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Zeiler Nachrichten Amts- und Mitteilungsblatt der Stadt Zeil a Main
Ausgabe 14/2026
Allgemeines
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Geschichten, die wahr sein könnten

Die evangelische Kirchengemeinde war in Nöten – zumindest die zahlreichen Gottesdienstbesucher an einem Sonntag Morgen.

Die örtliche Pfarrerin war in Urlaub und es war eine Vertretung angekündigt. Doch die kam nicht. Die Gläubigen wurden unruhig – ein Sonntag ohne das „Wort Gottes“, das konnte man sich nicht vorstellen. War denn niemand unter den Besuchern der wenigstens einen Bibeltext verlesen könnte oder gar zu einer Predigt fähig war?

Da meldete sich der Hartmut. Er hatte in der Gemeinde, in der er vor Jahren gelebt hatte, immer wieder einmal als Messdiener gewirkt, aus der Bibel gelesen und selbst Predigten gehalten.

Er erbot sich, nach Hause zu fahren um dort in seinen Unterlagen nach entsprechenden Schriften zu suchen. Die Gemeinde war erfreut über dieses Angebot und so fuhr der Hartmut mit dem Auto flugs nach Hause und kam wenig später mit einem Umschlag mit den Texten zurück.

Nachdem man ihn mit dem Talar ausgestattet hatte schritt er würdevoll zur Kanzel. Doch übersah er die Stufe dorthin, stolperte und die Mappe mit den Texten landete auf dem Fußboden. In aller Eile raffte er die Blätter zusammen, entschuldigte sich bei den Zuhörern und begann: „Liebe Besucher, ob Mann oder Frau ich begrüße euch mit einem fröhlichen Zeilau ...“

Nicht nur das Lachen der Gläubigen bestätigte dem Hartmut, dass er den falschen Text erwischt hatte, als er die Blätter vom Boden aufgehoben hat.

Der Hartmut war auch Büttenredner der ZNZ und hatte seine närrischen Vorträge mitsamt den Predigten in einer Mappe aufbewahrt. Nun waren sie durcheinander geraten.

Er schaffte es aber die Seiten zu richten und die Anwesenden waren von seinem „Wort Gottes“ angetan.

Helmut Trautner