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| 1. | Bekanntgaben |
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| 2. | Sanierung der Mittelschule - Vorstellung der Prozessschritte |
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| SV 1/2026 |
Sachverhalt:
Das Gebäude unserer Mittelschule ist sanierungsbedürftig. Nachdem derzeit die Notmaßnahmen durchgeführt werden, soll nun der Planungsprozess zur Sanierung beginnen. Im vergangenen Jahr konnten Vertreter der Schule zusammen mit der Verwaltung eine Schule besuchen, die vor einigen Jahren am selben Punkt stand. Dabei wurde uns der gesamte Prozess vorgestellt und erläutert, welche Teilbereiche notwendig sind. An dieser Schule wurde die Firma Lern Landschaft zur Begleitung beauftragt. Am Sitzungstag selbst soll zunächst eine Ortsbegehung stattfinden.
Parallel zur Vorbereitung der Gebäudesanierung soll ein neues pädagogisches Schulkonzept erarbeitet werden, das die Grundlage für ein Raumbuch bildet. Neben den bereits partiell durchgeführten Grundlagenuntersuchungen, aus denen Notmaßnahmen durchgeführt wurden, sind weitere bauliche Untersuchungen notwendig. Folglich besteht der künftige Planungsprozess aus zwei Schritten:
| • | Pädagogisches Konzept mit Raumbuch als Bedarfs- und Grundlagenermittlung und Abstimmung mit dem Bestand |
| • | Erarbeitung einer umfassenden Machbarkeitsuntersuchung der Gebäude-substanz unter Einbeziehung diverser Fachplaner |
Für die Konzepterstellung ist eine Ausschreibung erforderlich. Hierzu muss in Zusammenarbeit mit einem qualifizierten Büro eine Leistungsbeschreibung erstellt werden, um vergleichbare Angebote zu erhalten.
Mit der Zusammenführung der umfassenden Machbarkeitsstudie der Gebäudesubstanz und des pädagogischen Konzepts mit Raumbuch und daraus abzuleitenden Möglichkeiten erfolgt eine Objektplanerausschreibung im Oberschwellenbereich.
Für die Konzepterstellung und eine entsprechende Begleitung wurden durch das Bauamt auf der HH.-ST.: 2130.9430 Haushaltsmittel in Höhe von 60.000,00 € eingestellt.
Diskussion:
Dr. Fendt informierte, dass im vergangenen Jahr ein Besuch einer Schule in Königsbrunn unter anderem durch Vertreter des Schulkollegiums, Herrn Rektor Schmid sowie der Geschäftsleitung durch Frau Müller stattgefunden habe. Er betonte, dass eine solche Besichtigung aus seiner Sicht „goldwert“ sei, da für die Steuerung eines entsprechenden Prozesses bisher Erfahrung fehle. Die Überlegung sei gewesen, zu beobachten, wie andere Schulen den Prozess umgesetzt hätten, um festzustellen, welche Schritte erfolgreich waren und welche rückblickend weniger effektiv gewesen seien. Ziel sei es, daraus den bestmöglichen Weg für die eigene Schule abzuleiten.
Die Kernaussage für Dr. Fendt war, dass in der besuchten Schule aus der Schulfamilie ein Gremium aus Verwaltung und Lehrkräften gebildet worden sei und die Zusammenarbeit mit dem Königsbrunner Stadtbauamt eine zentrale Rolle gespielt habe. Er betonte, dass die Entscheidung für das gewünschte Schulkonzept von maßgeblicher Bedeutung sei, da die Schule die örtlichen Gegebenheiten kenne und am besten wisse, was für die Schülerinnen und Schüler geeignet sei.
Des Weiteren wies er darauf hin, dass die geplante Maßnahme eine erhebliche finanzielle Herausforderung für die Kommune darstelle, die diese über Jahrzehnte an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit bringe. Deshalb müsse das Ergebnis für die Schülerinnen und Schüler lohnend und zugleich das Konzept wirtschaftlich sinnvoll sein. Dabei sei es wichtig, die finanziellen Rahmenbedingungen der Kommune zu berücksichtigen. Er betonte die Notwendigkeit, ein professionelles Planungsbüro hinzuzuziehen, da eine gute Planung nicht ersetzbar sei. Die bereits hinzugezogene Firma Lernlandschaften sei ein erster denkbarer Schritt.
