Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die Gedanken zum Wochenende stammen diesmal von Matthias Kraft von der Evangelischen Kirchengemeinde Brensbach. Wir vier Kirchengemeinden in Brensbach wünschen Ihnen ein schönes Wochenende.
Anja Encarnacao, Katholische Kirchengemeinde
Miriam Nordheim-Diehl, Evangelische Kirchengemeinde Wersau
Cyrille Tchamda, Freie Christengemeinde
Matthias Kraft, Evangelische Kirchengemeinde Brensbach
Ein besonderer Tag
Liebe Leserinnen und Leser,
Erinnern Sie sich eigentlich noch an Ihre Einschulung? Ich habe nicht mehr viele Erinnerungen an meine eigene Einschulung. Ich erinnere mich noch, dass es danach ein besonderes Essen gab, dass meine beiden Omas erklärt haben, wie wichtig und wie toll die Schule ist, dass es viele Glückwünsche gab. Und vor natürlich gab es eine gigantische Schultüte, die voll war mit allen möglichen Dingen für die Schule und zum Naschen. Daran hat sich vermutlich nichts geändert in den letzten Jahren.
Mit dem Ende er Sommerferien war es auch für unsere Kinder soweit: Die Schule geht wieder los. Besonders aufregend war es für die Erstklässler, für die am Dienstag der sogenannte „Ernst des Lebens beginnt“. Diesen Gedanken habe ich in der letzten Zeit immer Mal wieder gehört, denn auch wir haben in dieser Woche einen Schulwechsler in der Familie, der von der Grundschule an die große Schule wechselt.
Mit dem Start in die Schule sind für die Kinder meistens Sorgen und Vorfreude verbunden. Sorgen wegen des Unbekannten. Vorfreude und Neugierde auf all das, was man da entdecken kann.
Mich fasziniert es, wie wissbegierig Kinder sind. Was ist das? Wie funktioniert das? Warum ist das so.
Ich würde mir wünschen, dass wir Erwachsenen uns etwas von dieser Neugierde abschneiden würden. Oft sind wir ja abgeklärt oder rechnen ohnehin mit dem Schlechten. Nach dem Motto: „Was schief gehen kann, geht schief.“ Manche sehen darin einen gesunden Pessimismus, der vor Enttäuschungen bewahrt. Diese Einstellung verhindert aber auch manche Entwicklung im persönlichen Leben und in unserer Gesellschaft.
Ganz anders geht die Bibel an das Leben ran: Die Texte unseres Glaubens sind voll mit positiven, einladenden Gedanken die ins Leben, in die Freude am Entdecken und zur Lust auf neue Erfahrungen einladen.
Dies ist der Tag, den der HERR macht;
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
Psalm 118,24
Zwei Gedanken stecken in diesem Satz:
Erstens: Jeder neue Tag ist ein Geschenk Gottes. Gott hat ihn gemacht. Mit allen Möglichkeiten, die er bietet. In der Schöpfungsgeschichte heißt es: Gott sah an, alles was er gemacht hatte. Uns es war sehr gut. Dies dürfte dann wohl auch für den neuen Tag gelten.
Zweitens: Wir sollen uns an ihm freuen. Klar ein neuer Tag, ein Geschenk von Gott, das ist ein Grund, sich zu freuen. Nun frage ich mich, bezieht sich diese Einladung auf den neuen Tag? So kann man es verstehen. Oder bezieht sich das Freuen auf Gott? Lasst uns freuen und fröhlich an Gott sein.
Wenn ich mir überlege, wie groß Gott ist, wie vielfältig uns wirkmächtig seine Worte, dann muss ich mich hier vielleicht gar nicht entscheiden. Ich kann mir gut vorstellen, dass beides gilt. Wir sollen uns am Tag freuen, den Gott schenkt. Aber uns auch an Gott freuen, der uns den Tag schenkt. Beides gehört ja eng zusammen.
Dafür brauchen wir Erwachsenen vielleicht etwas mehr von der Neugierde und Vorfreude der Kinder. Darum sagt Jesus, dass wir wie die Kinder werden sollen: Neugierig, vertrauensvoll, gespannt auf das Leben. Wie toll wäre es, wenn wir jeden Tag feiern könnten, so wie vielleicht die Einschulung oder andere besonderen Tage. Denn eigentlich ist jeder Tag ein besonderer. Ein einmaliges Geschenk.