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Brensbacher Nachrichten
Ausgabe 8/2026
Kirchliche Nachrichten
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Gedanken zum Wochenende

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Gedanken zum Wochenende stammen diesmal von Cyrille Tchamda von der Freien Christengemeinde. Wir vier Kirchengemeinden in Brensbach wünschen Ihnen ein schönes Wochenende.

Anja Encarnacao, Katholische Kirchengemeinde
Miriam von Nordheim-Diehl, Evangelische Kirchengemeinde Wersau
Cyrille Tchamda, Freie Christengemeinde
Matthias Kraft, Evangelische Kirchengemeinde Brensbach

Andacht – Vergebung finden (Psalm 32)

Psalm 32,1

Glücklich sind alle, denen Gott ihr Unrecht vergeben und ihre Schuld zugedeckt hat!“

„Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir.“ Mit diesen Worten beschreibt Augustinus eine tiefe Sehnsucht, die viele Menschen kennen: die Sehnsucht nach innerem Frieden. Psalm 32 spricht genau davon. David schreibt: „Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind.“ Vergebung bringt Ruhe – eine Ruhe, die wir aus eigener Kraft nicht herstellen können.

Am 8. September wird in vielen Ländern der „Internationale Tag der Vergebung“ begangen. Er erinnert unter anderem an eine historische Begnadigung im Zusammenhang mit der Watergate-Affäre in den USA. Auch wenn diese politische Entscheidung kontrovers war, zeigt sie doch: Vergebung ist ein großes und gewichtiges Thema. Sie kann Beziehungen verändern, Spannungen lösen und neue Wege eröffnen. Doch die entscheidende Frage bleibt: Wohin mit meiner eigenen Schuld?

Der Schriftsteller Alexander Solschenizyn stellte sinngemäß fest, dass viele große Ideen daran scheiterten, dass sie keine Antwort auf die Schuldfrage geben konnten. Psalm 32 beschreibt die Last der verschwiegenen Schuld sehr ehrlich: „Als ich schwieg, verschmachteten meine Gebeine.“ Wer Schuld verdrängt, verliert inneren Frieden. Doch David entdeckt einen Weg: „Ich bekannte dir meine Sünde – und du vergabst mir.“

Jesus selbst zeigt uns, wie weit Gottes Vergebung reicht. Am Kreuz bittet er seinen Vater um Vergebung für seine Peiniger. Menschen höhnen – Jesus will versöhnen. Er baut eine Brücke zwischen dem heiligen Gott und uns Menschen. Der Apostel Johannes schreibt: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns vergibt“ (1. Johannes 1,9). Vergebung ist möglich, weil Jesus unsere Schuld getragen hat. Ohne Gottes Vergebung können wir nicht in tiefem Frieden leben – und auch nicht beruhigt sterben.

Vergebung fühlt sich an wie bei jemandem, der lange unter Wasser die Luft angehalten hat und endlich auftaucht: der erste tiefe Atemzug – pure Erleichterung.

Vielleicht ist heute ein guter Moment, still zu werden und Gott ehrlich im Gebet zu sagen, was uns belastet. Er lädt uns ein, unsere Schuld bei ihm abzugeben. Dann wird wahr, was David erlebt hat: „Du bist mein Schutz … du umgibst mich mit Rettungsjubel.“ Vergebung schenkt Frieden – und unser unruhiges Herz darf endlich zur Ruhe kommen.

Cyrille Tchamda