Titel Logo
Brensbacher Nachrichten
Ausgabe 16/2026
Kirchliche Nachrichten
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Gedanken zum Wochenende

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Gedanken zum Wochenende stammen diesmal von Johannes Schenk von der Freien Christengemeinde Gersprenztal. Wir vier Kirchengemeinden in Brensbach wünschen Ihnen ein schönes Wochenende.

Anja Encarnacao, Katholische Kirchengemeinde

Miriam von Nordheim-Diehl, Evangelischer Kirchengemeinde Wersau

Cyrille Tchamda, Freie Christengemeinde

Matthias Kraft, Evangelische Kirchengemeinde Brensbach

Ostern – und danach?

„Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN." (Psalm 146,5)

Ostern ist vorüber. Die Feiertage liegen hinter uns, die Gottesdienste sind gefeiert, die Lieder verklungen und die vertrauten Worte gesprochen. Und jetzt? Was bleibt von Ostern im Alltag danach?

Der Psalm gibt eine klar überraschende Antwort: Hoffnung. Nicht als Gefühl, das kommt und geht, sondern als bewusste Entscheidung und Ausrichtung. „Wohl dem, der seine Hoffnung setzt …" – das ist kein Zufall, sondern ein bewusstes Vertrauen. Hier beginnt die eigentliche Herausforderung.

Denn die Auferstehung Jesu ist mehr als ein einmaliges Ereignis, das man feiert und dann wieder hinter sich lässt. Sie stellt unser ganzes Leben in ein anderes Licht. Die Welt nach Ostern ist äußerlich unverändert geblieben. Die Probleme sind noch da, genauso wie die Unsicherheiten. Der Alltag fordert uns – mit seinen Sorgen, Fragen und Grenzen.

Diese Gedanken entstehen aus redaktionellen Gründen am Abend vor Karfreitag. Ich weiß, dass sie erst gelesen werden, wenn Ostern bereits vorbei ist. Und doch bin ich genau jetzt mit der Frage nach dem Leid konfrontiert – sowohl persönlich als auch öffentlich. Bilder vom Sterben, wie zuletzt der gestrandete Wal in der Ostsee, drängen sich auf. Und die alte, große Frage steht im Raum: Warum lässt Gott das zu?

Ich weiß es nicht. Ich kann diese Frage nicht beantworten, so sehr ich es auch gern möchte. Aber ich kann ihr etwas entgegensetzen: Hoffnung.

Wer an die Auferstehung glaubt, sieht die Wirklichkeit nicht mehr nur vom Ende her, sondern vom Anfang – von Gottes neuem Anfang. Nicht der Tod bestimmt die Perspektive, sondern das Leben, das Gott schenkt.

Das verändert den Blick auf den Alltag. Hoffnung wird plötzlich kein Luxus mehr für gute Tage, sondern eine Kraft für die schwierigen. Sie trägt dort, wo ich an Grenzen stoße. Sie hält aus, wo es keine schnellen Lösungen gibt. Sie lässt mich aufstehen, wenn ich am liebsten liegen bleiben würde.

Ostern – und danach? Das ist die Zeit, in der sich entscheidet, ob die Auferstehungshoffnung wirklich unser Leben prägt.

Der Psalm lädt dazu ein, genau hier anzusetzen: „Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist." Das ist keine ferne Zusage, sondern eine Einladung für den Alltag nach Ostern.

Denn ohne Auferstehung bleibt nur Trauer. Mit ihr aber beginnt neues Leben.