Titel Logo
Brensbacher Nachrichten
Ausgabe 28/2026
Kirchliche Nachrichten
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Gedanken zum Wochenende

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Gedanken zum Wochenende stammen diesmal von Johannes Schenk von der Freien Christengemeinde. Wir vier Kirchengemeinden in Brensbach wünschen Ihnen ein schönes Wochenende.

Anja Encarnacao, Katholische Kirchengemeinde
Miriam von Nordheim-Diehl, Evangelischer Kirchengemeinde Wersau
Cyrille Tchamda, Freie Christengemeinde
Matthias Kraft, Evangelische Kirchengemeinde Brensbach

Es ist Ferienzeit – und damit für viele auch Urlaubszeit. Da stellt sich eine ungewöhnliche Frage: Macht Gott eigentlich auch Urlaub? Hört er auch einmal auf zu arbeiten und ruht sich aus?

Auf den ersten Blick könnte man das fast meinen, wenn man zu Beginn der Bibel im Buch Genesis, Kapitel 2, liest: Am siebten Tag, nachdem Gott die Schöpfung vollendet hatte, ruhte er.

Ja, Gott ruhte. Aber nicht, weil er erschöpft war, sondern weil er die Ruhe segnete und den siebten Tag heiligte. Er gab dem Ruhetag einen besonderen und einen festen Platz im Rhythmus des Lebens.

Ruhe ist keine Schwäche. Ruhe ist kein Zeichen dafür, dass wir versagen oder nicht belastbar genug sind. Ruhe ist auch kein Luxus, den man sich erst verdienen muss, wenn alles erledigt ist. Ruhe gehört von Anfang an zu Gottes guter Ordnung.

Darum brauchen auch wir Zeiten, in denen wir aufhören, leisten zu müssen. Zeiten, in denen wir Abstand gewinnen, Kraft sammeln, durchatmen und neu wahrnehmen, was uns trägt.

Ich möchte Ihnen diesen Bibelvers mit in die Sommerferien 2026 geben. Jesus selbst sagt in Matthäus 28,20: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Das ist eine eindrucksvolle Zusage: an jedem einzelnen Tag. Nicht nur im Gottesdienst. Nicht nur an Feiertagen. Sondern wirklich jeden Tag – auch in der Ferienzeit. Ob zu Hause im Odenwald, unterwegs, am Meer oder in den Bergen.

Zugegeben, die Frage zu Beginn, ob Gott Urlaub macht, klingt etwas ungewöhnlich. Schnell könnte man meinen, dass Gott sich dann auch von uns zurückzieht. Doch genau das ist nicht gemeint. Gott nimmt keinen Urlaub von uns, sondern begleitet uns gerade hinein in die Ruhe. Er schenkt uns Zeiten zum Durchatmen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in dieser Ferien- und Urlaubszeit zur Ruhe kommen, abschalten, loslassen, Kraft sammeln und Abstand gewinnen können.

Darum mein kurzer Appell: Nehmen Sie Gott mit in diese Ferienzeit, nicht als Pflicht, sondern als Begleiter. Sprechen Sie mit ihm – am Morgen, unterwegs, zu Hause und im Urlaub.

Johannes Schenk