Der Schorsch lehnte am Gartenzaun und ließ „den Herrgott einen guten Tag sein“.
Es war um die Mittagszeit doch verspürte er keinen großen Hunger. Vor allem nicht als er den Topf Gulasch erblickte, den seine Frau auf die Anrichte gestellt hatte, bevor sie mit dem Hund zu einem längeren Spaziergang aufgebrochen war. Gulasch war nicht gerade sein Leibgericht.
Plötzlich tauchte ein Mann an der Gartentüre auf, dem man den Obdachlosen schon von ferne ansah und wirklich sprach der den Schorsch an und bat um eine Geldspende damit er sich etwas zu essen und zu trinken kaufen könne.
Der Schorsch war kein Geizhals – doch wenn es um Geld ging – na ja!
Aber etwas zu trinken konnte er dem Bittsteller schon anbieten und auf die Frage ob es denn ein Bier sein dürfte, stimmte dieser freudig zu.
Der Schorsch ging ins Haus und holte ein Bier aus dem Kühlschrank und kam dabei an der Anrichte vorbei auf der das Gulasch stand. Das wäre doch was für seinen Besucher und als er ihn fragte, nahm dieser das Angebot dankend an.
Der Hausherr ging also in die Küche um das Essen aufzuwärmen. Derweil hatte der Gast sein Bier schon geleert und als ihm nun das Gulasch serviert wurde, machte er sich schmatzend über das Gericht her und ruck zuck war der Topf leer.
Dem Obdachlosen gefiel es gar wohl beim Schorsch auf der Terrasse, so dass dieser Mühe hatte ihn wieder los zu werden. Schließlich stand das Mittagsschläfchen an.
Nach einiger Zeit kam die Gattin mit dem Hund vom Spaziergang zurück und suchte in der Küche auf der Anrichte vergebens nach dem Futter ihres Bellos.
Hundefutter war das, fragte der Gatte und erzählte seiner Frau von dem Besucher und dass er den zu dessen vollster Zufriedenheit verköstigt hatte. Sachen geits (gibt’s)!