Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die Gedanken zum Wochenende stammen diesmal von Miriam von Nordheim-Diehl von der Evangelischen Kirchengemeinde Wersau.
Wir vier Kirchengemeinden in Brensbach wünschen Ihnen ein schönes Wochenende.
Anja Encarnacao, Katholische Kirchengemeinde
Miriam von Nordheim-Diehl, Evangelische Kirchengemeinde Wersau
Cyrille Tchamda, Freie Christengemeinde
Matthias Kraft, Evangelische Kirchengemeinde Brensbach
Liebe Leserinnen und Leser,
Frühlingszeit ist die Zeit der Feiertage und der langen Wochenenden! Am 29. Mai wird Christi Himmelfahrt gefeiert, nächste Woche ist dann Pfingsten an der Reihe und kurz danach Fronleichnam. Das sind schöne Feste, deren Ursprünge in der Bibel bezeugt sind (zumindest als Erzählung von Himmelfahrt und Pfingsten). An Himmelfahrt wird auch in vielen Gemeinden die Freiluft-Gottesdienst-Saison eröffnet. Viele Kirchengemeinden zieht es nach draußen, um in Gottes wunderschöner Natur Gottesdienste zu feiern. Das finde ich auch wirklich schön, und ich frage mich: Warum machen wir das nicht öfter? Viele Menschen antworten auf die Frage, wo man Gott begegnen kann: „Draußen in der Natur, bei einem Waldspaziergang, beim Duft von frisch gemähtem Gras, wenn ich stille werde und Vögel beobachte …“. Ja, die Natur lässt uns Gottes Geist immer wieder erahnen und auch spüren.
Schaut man in die Bibel, so begegnen uns da natürlich einige Texte, in denen es um Gottes wunderbare Schöpfung geht. Interessant ist, das solche Schöpfungstexte in den biblischen Texten immer in Krisenzeiten zum Ausdruck kamen und aufgeschrieben wurden. Die Schöpfung Gottes wird erst aufgrund von Krisenerfahrungen intensiv reflektiert, egal, ob man am Anfang den ersten Schöpfungsbericht liest oder die Psalmen oder manche Aussage über unseren Schöpfergott im Jesajabuch. Man hat sich also mit diesem Thema dann beschäftigt, wenn es einem schlecht ging, wenn man am Boden war, vielleicht Haus und Hof verlassen und im Exil leben musste. Und dann dachte man über die wunderbaren Schöpfungswerke Gottes nach. Mit welchem Ziel? Die Rede, dass Gott die Erde geschaffen hat und der Herr über Himmel und Erde ist, hat den Menschen in Krisensituationen Mut gemacht; denn Gott ist mächtig. So mächtig, dass er die ganze Welt geschaffen hat. Und er ist überall in dieser Welt präsent, nicht nur im Tempel oder an heiligen Orten, nicht nur im Heiligen Land, nein: der Schöpfergott ist überall. Und überall kann er mir helfen. Ich bin in seiner Hand und er lässt mich nicht los. Und ich wünsche uns allen, dass wir genau das fühlen können, wenn wir in den nächsten Frühlingstagen mal aufmerksam durch Gottes wunderschöne Natur gehen. Amen