Das Schulkonzept müsse sowohl die modernen pädagogischen Anforderungen berücksichtigen als auch die baulichen Gegebenheiten der bestehenden Gebäude einbeziehen. Es sei nicht möglich, alles neu zu errichten. Ziel müsse daher sein, die Wünsche der Schule klar zu definieren und baulich sinnvoll umsetzbare Maßnahmen zu planen. Durch das Zusammenführen der unterschiedlichen Wünsche und Anforderungen könne ein tragfähiges Gesamtkonzept entstehen. Dabei sei eine transparente und fachlich fundierte Planung erforderlich, um Entscheidungen auch im Nachgang sachlich vertreten zu können. Die Stadt erwarte von der Schule eine aktive Mitwirkung bei der Konzepterstellung sowie vom Stadtbauamt entsprechende Unterstützung, sodass am Ende ein insgesamt bezahlbares Gesamtkonzept entstehe.
Des Weiteren merkte er an, dass die Sanierung mehrere Jahre dauern und einen erheblichen Verwaltungs- und Planungsaufwand erfordern werde. Daher hielt er es für wichtig, vorab darauf hinzuweisen, dass für den Übergangszeitraum entsprechende Maßnahmen erforderlich seien. An der Schule bestünden bereits Mängel, auch im sicherheitstechnischen Bereich. Entsprechende Untersuchungen wurden durchgeführt, um festzulegen, welche Maßnahmen zur sicheren Nutzung des Schulgebäudes notwendig sind. Beispiele hierfür seien die MSW-Nottreppen und der MSW-Trafo. Die erforderlichen Planungen seien bereits eingeleitet und befänden sich in Umsetzung. Somit seien alle notwendigen Schritte veranlasst, um mit der weiteren Planung zu beginnen.
Hierbei gehe es im Prinzip um die Vorgehensweise. Ziel sei es, ein pädagogisches Konzept zu entwickeln und zu untersuchen, welche Möglichkeiten die Schule biete, um daraus ein professionelles Gesamtkonzept zu erarbeiten, über das sich die Stadt Weißenhorn, die Gemeinde Roggenburg und der Schulverband freuen könnten. Dr. Fendt betonte, dass er dies als ein Projekt sehe, an dem man sich gerne beteilige.
Der 1. Bürgermeister führte weiter aus, dass es nun darum ging, alle Beteiligten über den aktuellen Sachstand zu informieren. Er berichtete, dass sich bei dem Vor-Ort-Termin in Königsbrunn gezeigt hatte, dass sowohl das Kollegium als auch die Schulleitung mit großem Interesse und Engagement beteiligt waren. Weiter betonte er, dass es ihm wichtig war, dass solche Prozesse sachlich und realistisch dargestellt würden und keine Beschönigungen erfolgten.
Der Vorsitzende verdeutlichte, dass Gegenstand der heutigen Sitzung die Kenntnisnahme des aktuellen Sachstands sowie die Beschlussfassung und Beauftragung der weiteren Schritte sei. Als zentralen Punkt benannte er die heutige Ortsbegehung zur Erörterung bestehender Ideen und möglicher Neuerungen.
Rektor Schmid übernahm das Wort und bedankte sich bei allen Teilnehmenden für ihr Erscheinen. Er führte aus, dass er seit seinem Amtsantritt regelmäßig mit den baulichen Mängeln des Schulgebäudes konfrontiert gewesen sei. Das Gebäude sei in die Jahre gekommen und weise einen entsprechenden Handlungsbedarf auf. Darüber hinaus habe sich auch der pädagogische Bereich verändert. Er gab zu Protokoll, dass vom Schulamt zahlreiche qualifizierte Fortbildungen angeboten worden seien. Zwar müsse nicht jede Neuerung übernommen werden, jedoch hätten ihn einzelne Ansätze besonders beeindruckt. Rektor Schmid betonte, dass sich die Rahmenbedingungen für Kinder im Vergleich zu früher deutlich verändert hätten und die Schülerschaft insgesamt heterogener geworden sei. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit, dass das Schulgebäude entsprechende Möglichkeiten bieten müsse, um dieser Heterogenität gerecht zu werden. Abschließend führte er aus, dass es ihm wichtig sei, die schulische Entwicklung aktiv voranzubringen. Die Schule verfüge über ein junges und motiviertes Team, das es zu halten gelte. Vor diesem Hintergrund sei es aus seiner Sicht sinnvoll und notwendig, entsprechende Maßnahmen auf den Weg zu bringen.
