Vergleich Europäische Hornisse (links) und Asiatische Hornisse (rechts) – Grafik: NABU Berlin
Aufgrund der raschen Ausbreitung dieses Insekts möchten wir vom Imkerverein Hahnenkamm die Bevölkerung auf die zu erwartende Situation und deren Folgen hinweisen.
Die Hornisse stammt aus Südostasien. Sie wurde über Warentransporte 2004 nach Frankreich verschleppt und breitet sich seitdem in Europa aus. Die Einwanderung ist in Europa mittlerweile unumkehrbar. Die EU hat Vespa velutina im Jahr 2018 auf die Unionsliste der invasiven Arten gesetzt. Eine invasive Art wird definiert als gebietsfremde Art mit besonderer Fähigkeit sich auszubreiten und einem negativen Einfluss auf die heimische Biodiversität. Jedes Mitgliedsland muss daher Maßnahmen zur Bekämpfung der Art umsetzen. Die Maßnahmen variieren je nach Grad der Etablierung der Art.
Die Asiatische Hornisse fängt, wie die Europäische Hornisse auch, viele Honigbienen aber auch andere soziale Wespen, Fliegen, Wildbienen und weitere Insekten als Proteinquelle für ihre Nachkommen. Durch ihre hohe Individuenzahl stellt sie daher eine Gefahr für die heimischen Insektenarten und die Imkerei dar. Außerdem wurden in Frankreich, Spanien und Portugal bereits Ernteverluste durch das Anknabbern von Früchten (vor allem Weintrauben) verzeichnet.
Die Asiatische Hornisse ist nicht aggressiver als die Europäische Hornisse. Sie greift Menschen auch nicht an, solange man sich dem Nest nicht zu sehr nähert. Vereinzelt gibt es jedoch Meldungen zu allergischen Reaktionen auf die Stiche.
Während bei der geschützten Europäischen Hornisse der Kopf rötlich bis schwarz ist, hat die Asiatische Hornisse einen schwarzen Kopf mit orangefarbener Stirn. Der Thorax der Europäischen Hornisse ist rotbraun mit einer schwarzen, v-förmigen Zeichnung. Dagegen ist die Brust der Asiatischen Hornisse nur schwarz, der Hinterleib ist dunkler als bei der heimischen Art. Die vorderen Segmente sind schwarz und nur die Spitze ist orangegelb gefärbt. Die Asiatische Hornisse ist vor allem an ihren gelben Beinen gut zu erkennen.
Bevorzugte Orte der Nestbauten: Hecken, Bäume, Dachvorsprünge, Gartenschuppen, Balkone, manchmal auch in Nistkästen, Grills, Sonnenschirme, Auflagenboxen, Sandkastenüberdachung, Spielzeugkisten – alles, was einen Hohlraum darstellt und nur extrem selten benutzt wird, kann besiedelt werden.“
Die Lage in Deutschland: Der erste Nachweis einer Asiatischen Hornisse erfolgte 2014 in Waghäusel (nördlich von Karlsruhe). In Baden-Württemberg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen ist sie bereits stark verbreitet. Die Klimakrise mit ihren milderen Wintern begünstigt die Ausbreitung. Die Hornisse breitet sich laut Studien mit einer Geschwindigkeit von knapp 80 Kilometern pro Jahr aus, doch vor allem Verschleppungen etwa durch Transportwege können die Ausbreitungszeit stark verkürzen.
Bisher besiedelt die Asiatische Hornisse rund 40% des Bundesgebietes. Sie ist seit März 2025 offiziell eine etablierte Art.
2023 meldeten bayerische Imker Nester an fünf Standorten.
Im Vorjahr waren es 30 Nester. Laut der Online-Karte Beewarned.de hat sich die Asiatische Hornisse von Unter- und Mittelfranken bis nach Schwaben ausgebreitet. In diesem Jahr wurden im Freistaat bereits fünf Nester entdeckt.
Aufgrund noch mangelnden Wissens über die Asiatische Hornisse gerät auch die heimische, besonders geschützte Europäische Hornisse zunehmend in Gefahr. Viele Mitbürger können die beiden Arten nicht auseinanderhalten und töten die Tiere.
Schritt 1: Sicherstellen, dass es sich wirklich um eine Asiatische Hornisse handelt.
Zur leichteren Bestimmung kann man sich näher über Beiträge auf YouTupe oder www.bewarned.de informieren
Schritt 2: Fund melden bei
| - | der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises in WUG, Tel. 09141 / 902-374 oder |
| - | dem vom Landkreis beauftragten Fachberater: Niels Brumund, Tel. 09834 / 97 58 183 oder |
| - | dem Imkerverein Hahnenkamm, Alfred Wirth (1. Vors.), Tel. 09833 / 1449 |
Schritt 3: Das Nest professionell entfernen lassen. Als invasive Art ist die Asiatische Hornisse vom allgemeinen Schutz wildlebender Tiere (§39 Bundesnaturschutzgesetz) ausgeschlossen. Es wird dringend davon abgeraten sich selbst an einer Nestentfernung zu versuchen. Die Nester sind sehr groß, wenn man sich den Nestern auf zwei Meter oder weniger nähert, reagieren die Hornissen meist aggressiv. Der Stachel ist furchterregend und kann bis zu 7mm lang sein.
Wir wenden uns deshalb jetzt im Winter an die Bevölkerung, weil die kugelförmigen Nester in den kahlen Büschen und Bäumen ev. beim Spazierengehen leichter erkannt werden können. Wünschenswert wäre, soweit noch nicht geschehen, dass dieses Thema in örtlichen Obst- und Gartenbauvereinen, Schulen, etc. ebenso angesprochen wird.