestellte Finanzplanung der Jahre 2027 bis 2029 einstimmig auf den Weg gebracht.
Neben der Verabschiedung des Haushalts 2026 standen in der jüngsten Ratssitzung weitere finanzielle Entscheidungen an. So beschloss das Gremium, die Kindergartendefizite in Höhe von insgesamt gut 151.135 Euro für alle drei Orteilkindergärten aus dem Jahr 2024 auszugleichen und gleichzeitig einen Vorschoss auf die vermutlichen Kindergartendefizite des Jahres 2025 in Höhe von 200.000 Euro auszuzahlen. Wie Bürgermeister Peter Gehring erläuterte, hätten sich alle drei Kindergärten an die vom Gemeinderat verabschiedeten Vorgaben gehalten, die Kostenentwicklung wird allerdings nun von Verwaltungsseite noch einmal geprüft und nach Möglichkeit Höchstgrenzen festgelegt, um die Defizite für 2026 zu minimieren.
Weiter galt es vom Gremium grünes Licht für verschiedene Vereinsförderanträge; abgelehnt wurden Instandsetzungen im Heidenfelder Eigenheimer-Garten und auf dem Röthleiner TSV-Hauptfeld. Der Grund: diese Areale fallen unter die Rubrik „Gelände“ und dafür gibt es bereits alljährlich eine Pauschale. Weiter informierte Gehring, das insgesamt 4670 Euro für die Jugendarbeit der verschiedenen Vereine ausgezahlt wurden. Außerdem stimmte das Gremium der Annahme von Geldspenden in Höhe von 1056 Euro und Sachspenden in Höhe von knapp 95 Euro zu.
Für die Fenster der TSV-Turnhalle in Röthlein wurde eine außerplanmäßige Ausgabe genehmigt, ebenso für die Kosten für die kürzlich beendete überörtliche Rechnungsprüfung. Weiter entschied das Gremium, die anvisierten Kreditaufnahme in Höhe von 2.5 Millionen Euro in Teilbeträgen aufzunehmen: 250.000 Euro werden über den bestehenden Bausparer „Alte Leipziger“ aufgenommen, die restlichen 2,25 Millionen über die BayernLabo. Wie Wächter ausführte, hängt der Zeitpunkt der Kreditaufnahme von der Liquidität der Gemeinde ab und wird vom 1.Bürgermeister entschieden, der auch über eine mögliche Aufteilung in zwei Tranchen, die Laufzeit und davon abhängig, den Zinssatz des Kredits entscheidet.
Außerdem wird nach einem Gespräch zwischen Bürgermeister und Diakonie Schweinfurt der Weiterbetrieb des Begegnungs-Cafés befürwortet und weiterhin mit 8000 Euro unterstützt. Überlegt wird allerdings, ob das geförderte Projekt für Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund sich weiter öffnet und gegebenenfalls von der Heidenfelder Mehrzweckhalle nach Röthlein zieht, da dort mehr Bedarf besteht.
Einstimmig votierte das Gremium dann für eine Beteiligung an den Bündelausschreibungen für Strom und Gas des vom Bayerischen Gemeindetages ausgewählten neuen Partnerunternehmens enPORTAL.
Und auch eine sportliche Idee kam im Ratsgremium gut an. Auf dem Ratstisch lag ein Antrag auf Ausrichtung einer Laufveranstaltung im Frühjahr 2026. Am 19. April soll nämlich der erste ROE-CROSS-RUN für Läufer und Walker mit „entspannten“ Hunden, aber auch ohne vierbeinige Begleiter auf verschiedenen Laufstrecken auf Heidenfelder Gemarkung stattfinden. Der Plan wurde einstimmig befürwortet, für die Nutzung der gemeindlichen Duschen und Toiletten in der Mehrzweckhalle wird laut Beschluss eine Pauschale von vier Euro pro Teilnehmendem fällig.