Bild: Dominik Schaack in: Pfarrbriefservice.de
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die Gedanken zum Wochenende stammen diesmal von Anja Encarnacao von der Katholischen Kirchengemeinde. Wir vier Kirchengemeinden in Brensbach wünschen Ihnen ein schönes Wochenende.
Haben Sie einem Hirten schon einmal bei der Arbeit zugesehen?
Beim Kloster Lorsch gibt es das Freilichtlabor Lauresham, dort versucht man herauszufinden, wie die Menschen im frühen Mittelalter gelebt und gearbeitet haben. Beim Frühlingsfest wurde vorgeführt, wie ein Schäfer seine Herde mit dem Hund hütet.
Es gibt Hütehunde und Schutzhunde. Bei diesen Hunden hat man deren natürliches Jagdverhalten gezähmt und für die Arbeit mit Herdentieren nutzbar gemacht.
Schutzhunde bewachen die Herde und verteidigen sie so z.B. vor Wölfen.
Hütehunde ziehen durch ihr Hin- und Herlaufen für die Schafe eine Art „Zaun“ und so ist es möglich, eine Herde mit diesem „Zaun“ von einem Ort zum anderen zu treiben, von einer Weide zur nächsten Weide. Der Hütehund des Schäfers befindet sich dabei immer gegenüber vom Schäfer und treibt die Herde stets auf den Schäfer zu.
Ende April wurde in den katholischen Kirchen das Evangelium vom guten Hirten gelesen.
In diesem Gleichnis ist der gute Hirte Jesus selbst und er als guter Hirte möchte, dass die ihm anvertrauten und ihm vertrauenden Menschen das „Leben in Fülle“ haben.
Wer mit Jesus zusammenarbeiten will und sich so in seinen Hirtendienst hineinnehmen lässt, muss sich immer wieder fragen lassen, ob er dabei Jesus im Blick hat, der das Wohl der Menschen will.
Psalm 23 beginnt mit den Worten: Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser..
In diesem Psalm könnte sich der Beter einerseits als „Schaf“ verstehen, das sich vom Hirten an einen guten Ort führen lässt, andererseits könnte er sich auch als „Hütehund“ verstehen, der den Hirten als Gegenüber hat und auf ihn hört.
Schäfern und Hütehunden bei der Arbeit zusehen, gehört nicht unbedingt zum Alltag, aber zum Alltag gehören immer wieder Fragen: Wen und was habe ich bei meinen Worten und meinem Tun im Blick? Wohin lasse ich mich durch Worte und Taten anderer treiben? Wohin treibe ich andere mit meinen Worten und Taten?