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Brensbacher Nachrichten
Ausgabe 17/2026
Kirchliche Nachrichten
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Gedanken zum Wochenende

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Gedanken zum Wochenende stammen diesmal von Miriam von Nordheim-Diehl von der Evangelischen Kirchengemeinde Wersau. Wir vier Kirchengemeinden in Brensbach wünschen Ihnen ein schönes Wochenende.

Anja Encarnacao, Katholische Kirchengemeinde
Miriam von Nordheim-Diehl, Evangelische Kirchengemeinde Wersau
Cyrille Tchamda, Freie Christengemeinde
Matthias Kraft, Evangelische Kirchengemeinde Brensbach

Liebe Leserinnen und Leser,

die Welt ist im Wandel. So wird es mir fast tagtäglich bewusst. Viele Menschen spüren Verunsicherung und fragen sich, wohin der Weg der Welt führt. Nachrichten berichten von Krisen, Konflikten und Veränderungen, die uns manchmal den Mut nehmen. Manches, was lange verlässlich schien, gerät ins Wanken. Doch gerade in solchen Zeiten braucht es Zeichen der Hoffnung, die uns neu ausrichten.

An Ostern habe ich mal wieder das Lied zur Hand genommen: „Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt". Das hatte ich schon sehr lange nicht mehr singen lassen. Warum eigentlich? Es ist wunderschön, voller Hoffnung, voller Blütenpracht im Frühling! Das Lied wurde geschrieben von Schalom Ben Chorin, einem bewundernswerten Menschen, den ich in Jerusalem vor 30 Jahren selbst kennenlernen durfte. Das Lied erinnert an eine alte Verheißung: Der blühende Mandelzweig steht für neues Leben mitten im Winter. Er zeigt, dass Gott seine Zusagen nicht vergisst. Er schenkt Aufbruch, auch wenn alles still und kalt erscheint. Wo wir nur das Ende sehen, lässt Gott schon Neues wachsen. Der Prophet Jeremia sieht einen solchen Mandelzweig und erkennt darin Gottes Treue. Gott wacht über seinem Wort und lässt es wachsen, oft leise und unscheinbar. Diese Zusage gilt auch heute. Gott ist da, auch wenn wir ihn nicht immer spüren oder verstehen.

Wir dürfen darauf vertrauen, dass Veränderung nicht nur Verlust bedeutet. Wandel kann auch neues Leben hervorbringen. Jeder kleine Schritt des Vertrauens, jede gute Tat und jedes freundliche Wort kann ein solcher Mandelzweig sein. Auch wir können Hoffnung weitertragen, oft im Kleinen und Verborgenen.

So lädt uns diese Zeit ein, genauer hinzusehen und achtsam zu werden. Wo blüht bereits Hoffnung in unserem Alltag? Vielleicht entdecken wir sie gerade dort, wo wir sie nicht erwartet haben. Gott lässt sie wachsen. Darauf dürfen wir bauen und daraus neue Zuversicht schöpfen. Amen