Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die Gedanken zum Wochenende stammen diesmal von Cyrille Tchamda von der Freien Christengemeinde. Wir vier Kirchengemeinden in Brensbach wünschen Ihnen ein schönes Wochenende.
„Lasst uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken – denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat.“
(Hebräer 10,23)
Zu Beginn eines neuen Jahres stellen sich viele Menschen dieselbe Frage: Woran kann ich mich festhalten?
In einer Zeit voller Veränderungen, Unsicherheiten und persönlicher Herausforderungen ist diese Frage mehr als berechtigt. Doch es reicht nicht, irgendeinen Halt zu haben – entscheidend ist, dass dieser Halt auch wirklich trägt. Wer sich an etwas klammert, das keinen festen Bestand hat, stürzt mit diesem ab.
Der Bibelvers aus dem Hebräerbrief spricht genau in eine solche Situation hinein. Er wurde an Menschen geschrieben, die schwere Zeiten erlebten: Sie erfuhren Ausgrenzung, den Verlust von Besitz und sogar Gefängnis. Und doch hielten sie an ihrer Hoffnung fest – nicht, weil alles leicht war, sondern weil sie wussten, worauf sie sich verlassen konnten.
Diese Hoffnung gründet sich nicht auf bloßen Optimismus oder günstige Umstände, sondern auf die Treue Gottes. Drei Gedanken können uns Mut für das Jahr 2026 machen:
Erstens: Das Schwierige, das wir erleben, kann Gott zum Guten wenden. Nicht alles ist gut, was geschieht – aber wir dürfen darauf vertrauen: „Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen“ (Römer 8,28).
Zweitens: Das wirklich Wertvolle in unserem Leben – Liebe, Glaube und Hoffnung – kann uns niemand nehmen (vgl. 1. Korinther 13,13).
Drittens: Das Beste kommt noch. Die christliche Hoffnung blickt über das Sichtbare hinaus und vertraut darauf, dass Gott Zukunft schenkt – über dieses Leben hinaus. „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5) ist der biblische Leitspruch für das Jahr 2026. Er spricht von Neuanfängen, Umbrüchen und Erneuerung – persönlich wie gesellschaftlich.
Der Hebräerbrief ermutigt uns außerdem, nicht allein zu bleiben. Hoffnung wächst dort, wo Menschen füreinander da sind, einander stärken, zuhören und ermutigen. Gerade in kleinen Gemeinschaften, Nachbarschaften und Familien kann Hoffnung greifbar werden.
Für das Jahr 2026 heißt das: Wir dürfen festhalten. Festhalten an der Hoffnung, dass kein Gebet verloren geht. Festhalten an der Hoffnung, dass Versöhnung möglich ist. Festhalten an der Hoffnung, dass Gott auch durch schwere Wege hindurchträgt.
Nicht unsere eigene Kraft gibt den Ausschlag, sondern Gottes Treue. Sie steht fest – gestern, heute und morgen.
Mögen wir dieses neue Jahr als Menschen der Hoffnung leben. Für uns selbst. Und füreinander.