Mit einem wehmütigen Auftakt startete der Gemeinderat in das neue Sitzungsjahr. Alexis Lender, die langjährige Leiterin der Röthleiner Gemeindebibliothek, präsentierte nämlich ein letztes Mal den alljährlichen Jahresbericht, da sie sich Ende März nach 27 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Nach vielen Bewerbungsgesprächen habe man aber, so Lender, mit Christina Zieglmeier eine vielversprechende neue Leiterin gefunden, die sich demnächst auch im Gemeinderat vorstellen wird.
Nach dem Jahresbericht mit Zahlen, Fakten und tollen Fotos von den vielen Aktionen von Lesewoche, Vorlesen und Ferienspaß bis hin zu Vorträgen oder Krimidinner dankte die scheidende Bibliotheksleiterin ihren Kolleginnen, Verwaltung, Bauhof und Gemeinderat, vor allen Dingen aber den vielen Leserinnen und Lesern, die ihr die „Arbeit zu einer solchen Freude“ gemacht hätten. Die Zahlen in der Jahresstatistik sprechen für sich; knapp 800 Lesende nutzen regelmäßig das Angebot, 84 neue Leseausweise wurden 2025 ausgestellt. Wie Lender ausführte, blieb die Ausleihe im Jugendbereich konstant, ein kleines Plus verzeichneten die Romane und ein „gigantisches“ Plus von 22 Prozent die „Tonies“. Weiter gab es 16 Veranstaltungen in der Bibliothek für Kinder und Erwachsene, dazu die Lesewoche in der Schule, regelmäßige Besuche vom oder im Kindergarten und 30 Ferienspaßangebote in den Sommerferien, die von 748 Teilnehmenden genutzt wurden, wie Initiatorin Angelika Götz berichtete.
Auch für 2026 sind schöne Aktionen geplant wie die Lesewoche, der Ferienspaß, Vorträge und Lesungen. Abschließend dankte Bürgermeister Peter Gehring für die engagierte Arbeit und würdigte die Bibliothek als „kulturelle und gesellschaftliche Bereicherung der Gemeinde“.
Weiter stimmte der Gemeinderat einstimmig für die Errichtung eines Wintergartens in Heidenfeld und beschloss dann bei drei Gegenstimmen keine Bedenken gegen den geplanten Drogeriemarkt in Grafenrheinfeld vorzubringen. Zur Kenntnis genommen wurde der Haushaltsplan des Zweckverbands Unterer Unkenbach, der für 2026 einen normalen Betrieb mit kleineren Investitionen plant. Und die übliche Nachbehandlung von Themen aus den Bürgerversammlungen 2025 war nicht nötig, da es damals keine formellen Anfragen gab.
Außerdem beschloss das Gremium nach einigen Diskussionen die Teilnahme am Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ für die Heidenfelder Mehrzweckhalle. Das Programm gilt nur für Kommunen, wie Armin Götz nachfragte und nicht für einzelne Vereine. Falls Röthlein heuer nicht zum Zuge käme, gäbe es laut Bürgermeister in den zwei Folgejahren erneute Möglichleiten.. Gefördert werden bis zu 45 Prozent für die energetische Sanierung, bauliche Modernisierungsmaßnahmen, Barrierefreiheit und Umfeld-Maßnahmen. Für die Gemeinde bliebe also, je nach Ausführung gerade im Bereich der Wärmebereitstellung, eine „gehörige Portion“ an Eigenleistung, wie Gehring ausführte. In diesem Zusammenhang diskutierten die Ratsmitglieder über eine Reaktivierung der Mehrzweckhallen-Kegelbahn, die – so der Konsens – allerdings jenseits von Förderungen diskutiert werden sollte.
Länger behandelt wurden dann die Ergebnisse der alljährlichen Verkehrsschau mit der Polizei. So wurde vorgeschlagen, die Heidenfelder Haltestelle „Post“ in „Kirche“ umzubenennen und in einem Teilbereich der der Georg-Lippert-Straße ein beidseitiges Parkverbot einzuführen. Nicht empfohlen wurde dagegen die Einrichtung einer Tempo-30-Zone im Spiesheimer Weg (Röthlein) und auch die Verkehrsschilder zur Verkehrsberuhigung in der Georg-Nickel-Straße (Heidenfeld) werden erstmal nicht versetzt. Auf dem Feldweg zwischen Röthlein und Heidenfeld (besser bekannt als Makadam) dagegen werden die 60er-Schilder durch 30er ersetzt; die Strecke hat sich wohl als Rallye- und Abkürzungsstrecke für manche Autofahrer etabliert, wie einige Ratsmitglieder bestätigten, die dort recht rücksichtslos langbrettern. Die Anbringung eines Verkehrsspiegels in Hirschfeld liegt im Ermessen der Gemeinde, wird aber generell skeptisch gesehen, da falsche Entfernungen vorgespiegelt werden. Eine Tempo-30 Zone zwischen Hirschfelder Kindergarten und Sportgelände, wie Simon Stock anregte, wird zwar nicht eingerichtet, im Amtsboten aber eingehend erklärt, was das dortige Schild „Spielende Kinder“ für den Verkehr bedeutet.
Außerdem erläuterte Geschäftsleiter Simon Göbel, dass alle Wahlvorschläge zur Kommunalwahl zugelassen wurden. Standorte für Wahlplakate sind übrigens mit der Gemeinde abzusprechen. Abschließend kritisierte Martina Braum eine Bemerkung des Bürgermeisters in der gemeinderätlichen Chatgruppe und wünschte sich in diesem Zusammenhang generell mehr Respekt und eine „faire und sachliche Diskussion“ untereinander.