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Zeiler Nachrichten Amts- und Mitteilungsblatt der Stadt Zeil a Main
Ausgabe 13/2026
Leben in Zeil a.Main
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Berichte

Geehrt wurden bei den Zeiler Naturfreunden (von links) Ludwig Leisentritt, Elisabeth Kernwein, Jürgen Hetterich mit Vorsitzendem Nikolaus Zimmermann, ferner Birgit Denzer-Schurig, Heidi Hinterleitner, Ilse Scheuring (für ihren Gatten Josef), Silke Stahl, Bernhard Schurig, Lena-Maria Marquardt mit Bürgermeister Markus Fröhlich, Simone Zenk und Marianne Betz; Zweite von rechts Naturfreunde-Geschäftsführerin Brigitte Schneider.

Die Ortsgruppe feierte ihr Jubiläum. Zusammenhalt trägt bis heute.

Das älteste Mitglied ist 116 Jahre dabei, wenn man das Ehepaar Birgit und Bernd Schurig als eine Person rechnet. Es läge nicht fern, denn wie ein Fels sind die beiden mit ihren Zeiler Naturfreunden verbunden. Völlig klar, dass sie für die Feier zum 100-jährigen Bestehen der Ortsgruppe an der "Warmen Sonne" ihren heiligen Urlaub abbrachen. Während Bernd Schurig, elf Jahre Vorsitzender, es auf 61 Jahre Mitgliedschaft bringt, wurde seine Frau für 55 Jahre geehrt - beide gehören zu den ältesten Mitgliedern.

Drei Bürgermeister zugegen

Die ehrwürdigen Abt-Degen-Bläser spielten auf, zur Feststunde kam alles, was Rang und Namen hat, darunter drei Zeiler Bürgermeister. Der amtierende, Markus Fröhlich, würdigte Beständigkeit und Zusammenhalt und erinnerte an die Arbeiterwurzeln, als 1895 die Naturfreunde in Wien entstanden.

Den Funken in Zeil zündeten die Schweinfurter Naturfreunde, gingen doch in die aufblühende Industriestadt viele Landbewohner zur Arbeit und bekamen mit, dass sich die Naturfreunde hier etablierten.

So gründeten am 16.08.1926 ein Dutzend Männer und Frauen die Zeiler Ortsgruppe, die mit dem Bau eines eigenen Vereinsheims bald ein ehrgeiziges Ziel ins Auge fasste: Gelegen im Wald auf halber Höhe, ging man 1927 mit 36 Mark, dem Erlös aus einem Faschingsball, daran, das Waldgrundstück zu kaufen. Es brauchte einen Lastenaufzug und viel Muskelkraft, um Material und Wasser nach oben zu schaffen.

Aus grauer Städte Mauern

Die Realität waren damals sechs Tage Fabrikarbeit, wenig Geld und wenig Vergnügen. Licht, Luft, Sonne und Geselligkeit lockten die Menschen. Zum Hausbau der 150 Mitglieder kam es bis 1933 nicht mehr: In der Nazizeit wurden die Naturfreunde geschasst, der inzwischen gebaute Brunnen zerstört.

1946 ging es nach dem Krieg aber unbeirrt weiter. Der Hausbau dauerte zehn Jahre. Dann war es fertig, das Haus mit dem Türmchen, in dem Wanderer und Naturfreunde bewirtet wurden und übernachten konnten.

Heute ist der Wirtschaftsbetrieb bei weitem nicht mehr das, was er einmal war, aber zu dem ersten Sonntag im Monat, wenn die Naturfreunde am Berg sogar Braten auftischen, kommen dennoch immer noch viele Besucher, und auch Übernachtungen sind gefragt. Nikolaus Zimmermann, der durch die Geschichte der Zeiler Ortsgruppe führte, verhehlte nicht, dass es kein Leichtes ist, das Haus und den Verein zu halten. Man bräuchte dringend Nachwuchs. Und auch die 30.000 Euro für die neuen Fenster bezahlen sich nicht von allein.

Umso mehr freute er sich über die Grußworte des Bürgermeisters und der Landesgeschäftsführerin der Naturfreunde in Nürnberg, Brigitte Schneider.

Besondere Ehrungen

Gerne ehrte der Vorsitzende langjährige Mitglieder und verdiente Aktive.

Für 40 Jahre waren dies Simone Zenk, Lena-Maria Marquardt, Heidi Hinterleitner, Josef Scheuring (für den wegen Krankheit Gattin Ilse die Anstecknadel entgegennahm), Jürgen Hetterich und Marianne Betz; auf 50 Jahre kamen Elisabeth Kernwein und Silke Stahl. Besonders geehrt wurden ferner Alfons Schamberger und der Zeiler Heimatforscher Ludwig Leisentritt.