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Brensbacher Nachrichten
Ausgabe 9/2026
Kirchliche Nachrichten
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Gedanken zum Wochenende

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Gedanken zum Wochenende stammen diesmal von Miriam von Nordheim-Diehl von der Evangelischen Kirchengemeinde Wersau. Wir vier Kirchengemeinden in Brensbach wünschen Ihnen ein schönes Wochenende.

Anja Encarnacao, Katholische Kirchengemeinde
Miriam von Nordheim-Diehl, Evangelische Kirchengemeinde Wersau
Cyrille Tchamda, Freie Christengemeinde
Matthias Kraft, Evangelische Kirchengemeinde Brensbach

Liebe Leserinnen und Leser,

der Wecker klingelt. Der Tag beginnt. Nachrichten kommen aufs Handy, Termine stehen im Kalender, vielleicht hat man Sorgen im Hinterkopf. Noch bevor wir richtig wach sind, sind wir schon mittendrin im Funktionieren. Vieles läuft automatisch. Vieles fordert Kraft.

Mitten in diese Gewohnheit hinein fällt die Passionszeit. Sie ist keine zusätzliche Aufgabe auf unserer To-do-Liste. Eher eine kleine Unterbrechung. Ein Moment, in dem wir innehalten dürfen. Nach dem Fastnachtstreiben sind wir jetzt in der Passionszeit angekommen – es ist die Zeit bis Ostern.

Vielleicht merken wir im Laufe eines Tages, wie schnell wir ungeduldig werden – im Gespräch mit dem Partner, mit den Kindern oder an der Supermarktkasse. Vielleicht spüren wir, wie dünn unsere Geduld geworden ist. Genau da beginnt Passionszeit ganz konkret: im ehrlichen Wahrnehmen dessen, was ist.

Schauen wir in die Bibel: Jesus begegnet Menschen nicht im Perfekten, sondern im Unfertigen. Er nimmt sich Zeit, hört zu, sieht hin. Er geht seinen Weg nicht hastig, sondern bewusst. Das kann uns inspirieren: einen Moment länger zuzuhören eine scharfe Antwort herunterzuschlucken, einen versöhnlichen Schritt zu wagen.

Passionszeit ist eine Einladung, dem eigenen Herzen Raum zu geben. Vielleicht durch ein kurzes Gebet am Morgen, vielleicht durch einen Spaziergang ohne Handy, vielleicht durch die kleinen Frage am Abend: Wo habe ich heute Liebe weitergegeben – und wo brauche ich selbst Vergebung? Wo sind meine Grenzen? Was gibt mir Kraft? Es sind kleine Schritte, aber sie verändern etwas. Sie sind nicht laut und spektakulär, sondern leise und stetig.

So wird die Passionszeit zu einer Zeit der achtsamen Neuausrichtung – mitten im Alltag, mitten im Leben. Amen