Üchtelhausen – Wie soll der historische Ortskern in Zukunft aussehen? Diese Frage lockte am 1. Dezember rund 70 Bürgerinnen und Bürger in die Kirchbergschule, wo der zweite Bürgerworkshop zur Machbarkeitsstudie „Neugestaltung von Straßen und Plätzen im Altort Üchtelhausen“ stattfand. Drei Stunden lang wurde intensiv zugehört, diskutiert und gemeinsam geplant.
Seit Anfang des Jahres arbeitet das Büro Haines-Leger Architekten + Stadtplaner BDA an der Studie, die im Rahmen der Städtebauförderung erstellt und durch die Regierung von Unterfranken gefördert wird. Nach einem Ortsrundgang und einem Bürgerworkshop im Sommer konnten nun die ersten konkreten Entwürfe präsentiert werden.
Bürgermeister Johannes Grebner begrüßte die Teilnehmenden – darunter viele Anwohnerinnen und Anwohner, Gemeinderäte sowie zahlreiche Interessierte – und betonte, wie wichtig eine breite Beteiligung für die Zukunft des Altorts sei. „Es geht um das Herzstück unseres Dorfes“, sagte Grebner. „Deshalb ist es so wertvoll, dass so viele Menschen ihre Sichtweisen einbringen. Nur gemeinsam können wir eine Gestaltung finden, die sowohl unserem historischen Erbe gerecht wird als auch den Bedürfnissen der kommenden Generationen.“ Anschließend nahm Landschaftsarchitektin Mandy Mărginean das Publikum mit auf eine Reise durch Analyseergebnisse, Gestaltungsansätze und die übergeordneten Ideen hinter dem sogenannten Belagskonzept, das die Grundlage für die spätere Neugestaltung bildet.
Die Bürgerinnen und Bürger bekamen nicht nur theoretische Einblicke, sondern wurden selbst aktiv: In offenen Stationen – die spontan erweitert wurden, weil viel mehr Personen als erwartet kamen – konnten sie sich frei zwischen Themenbereichen bewegen. Diskutiert wurde unter anderem über Belagskonzept und Pflastermaterialien, Gestaltung des Bereichs „Am Weiher“ samt Feuerwehrstandort, Zukunft des Marienplatzes, das Gebiet rund um die Kirchbergschule sowie Sonderbereiche wie die Ortsstraße, Gartenstraße, Leitungsweg und „Im Grund“.
Überall wurde lebhaft gesprochen, gekritzelt, bewertet und ergänzt. Die Rückmeldungen reichten von kreativen Verbesserungsvorschlägen über Hinweise zu Barrierefreiheit und Sicherheit bis hin zu konkreten Ideen für mehr Aufenthaltsqualität.
Zum Abschluss wurden die Ergebnisse zusammengeführt und in der großen Gruppe vorgestellt. Dabei wurde deutlich: Der Altort besitzt enormes Potenzial – und das Bewusstsein dafür ist in der Bürgerschaft groß. Mit dem Workshop hat die Gemeinde wertvolle Impulse erhalten, die nun in die weitere Planung einfließen.
Das abschließende Gestaltungskonzept wird Anfang nächsten Jahres im Gemeinderat vorgestellt und beschlossen. Klar ist jedoch schon jetzt: Die Zukunft des Altorts wird gemeinsam gestaltet – und der starke Besuch des Workshops zeigt, wie sehr den Menschen in Üchtelhausen ihre Heimat am Herzen liegt.