Herr Dr. Fendt bestätigte hierzu, dass der Ruf der Mittelschule außergewöhnlich gut sei und besonders betont werden müsse. Ein guter Ruf könne schnell verloren gehen und nur langsam wieder aufgebaut werden. Er hob hervor, dass die Schule ein sehr hohes Ansehen genieße und es kaum Wechsel im Lehrerkollegium gebe, was als wichtiger Gradmesser für eine funktionierende Verwaltungseinheit zu werten sei. Daraus lasse sich schließen, dass in der Vergangenheit vieles richtig gemacht worden sei. Er betonte, dass diese Entwicklung eine Teamleistung des gesamten Kollegiums darstelle und die weitere Planung daher ernsthaft und verantwortungsvoll im Sinne der Schülerinnen und Schüler sowie der Schule angegangen werden müsse. Ergänzend merkte er an, dass der Input der Lehrkräfte wichtig sei, jedoch stets im Zusammenhang mit den baulichen und räumlichen Möglichkeiten stehen müsse. Schule und Planung müssten in Wechselwirkung erfolgen. Die Schule müsse klar formulieren, welche Anforderungen an ein modernes Schulkonzept bestünden, während die Planungsseite deutlich machen müsse, was realistisch umsetzbar sei. Die Stadt nehme diesen Prozess ernst und strebe das bestmögliche umsetzbare Konzept an.
Im Anschluss stellte sich die Firma Lernlandschaften durch Frau Doberer vor. Sie erläuterte die Aufstellung des Unternehmens und verwies auf bereits begleitete Projekte an anderen Schulen, unter anderem in Königsbrunn, Burlafingen und Illertissen.
Es schloss sich eine Diskussion an.
Die Stadtbaumeisterin Frau Graf-Rembold meldete sich hierzu zu Wort und führte im Hinblick auf die Förderkulisse aus, dass diese grundsätzlich geprüft werde. Sie stellte jedoch klar, dass eine direkte Beauftragung nicht möglich sei und der Weg der Ausschreibung für die Planungsleistungen zwingend einzuhalten sei. Sie merkte an, dass ihr die konkrete Arbeitsleistung der Firma Lernlandschaften bislang noch nicht vorgelegen habe, sie den Ansatz jedoch grundsätzlich positiv einschätze. Es wäre aus ihrer Sicht wünschenswert, wenn die Firma den Auftrag übernehmen könne, jedoch müsse der Vergabe eine ordnungsgemäße Ausschreibung vorausgehen. Welches Planungsbüro letztlich den Auftrag erhalte, sei zum jetzigen Zeitpunkt offen. Fortführend erläuterte sie, dass die Schwellenwerte im Hinblick auf das Haushalts- und Vergaberecht noch zu prüfen seien. Nach ihrer Einschätzung stelle eine beschränkte Ausschreibung unterhalb der maßgeblichen Schwellenwerte die Voraussetzung dar, um sämtliche Fördervoraussetzungen zu erfüllen.
Als Gast stellte Stadtrat Bischof eine Nachfrage zur Sitzungsvorlage und zum Beschlussvorschlag.
Geschäftsleiterin Frau Müller erläuterte hierzu, dass zunächst ein schulisches Konzept erarbeitet werden solle und in diesem Zusammenhang ein Planungsbüro zu beauftragen sei, das den weiteren Prozess begleite.
Die Firma Lernlandschaften stellte die weitere Vorgehensweise vor. Im Anschluss an den formellen Sitzungsteil präsentierte sie das Konzept anhand einer Präsentation.
Es schloss sich eine Diskussion an.
Stadtrat Bischof pflichtete dem Vorgehen bei und führte abschließend aus, dass zunächst eine technische und funktionale Machbarkeitsstudie unter Einbeziehung der pädagogischen Bedarfe und der baulichen Möglichkeiten erforderlich sei, auf deren Grundlage eine Ausschreibung erfolgen könne.
Stadtbaumeisterin Frau Graf-Rembold wies dazu noch ausdrücklich darauf hin, dass eine Machbarkeitsstudie zu erheblichen Mehrkosten für die Schule führen würde und eine derart umfassende Studie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht angezeigt sei.
Abschließend ergab sich daraus folgender abgeänderter Beschluss.
Beschluss:
Die Schulverbandsversammlung nahm den aktuellen Sachstand zur Kenntnis.
Der Schulverband stellte fest, dass ein pädagogisches sowie ein bauliches Konzept unter besonderer Berücksichtigung der Machbarkeit und der bestehenden Förderkulisse zu erarbeiten sei. Hierzu sei eine technische und funktionale Machbarkeitsstudie unter Berücksichtigung der pädagogischen Bedarfe (inklusive Ganztagesbetreuung) sowie der baulichen Gegebenheiten und der Förderkulisse zu erstellen.
Der Schulverband beauftragte die Verwaltung, die notwendigen Schritte für den ersten Teilbereich des pädagogischen Konzepts auf Grundlage der definierten Zielsetzung sowie des Raumbuchs einzuleiten.
Abstimmungsergebnis: 4 :0
Dem Beschluss wurde einstimmig zugestimmt.