Gestaltung der Jugendarbeit auf dem gemeinderätlichen Prüfstand
Wie Bürgermeister Peter Gehring auf telefonische Nachfrage bestätigte, drehte sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung fast alles um die Jugendarbeit in den drei Ortsteilen und darum, wie man Kindern und Jugendlichen eigenen Raum und eine eigene Stimme geben könnte.
Gleich mehrere Überlegungen wurden kurz umrissen. Vorgestellt wurden Ideen zur Aktivierung der Jugendräume für soziale Interaktion, kreative Aktivitäten und individuelle Entfaltung, für die Einrichtung eines Kinderparlaments und eines Jugendforums zur Partizipation und Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen bei der Gestaltung ihrer Gemeinde.
Während es seit 2022 wieder einen eigenen Raum für die Jugendlichen in der alten Schule in Hirschfeld gibt, sieht es aktuell in Röthlein und Heidenfeld mau aus. In Heidenfeld gibt es einen geeigneten Raum bei der Freiwilligen Feuerwehr, in Röthlein im Keller des Pfarrheims. Für die Einrichtung eines Jugendraums – Zielgruppe sind hier die Altersklassen 13 Plus - gibt es verschiedene Möglichkeiten der Verantwortlichkeit. Möglich wäre die komplette Aufsicht und Koordination des Jugendtreffs durch Eltern - eine verstärkte Einbindung in die Jugendarbeit, die allerdings auch einen höheren Zeitfaktor für die Eltern inkludiert. Mehr Eigenverantwortung bringt das Modell der Schlüsselverwaltung durch Eltern, wie aktuell in Hirschfeld. Die Jugendtreff-Mitglieder organisieren sich selbst, sind aber auch für das Funktionieren, die Einhaltung von gemeinsam aufgestellten Regeln und die Ordnung im Jugendraum verantwortlich - die Schlüssel werden abgeholt und wieder abgeben. Möglich ist auch die Aufsicht durch volljährige ehrenamtliche Betreuende auf Honorarbasis, gegebenenfalls auch unterstützt durch hauptberufliches Betreuungspersonal.
Nach Erläuterung der verschiedenen Ansätze für die Handhabung der Jugendarbeit und die Möglichkeiten der Mitbestimmung der jugendlichen Bürgerinnen und Bürger wurde diskutiert. Das Ergebnis: Es sollen Erfahrungswerte aus den Nachbargemeinden eingeholt werden, die in Entscheidungen einfließen. Unter Beteiligung von Jugendlichen und Eltern soll ein Konzept mit klaren Rahmenbedingungen für die Öffnung der aktuell geschlossenen Jugendräume in Röthlein und Heidenfeld erarbeitet werden, das dann in einem Workshop für Jugendliche vorgestellt wird. Gewünscht wurde vom Gremium außerdem die Eigeninitiative der Eltern.
In diesem Zusammenhang beantragte Martina Braum, neben Florian Kress und Simon Stock eine der drei Jugendbeauftragten der Gemeinde, die Einstellung einer pädagogischen Halbtagskraft, die, so der Vorschlag des Bürgermeisters Peter Gehring, anteilig Stunden in die Arbeit für die Jugendtreffs investiert. Der Antrag stieß im Gremium auf „offene Ohren“, es wurde jedoch gewünscht, möglichen Bedarf online (wie beim Pumptrack) abzufragen und gegebenenfalls Jugend- und Seniorenarbeit zu verknüpfen. Sollte die Stelle bis Ende Juli nicht besetzt werden, findet im August ein Workshop unter Einbindung der Jugendbeauftragten statt, außerdem wurde überlegt, im Rahmen des Ferienspaß ein „Gespräch mit Jugendlichen“ anzubieten.
Des Weiteren entschied das Gremium, keine Einwände oder Anregungen bezüglich der geplanten Errichtung einer zweiteiligen Freiflächenphotovoltaikanlage östlich von Kolitzheim zwischen Kolitzheim, Herlheim und Zeilitzheim vorzubringen.
Gemeinderätin Martina Braum fragte dann nach dem Sachstand beim Projekt Pump-Track, für den, wie der Bürgermeister erläuterte, noch kein Förderaufruf vorliegt. Außerdem wurde die Parksituation vor dem „Rehberger“ in Heidenfeld und das Parkverhalten in der Röthleiner Hauptstraße moniert und nach einer Verkehrsüberwachung gefragt, die Gehring allerdings ausschloss. Die Fahrzeughalter sollen schriftlich „angesprochen“ werden, notfalls soll die Polizei eingebunden werden. Das Halteverbot beim „Rehberger“ wird, wie Andreas Hetterich wünschte, in der nächsten „Verkehrsschau“ begutachtet. Armin Götz kritisierte die schwache LED-Beleuchtung an der Kreuzung St.-Kilian-Straße /Am Herzenberg und bat das zu prüfen. Andreas Hetterich wollte dann noch wissen, wie es beim Rehberger weitergeht. Hier ist laut Bürgermeister zeitnah ein Gespräch mit einem Interessenten geplant, dazu muss zur Festlegung der weiteren Vorgehensweise erst Schotter auf dem Grundstück aufgefüllt werden. Und Elke Lanz erfuhr, dass es nach Pfingsten mit dem Bau des Mehrgenerationenplatzes losgeht, eine Baueinweisung hat bereits stattgefunden. Außerdem ist die Holzvertäflung für den Carport am Platz an der Barthstraße beauftragt, die bereits erfolgte Bepflanzung wurde vom Gremium ebenso gelobt, wie der Einsatz des TSV Röthleins im Rahmen der Fledermausmaßnahmen in der von der Grundschule genutzten TSV-Turnhalle. Die Maßnahmen sind fast abgeschlossen und unter den angesetzten Kosten geblieben, wie Bernd Wehner abschließend bilanzierte.
Bericht Daniela Schneider