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Amtsbote der Großgemeinde Röthlein
Ausgabe 5/2026
Amtliche Nachrichten
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Wintertagung der Siebener in Röthlein – gelebte Tradition und starkes Ehrenamt

Wenn am 16. Mai dieses Jahres das Siebener-Fest in unserer Gemeinde gefeiert wird, gehört traditionell auch die Ausrichtung der Wintertagung der Siebener dazu. So war es auch heuer: Am vergangenen Samstag durften wir rund 140 Siebener in Röthlein begrüßen. Tagungsort war die Halle des TSV Röthlein, die einen schönen Rahmen für die Zusammenkunft bot.

Siebener aus Schwebheim, Grafenrheinfeld, Bergrheinfeld, Grettstadt, Sennfeld, Schonungen, Gochsheim, der Stadt Schweinfurt und natürlich aus der Gemeinde Röthlein kamen zusammen, um gemeinsam auf das vergangene Jahr zurückzublicken. Auf der Tagesordnung standen der Geschäftsbericht und der Kassenbericht, der Ausblick auf das kommende Siebener-Fest sowie eine kurze Vorstellung der Gemeinde Röthlein durch Bürgermeister Peter Gehring.

Ein weiterer Programmpunkt war der Vortrag von Michael Reus, Leiter des Amts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Schweinfurt. Er informierte über die Abläufe und rechtlichen Grundlagen bei den Wahlen zu Siebenern und Obmännern – ein Thema, das in vielen Gemeinden aktuell ist und das Ehrenamt auch organisatorisch fordert.

Zahlreiche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus den umliegenden Gemeinden nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Das zeigt: Die Arbeit der Siebener wird nicht nur geschätzt, sondern als unverzichtbarer Bestandteil unserer kommunalen Struktur verstanden.

Zum Abschluss bedankten sich Manfred Mai und Bürgermeister Peter Gehring bei den engagierten Feldgeschworenen, die dieses Ehrenamt mit Herzblut ausüben. Ein besonderer Dank galt dem TSV Röthlein für die freundliche Bewirtung und die Bereitstellung der Räumlichkeiten. Ebenso wurde dem Röthleiner Siebener-Obmann Daniel Götz und seiner Mannschaft für die tatkräftige Unterstützung gedankt. Anerkennung erhielten zudem Heidrun Belz aus dem Rathaus, die federführend für die Vorbereitung der Tagung verantwortlich war, sowie der Bauhof, der im Hintergrund für einen reibungslosen Ablauf sorgte.

Solche Veranstaltungen zeigen: Tradition lebt, wenn Menschen Verantwortung übernehmen. Und genau das tun unsere Siebener – seit Generationen.

Die Aufgabe der Siebener – Hüter von Grenzen und Tradition

Die Siebener, auch Feldgeschworene genannt, sorgen seit Jahrhunderten für die Sicherung und Überwachung der Grundstücksgrenzen. Sie wirken bei Grenzbegehungen und Abmarkungen mit, kennen ihre Gemarkung oft wie ihre Westentasche und sind wichtige Bindeglieder zwischen Eigentümern, Gemeinden und dem Vermessungsamt.

Doch ihre Tätigkeit geht weit über das rein Technische hinaus. Sie bewahren ein Stück fränkischer Rechts- und Kulturgeschichte. Das Wissen um alte Grenzsteine, Flurnamen und Markierungen wird von Generation zu Generation weitergegeben. Gerade in Zeiten zunehmender Digitalisierung und Flächenkonkurrenz ist dieses bodenständige Wissen von unschätzbarem Wert. Die Siebener stehen für Verlässlichkeit, Verschwiegenheit und Verantwortung – Tugenden, die unsere Gemeinschaft tragen.

Bilder und Text: Gemeinde Röthlein