Gruppenfoto zeigt links außen Norbert Schroth, mittig die Autorin Jasmin Brückner und rechts Klassleiterin Karolin Hahnenkamm
Ende März war die Autorin Jasmin Brückner an der Hahnenkammschule, um Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse dabei zu unterstützen, ihre eigenen Gedanken bühnenreif zu präsentieren. Junge Stimmen und starke Texte beeindruckten die Schulfamilie.
Drei Tage lang hatten die Schülerinnen und Schüler zusammen mit Jasmin Brückner intensiv an Sprache, Ausdruck und Bühnenpräsenz gearbeitet. Auf der Bühne wurde deutlich, wie viel Kreativität, Mut und persönliche Perspektive in den entstandenen Texten steckte. Die Mitschülerinnen und Mitschüler waren aufmerksam wie selten und sparten nicht mit Applaus.
Jasmin Brückner ist freischaffende Spoken Word Künstlerin, Texterin und Schreibpädagogin. Seit 2017 steht sie auf großen und kleinen Bühnen und teilt Spoken Word Texte über Großartiges und Feinfühliges, Weltschmerz und eigene Schwächen. Seit ihrem Masterabschluss in Biografischem und Kreativem Schreiben an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin begleitet sie vor allem junge Menschen im Erzgebirge dabei, Worte für ihre eigene Lebensgeschichte zu finden und auf die Bühne zu bringen. 2025 veröffentlichte sie ihre Textsammlung KONTUR.
Den Kontakt zu Jasmin Brückner hatte Norbert Schroth hergestellt, der erste Vorsitzende der Katholischen Erwachsenenbildung Altmühlfranken, der die Texterin schon ein paar Mal zu Storytelling-Abenden nach Heidenheim geholt hatte. Die Vorbereitungen übernahm die Klassleiterin Karolin Hahnenkamm gemeinsam mit Norbert Schroth. Finanziert werden konnte der dreitägige Workshop über das Startchancenprogramm, das die Hahnenkammschule großzügig fördert.
Für die teilnehmenden Neuntklässer war das ein Glücksfall. Sie konnten in den drei Tagen erleben, wie ihre Gedanken Gestalt annahmen und Texte voller eigener Wahrheit, Vielfalt und beeindruckender sprachlicher Bilder entstanden.
„Was ist ein Freund?“ fragte Rizvon und beschrieb eindringlich, was gute und schlechte Freunde voneinander unterscheidet. Das Thema „Versagen“ bewegte gleich mehrere Schüler. Saads Fazit war: Versagen ist kein Schlusspunkt, sondern ein Komma auf dem Weg zum Erfolg. Zainab präsentierte einen eindrucksvollen Text über den Krieg in Syrien, der noch letztes Jahr ihrem Onkel das Leben gekostet hatte. Wir hören über Kriege nur Zahlen, aber hinter jeder Zahl stehe ein Mensch. Ein Name, eine Seele, ein Leben. Emma beschäftigte sich feinfühlig mit den Gefühlen und Konsequenzen einer „Note Eins“. Bellas bewegender Text über das Thema „Was Familie ist“ unternahm den Versuch, Familie in Geräuschen, Gerüchen und Gefühlen auszudrücken.
Diese Beiträge sind nur einige Beispiele von vielen wunderbaren, klugen und überraschenden Texten, die die Workshop-Tage abrundeten.
Jasmin Brückner war es gelungen zu zeigen, welches kreative Potenzial und welche Ausdruckskraft in den Mittelschülern steckt. Dafür dankten ihr nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch Schulleiterin Michaela Kirchmeier von Herzen.