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Brensbacher Nachrichten
Ausgabe 21/2026
Kirchliche Nachrichten
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Gedanken zum Wochenende

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Gedanken zum Wochenende stammen diesmal von Miriam von Nordheim-Diehl von der Evangelischen Kirchengemeinde Wersau. Wir vier Kirchengemeinden in Brensbach wünschen Ihnen ein schönes Wochenende.

Anja Encarnacao, Katholische Kirchengemeinde
Miriam von Nordheim-Diehl, Evangelische Kirchengemeinde Wersau
Cyrille Tchamda, Freie Christengemeinde
Matthias Kraft, Evangelische Kirchengemeinde Brensbach

 

 

Der Mai ist ein besonderer Monat. Die Natur steht in voller Blüte, die Tage werden heller, und viele Menschen zieht es nach draußen. Zugleich begegnen uns in diesen Wochen mehrere besondere Tage: Muttertag und Christi Himmelfahrt, Ende Mai ist dieses Jahr auch Pfingsten. Viele sprechen bei Christi Himmelfahrt auch vom „Vatertag“. Tatsächlich ist dieser Feiertag ursprünglich aber kein Vatertag im eigentlichen Sinn, sondern ein christliches Fest: die Erinnerung an die Himmelfahrt Jesu. Dass dies heute vielen kaum noch bekannt ist, zeigt vielleicht, wie sehr sich unsere Traditionen verändert haben.

Am Muttertag danken wir den Müttern und auch Omas, die uns begleitet, getragen und geprägt haben. Viele denken dabei an liebevolle Worte, an Fürsorge, Geduld und unzählige kleine Gesten im Alltag. Viele weiten den Dank auch auf beide Eltern aus – mit Recht natürlich, und man verbringt gemeinsam einen schönen Tag. Rund um den sogenannten Vatertag erinnern sich manche an Väter, Großväter oder andere Menschen, die Verantwortung übernommen, Halt gegeben und Wege gezeigt haben. Andere verbinden den Feiertag eher mit Ausflügen und geselligem Beisammensein. Auch das gehört zum Leben dazu. Dennoch lohnt sich vielleicht ein kurzer Blick auf den ursprünglichen Anlass dieses Tages: Die Jünger Jesu erleben an Christi Himmelfahrt einen Abschied. Jesus geht sichtbar von ihnen weg. Das klingt zunächst traurig. Doch die biblische Botschaft endet nicht beim Weggehen. Jesus verspricht seinen Freunden: „Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.“ Seine Nähe bleibt, auch wenn sie anders wird als zuvor.

Vielleicht liegt darin eine wichtige Hoffnung für unseren Alltag. Menschen begleiten uns ein Stück unseres Weges. Eltern tun dies oft auf ganz besondere Weise. Sie schenken Liebe, Zeit und Kraft. Aber kein Mensch kann immer bleiben. Kinder werden erwachsen, Lebenswege verändern sich, manche Menschen sterben. Was uns trägt, ist die Erfahrung, dass Liebe Spuren hinterlässt.

Der christliche Glaube sagt: Gottes Liebe endet nicht an den Grenzen unseres Lebens. Sie bleibt. Sie trägt durch Freude und Trauer, durch Nähe und Abschied hindurch.

Darum können diese Tage im Mai mehr sein als bloße Feiertage oder lange Wochenenden. Sie laden uns ein, dankbar zu werden für Menschen, die uns geprägt haben, für Worte, die Mut gemacht haben, für Hände, die gehalten haben und vielleicht auch dafür, dass wir selbst für andere zu einem Zeichen von Liebe und Hoffnung werden können. Ich wünsche Ihnen gesegnete Maitage — mit offenen Augen für die kleinen Zeichen der Nähe Gottes mitten im Alltag. Amen